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Neue Wissensordnungen. Wie aus Informationen und Nachrichten kulturelles Wissen entsteht
 
 

Neue Wissensordnungen. Wie aus Informationen und Nachrichten kulturelles Wissen entsteht (Broschiert)

von Olaf Breidbach (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 182 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (17. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518260103
  • ISBN-13: 978-3518260104
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 208.927 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anstelle von materiellen Dingen wird heute in unserer Gesellschaft vorwiegend Wissen produziert. Kultur als der Zusammenhang aller möglichen Interaktionen in einer menschlichen Gesellschaft fixiert und transformiert das historisch erwachsene Wissen, in dem sich diese Kultur etabliert. Wissen ist dabei auch nicht einfach die Summe der einzelnen Köpfe dieser Kultur, da diese ihr Wissen ja immer erst im Zusammenhang der Kultur, in der sie agieren, gewinnen und fixieren können. Was sind dann aber die Kriterien, an denen Wissen und Information zu bemessen sind, und inwieweit sind Wissen und Information dabei dann überhaupt voneinander abzugrenzen? Informationen sind zunächst einfach nur Mitteilungen oder Nachrichten. Solche Informationen sind, suche ich sie zu verwenden, dann aber auch zu bewerten, also auf den Gesamtkontext der schon verfügbaren Informationen zu beziehen. Diese Informationen werden demnach einander zugeordnet. Erst in dieser Ordnung entsteht Wissen. Schließlich werden in der Strukturierung der Informationen die Nachrichten zu den Teilen eines Ganzen, in dem sich ein Bild formiert, was mehr ist als die Summe seiner Teile. Der Autor untersucht die Bezugsrahmen, in denen Wissen entsteht. Dabei entdeckt er eine Art übergeordnete Instanz, die einzelne Daten zu bewerten erlaubt. Der Text berührt sowohl alte philosophische Traditionen wie auch - ausgehend von neurobiologischen Befunden - die mathematisch-technischen Funktionen einer modernen Wissenschaftskultur.

"Nehmen wir die evolutionäre Perspektive ernst, so verlieren wir die Position des absoluten Wissens, das sich in einer über der Natur stehenden oder aber in der Natur aufbewahrten Autorität begründet."



Über den Autor

Olaf Breidbach studierte Kunst, Philosophie, Biologie und Paläontologie. 1982 Dr. phil., 1984 Dr. rer. nat; seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Naturwissenschaften; Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Direktor des Museums Ernst-Haeckel-Haus, Leiter des Bereichs Theoretische Biologie an der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät der Universität Jena, Mitglied des Vorstandes des Sonderforschungsbereichs 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800".

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Es könnte so interessant sein, 20. April 2009
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Der Autor hat in Jena einen Lehrstuhl für die Geschichte der Naturwissenschaften inne, ist dort auch Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik, Direktor des Museums Ernst-Haeckel-Haus und noch einige Dinge mehr. Nur ein leicht verständlicher Schreiber ist er nicht. Zu seinem Buch "Die Materialisierung des Ichs: Zur Geschichte der Hirnforschung im 19. und 20. Jahrhundert" schrieb eine Rezensentin, der Leser müsse sich erst einmal an den Schreibstil gewöhnen, an die langen verschachtelten Sätze und an Wiederholungen des gleichen Inhalt in unterschiedlicher Wortwahl. Aber was, wenn man sich daran nicht gewöhnen will? Dann kommt es wahrscheinlich genau so heraus, wie es mir bei diesem Buch erging. Man bedauert es, dass der Autor seinen Lesern einen einfacheren Zugang zu seiner Gedankenwelt verweigert. Und wer an dieser nicht brennend interessiert ist, bleibt draußen und sucht nach eine Alternative. Aber da Olaf Breidbach über einen riesigen Wissensschatz verfügt und überraschende Zusammenhänge aufzeigen kann, sind Alternativen rar. Leider.

Von den alten philosophischen Denkgebäuden ausgehend sucht der Autor die Wissenswelt nach Strukturen und Ordnungsmustern ab, die Metasichten ermöglichen und Bilder der Kultur zeichnen. Das ist ein spannender Ansatz, der immer wieder zu neuen Einsichten führt. Vor allem die These von Olaf Breidbach, dass Wissen nicht einfach die Summe von Informationen ist, wird in diesem Buch einleuchtend belegt. Darüber hinaus erhält man als Leser aber auch wertvolle Hinweise, welche Zuordnungen von Bedeutung sind und wie diese erfolgen. Eigenständig sind die Beobachtungen des Autors auch deshalb, weil er traditionelle Modelle mit Erkenntnissen der Neurobiologie verknüpft.

Mein Fazit: Gerade weil der Autor viel zu sagen hat, finde ich es schade, wie umständlich er formuliert. Es ist zu hoffen, dass in nächster Zeit jemand die Aufgabe übernimmt, das Gedankengut von Olaf Breidbach aufzunehmen und so zu vermitteln, dass es einem größeren Kreis zugänglich wird.



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