In diesem Buch stehen die technischen Aspekte bei der Erstellung von Seminar- und Abschlussarbeiten und der damit verbundene Einsatz des Computers im Mittelpunkt. Dementsprechend ausführlich wird die formale Gestaltung von Inhaltsverzeichnissen, Hauptteilen, Fußnoten, Anhängen und Literaturverzeichnissen behandelt. Auch dem Zitieren ist ein größerer Abschnitt gewidmet. Ein umfangreiches Inhaltsverzeichnis erleichtert dabei die Suche nach bestimmten Stichworten. Organisatorisches wie eine sinnvolle Zeitplanung, kluge Themenwahl und strategische Literatursuche sowie die inhaltlichen Aspekte wissenschaftlichen Argumentierens und Schreibens werden zwar ebenfalls angesprochen, nehmen jedoch insgesamt eine untergeordnete Rolle ein.
Etwas irritiert hat mich, dass manche technischen Details so ausführlich behandelt werden, dass der Bezug zum Titel des Buches kaum noch erkennbar ist. Das gilt z.B. für die Erläuterungen der Adressen im Internet, die obendrein nicht immer korrekt sind. So wird die elektronische Post meist Email statt E-Mail genannt, der URL gelegentlich die URL und auch noch mit der ISBN gedruckter Bücher gleichgesetzt (S. 27). Das ist jedoch beides falsch, denn es heißt der und nicht die Locator, und die Parallele zur ISBN ist der URN.
Außerdem halten sich die Autoren leider selbst nicht immer an ihre eigenen, durchaus sinnvollen Empfehlungen. Sie schreiben zwar zu Recht, dass Stilelemente sparsam eingesetzt werden sollten und sich Großschrift und Unterstreichungen nicht für Hervorhebungen eignen, doch verwenden sie dafür in ihrem Werk nahezu alle anderen Gestaltungsmittel wie Schriftgrößen- und Schriftartenwechsel, Kursiv- und Fettschrift (diese gern auch in Kombination), Icons, Smileys und Tabellen in teilweise solcher Dichte, dass man Probleme hat, sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Vom inhaltlich auch noch falsch zitierten Postulat 'form follows function' (S. 69) ist demzufolge wenig zu merken. Außerdem lieben sie Apostrophe, also Zeichen, mit denen man üblicherweise Wörter kennzeichnet, die nicht genau das ausdrücken, was man sagen will, im Sinne von: Sie wissen schon, was ich meine. Gerade in einem Buch über wissenschaftliche Arbeiten scheint mir das wenig angebracht.
Etwas verwundert war ich schließlich auch über die Werbung auf den ersten und letzten Seiten des Buches, denn das heißt doch, dass der Druck doppelt bezahlt wird, nämlich von den Käufern und den Werbenden. Daher ist der Preis durchaus als hoch einzustufen, zumal andere Werke zum gleichen Thema ähnlich viel kosten und dabei ohne Werbung auskommen.
Fazit: Aufgrund seiner Informationsfülle ist das Buch ein hilfreicher Ratgeber bei Fragen zu den technischen Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens; bei konzeptionellen Fragen sollte man dagegen noch andere Werke zu Rate ziehen.