Wohl die überwiegende Zahl aller Studierenden hat es selbst erfahren, dass im Studium zwar viel Wissen vermittelt wird, es aber allzu oft an Hinweisen von Seiten der Hochschullehrer mangelt, wie man diese Informationsflut sinnvoll verarbeiten kann, geschweige denn wie man es anstellt, darüber hinaus zu einer eigenen, wissenschaftlich fundierten Sichtweise zu kommen und wie man diese dann auch noch anderen Personen sach- und fachgerecht vermitteln kann.
Die beiden Autoren, eine Bildungsreferentin und ein Hochschullehrer, beanstanden daher zu Recht, dass diese Metakompetenzen, also die Fähigkeiten zur Aneignung und Verarbeitung von Wissen an den Hochschulen viel zu kurz kommen. Dieser harte, aber oft berechtigte Vorwurf sollte den Hochschullehrern aus zwei Gründen zu denken geben, denn 1. veralten die Metakompetenzen viel langsamer als so manches Detailwissen und 2. spielen gerade die Denk- und Argumentationsfähigkeit sowie die Kreativität bei der Lösung von Aufgaben in der Beurteilung der Studienleistungen eine herausragende Rolle - oder sie sollten es zumindest tun.
Man muss den Autoren daher wirklich danken, dass sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit ihrem Buch dieses Wissensdefizit der Studierenden zu schließen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: dies ist mit Sicherheit das beste Buch, das in den vergangenen Jahren zum Thema erschienen ist, es ist ein Standardwerk, das jeder Studierende kennen sollte! Auf über 300 Seiten werden hier alle wichtigen Fragen zur Wissensaufnahme, zur Erstellung eigener wissenschaftlicher Arbeiten, zur gelungenen Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse bis hin zur effektiven Zeitplanung, zur Studienorganisation und zur Prüfungsvorbereitung erörtert. Die Autoren liefern zu jedem der genannten Punkte eine Fülle an Beispielen, geben Tipps zur Verbesserung der Aufnahmeleistung beim Lesen, bieten Formulierungshilfen für schriftliche Arbeiten, benennen hilfreiche Internetadressen zu Literaturdatenbanken usw. usw. Überzeugen Sie sich selbst und sehen Sie sich das Inhaltsverzeichnis in der Vorschau an!
Ebenso positiv hervorzuheben wie die Inhalte des Buches sind auch die formale Gestaltung (mit einem Stichwortverzeichnis am Rand, das das Auffinden von Textstellen erleichtert) und der Schreibstil der Autoren. Nie ist der Text langatmig oder gar langweilig, sondern trotz der hohen Informationsdichte stets leicht lesbar und nachvollziehbar formuliert. Und nicht zuletzt soll hier der moderate Preis erwähnt werden, denn die finanzielle Ausgabe wird durch die Vielfalt an Hilfestellungen mehr als wettgemacht. All das macht dieses Buch zu einem Werkzeug, das man immer wieder gern zur Hand nimmt - und dem man nur eine möglichst weite Verbreitung wünschen kann.