Um in der Datenflut nicht unterzugehen, braucht es gute Schwimmlehrer. Doch davon gibt es gar nicht so viele, wie wir aufgrund des Bücherangebotes zum Thema Wissensmanagement annehmen könnten. Weshalb ich die vier Autoren dieses Werks zum Kreis der empfehlenswerten Lehrer zähle, hat vor allem einen Grund: Sie behaupten nicht, es gäbe nur eine Methode, um Informationen und Wissen zu managen. Vielmehr gehen sie davon aus, dass vor allem darum geht, die passenden Hilfsmittel auszuwählen. Und da nur die wenigsten eine Ahnung vom grossen Angebot haben, stellen sie solche Werkzeuge vor. Ein Konzept, das ganz offensichtlich auf grosses Interesse stösst, liegt doch bereits die dritte Auflage vor. Sie wurde so aktualisiert und ergänzt, dass sich sogar für Besitzer einer früheren Ausgabe die Anschaffung lohnt. Geht die Erfolgsstory noch weiter, so würde ich mir allerdings wünschen, dass mir auch weiterführende Literaturangaben geboten werden. Denn diese Unterlassung finde ich ärgerlich. Den Leser für ein Werkzeug zu begeistern, ihm aber nicht zu sagen, wo er es genauer ansehen oder kaufen kann, erinnert mich an unangenehme Situationen. Es ist, also ob mir jemand eine köstliche Praline offeriert, aber verheimlicht, wo ich eine ganze Packung kriegen könnte.
Im Rahmen meiner eigenen Arbeit und Interessen, beschäftige ich mich intensiv mit Wissensmanagement. Und zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass mir tatsächlich viele der vorgestellten Methoden und Werkzeuge unbekannt waren. Zwar fand ich einige alten Bekannten unter neuem Namen oder als Schnittmengen vorgestellter Einzelteile wieder, aber dennoch ist die Übersicht beeindruckend. Gefallen hat mir auch die Kürze der Vorstellungen. Die Autoren gehen richtigerweise davon aus, dass ihre Leser meist keine Zeit haben, seitenlange Beschreibungen durchzuackern. Also konzentrieren sie sich auf das absolut Wesentliche. Unter den Überschriften "Charakteristik, Praktische Umsetzung, Wichtig, Technische Voraussetzungen/Hilfsmittel und Zusammenfassung" bringen sie ganze Theorien auf den Punkt. Ausserdem erleichtern sie dem Leser die Aufnahme von Wissen, indem sie die speziellen Kennzeichen eines Werkzeuges auch grafisch darstellen. Wirklich toll gemacht.
Mein Fazit: Das Buch empfehle ich allen, die sich für Wissensmanagement interessieren und nach Werkzeugen suchen, die ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben entgegenkommen. Schneller kann man sich wohl kaum über so viele Angebote einen Überblick verschaffen. Schade ist nur, dass die Autoren dem Leser keine Anhaltspunkte geben, wo sie noch mehr Informationen über ihr Lieblingswerkzeug erhalten könnten. Das Literaturverzeichnis am Schluss des Buches erfüllt diese Aufgabe jedenfalls nicht.