Mein Eindruck von der neuen Platte ist noch sehr frisch. Ich muss vielleicht sagen, dass ich seit ca. einem Jahr Less than Jake-Fan bin. Ich habe mit der "Borders and boundaries" angefangen und mich dann durch alle bisherigen Platten gehört. Bisher war Reel big fish noch meine favorite Ska-Band, allerdings hat LTJ mittlerwile die Krone an sich gerissen.
Wir kennen das doch alle, man hat eine Lieblingsband und kauft sich die neuen Alben ohne vorher reinzuhören, aber irgendwann kommt oft leider der Punkt, an dem man eine Entwicklung erlebt (was ja nicht schlecht sein muss) mit der man nicht mehr so viel anfangen kann.
Bei Less than jake allerdings habe ich das Gefühl, dass sie sich genau in die richtige Richtung entwickeln. Ich liebe zwar den Garagen-Sound auf der losing streak, muss aber ehrlich sagen, dass die Jungs von Album zu Album besser werden und jetzt sind sie endlich zurück.
Sie sind wieder erwachsener und reifer. Beim ersten Hören der neuen Platte habe ich zuerst die schnellen Uptempo-Tracks vermisst. Auf ihrer letzten Platte Anthem waren die Jungs schon etwas gemässigter, aber die schnellen, harten Lieder waren ebenfalls noch vorhanden. Auf dem neuen Album gibt es meiner Meinung nach nur einen richtig punkigen Track und der ist "Let her go". Als ich mir dann aber die gemässigten Lieder angehört habe, ist mir aufgefallen, dass auf diesem Album kein einziges schlechtes Lied ist. Viel mehr ist jedes Lied eine Hymne. Die Melodien werde ich schon nach 2 Tagen nicht mehr los und kann mich beim Einlegen garnicht mehr entscheiden, welches Lied ich zuerst hören will.
Die Texte sind tiefgründig und die Musik zeigt ein weiteres Mal, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen. Wie bereits bei Anthem sind die Bläser zwar weniger geworden, kommen aber dafür weitaus präziser und gekonnter. Um den kritischen Hörern nur ein paar Anspieltipps zu nennen, werde ich mich nun auf wenige Lieder beschränken (denn wie gesagt sind alle der Hammer).
"The soundtrack of my life" Direkt das erste Lied des Albums ist ein Party-Kracher zum Mitsingen. Die Melodie ist der Hammer und direkt beim ersten Hören muss man einfach mitsingen und kann den Titel direkt verstehen.
"Overrated" Sehr geiler Text, denn heutzutage gibt es wirklich zu viele Werte, die einem laut den Medien wichtig sein sollten, in Wirklichkeit aber einfach überbewertet sind. War auch die erste Auskopplung und ist ebenfalls eine richtige Hymne.
"The rest of my life" Dieses Lied hat ALLES was ein Lied braucht. Ich musste sofort nachlesen, ob die Jungs hier eine Cover-Version auf's Album gepackt haben. Dem ist aber nicht so und ich finde es wirklich erstaunlich, dass man heutzutage noch solche originellen, eingängigen Lieder schreiben kann. Die Melodie ist so genial, dass man so ein Lied noch nach Jahren mit einer bestimmten Stimmung verbindet, in der man beim Hören damals war. Der Text ist so tiefgründig, dass jeder sich sohl darin wieder erkennt (denn wir haben doch alle ein paar Leichen im Keller)
"Let her go" Wie bereits gesagt, der einzige Uptempo-Track für alle gebrochenen Herzen. Und seit "She hates me" von Puddle of Mudd war es nie leichter über die Ex hinwegzukommen wie bei diesem Lied.
Kurzum, mit diesem Album haben LTJ mit Sicherheit ihren grössten Meilenstein hingelegt. Es ist unvergleichbar, wenn dann aber am ehesten mit der "Cheer up" von Reel big fish, da es im Gegensatz zu vorherigen Alben einfach weiter entwickelt ist, es macht mehr Sinn. Wenn die Band vorher den Ska-Punk studiert hat, ist "In with the out crowd" ihre Doktor-Arbeit, die für alle Nachkommenden eine Grundlage legen wird.
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