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Wissenschaft und moderne Welt (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Wissenschaft und moderne Welt (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Alfred North Whitehead , Hans Günter Holl
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 259 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (24. Oktober 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518283537
  • ISBN-13: 978-3518283530
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.608 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Alfred North Whitehead
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

1861 geboren am 15. Februar in Ramsgate/Kent
als Sohn des Privatschulleiters und Pastors Alfred Whitehead und der Maria Sarah Whitehead, geb. Buckmaster.
1875 Eintritt in das Internat Sherborne in Dorsetshire, England, das
Whitehead für seine Ausbildung in den klassischen Sprachen lobt.
1880 Eintritt ins Trinity College, Cambridge zum Studium der Mathematik.
1884 B. A. im Trinity College, Ernennung zum Fellow und zum Dozenten für angewandte Mathematik.
1890 Heirat mit Evelyn Willoughby Wade.
1891 Geburt des Sohnes Thomas North.
1893 Geburt der Tochter Jessie Marie.
1898 A Treatise on Universal Algebra.
Geburt des Sohnes Eric Alfred.
1900 Zusammen mit Bertrand Russell Besuch des Ersten Intemationalen Kongresses für Philosophie in Paris. Bekanntschaft mit Peano.
1903 Whitehead gibt die Pläne für einen zweiten Band des Treatise on
Universal Algebra
auf, ebenso wie Russell seinen Plan einer Fortsetzung der Principles of Mathematics. Whitehead und Russell entscheiden sich zur Zusammenarbeit. Wahl zum Fellow der Royal Society (F.R.S.). Senior Lecturer für angewandte Mathematik.
1905 D. Sc. des Trinity College.
1910 Principia Mathematica, Bd. I (Bd. 11 1912, Bd. 111 1913, der vierte
wird fallengelassen). Niederlegung der Dozentur am Trinity
College, Umzug nach London.
1911 Dozent für angewandte Mathematik am University College,
London, später Professor für angewandte Mathematik am Imperial College of Science and Technology, London.
1914 Besuch des ersten Kongresses für Mathematische Philosophie in
Paris. Vortrag über die relationale Theorie des Raumes.
1919 Senator (seit 1921 Dekan) der Fakultät für Naturwissenschaften
der Universität London. Principles of Natural Knowledge, Tarner Lecturer; diese Vorlesungen erscheinen
1920 unter dem Titel The Concept of Nature. D. Sc. der Universität
Manchester.
1922 The Principles of Relativity with Applications to Physical Science.
1924 Niederlegung der Londoner Professur und Annahme eines Rufes
auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Harvard
in Cambridge, Massachusetts.
1925 Lowell Lecturer, Science and the Modern World.
1926 Lowell Lecturer, Religion in the Making.
1927 Barbour-Page Lecturer der Universität Virginia,
Symbolism. Its Meaning and Effect.
1927/28 Gifford Lecturer an der Universität Edinburgh. Die Vorlesungen erscheinen unter dem Titel Process and Reality. An Essay in Cosmology im darauffolgenden Jahr.
1929 Louis Clark Vanuxem Lecturer der Universität Princeton, The Function of Reason.
1929/30 Mary Flexner Lecturer am Bryn Mawr College. Diese Vorlesungen werden zusammen mit anderen, die Whitehead am Dortmouth College und als Davis Lecturer in Columbia gehalten hat,
1933 unter dem Titel The Adventures of Ideas veröffentlicht.
1931 Fellow der British Academy (F.B.A.).
1933 Vorlesungen an der Universität Chicago, die später unter dem
Titel Nature and Life veröffentlicht und in der Sammlung Modes of Thought aufgenommen werden.
1937 Emeritierung in Harvard.
1937/38 Vorlesungen am Wellesley College, die zusammen mit denen in Chicago als Modes of Tought veröffentlicht werden.
1941 Ingersoll Vorlesung an der Universität Harvard, unter dem Titel
»Immortality« in dem Whitehead gewidmeten Band der Library of Living Philosophers wiedergegeben. Darin auch eine autobiographische Notiz.
1945 Order of Merit.
1947 Herausgabe einer Aufsatzsammlung unter dem Titel
Essays in Science and Philosophy.
Whitehead stirbt am 30. Dezember in Cambridge, Massachusetts.
Seine Asche wurde am 6. Januar 1948 auf dem Friedhof der
Harvard Memorial Church verstreut.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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ratio sufficiens 5. Februar 2011
Format:Taschenbuch
Der Autor, zuletzt Professor an der Harvard-Universität, war einer der bedeutendsten angelsächsischen Philosophen seiner Zeit. Er kam von der Mathematik und Naturwissenschaft zur Philosophie. Whitehead sieht sich als Realist. Die Welt ist ihm nicht nur subjektive Vorstellung, sondern besteht aus »real seienden Wesenheiten«, aus »real seienden Momenten«, die er sich in der Art der Leibnizischen Monaden denkt. Sie stehen nämlich auch in Verbindung mit der Gesamtheit des Seins überhaupt.
Es war nach Whitehead einer der größten Fehler des neuzeitlichen mathematisch-naturwissenschaftlichen Denkens, dass es die Dinge für sich allein nahm und in der Substanz etwas Getrenntes, nur für sich Seiendes erblickte. Die ganze moderne Kategorienlehre baue auf diesem Irrtum auf, wenn sie Subjekt, Objekt, Prädikat, Substanz, Partikuläres, Universales auseinanderreißt. In Wirklichkeit stehe alles miteinander in Verbindung. Und zwar »erfühlt« jede real seiende Wesenheit die anderen. Dies geschieht deswegen, weil alles sich gegenseitig durchdringt. Wie bei Leibniz sind nämlich die real seienden Wesenheiten dynamische Einheiten, die stets aufeinander wirken. So werden sie zum »Objekt des Fühlens«. Damit besteht alles Seiende aus lauter Organismen. Die Intensität ihres Lebens weise allerdings verschiedene Stufen auf. Erst auf höheren Stufen findet sich Bewusstsein in eigentlichem Sinn. Seine Vorformen sind aber überall da. Darum geschieht auch die Realitätserfassung nicht im Denken, sondern im Fühlen des lebendigen Organismus. Das Denken sei künstliche Abstraktion, Zerreißung des Lebenszusammenhangs. Der Lebenszusammenhang selbst ist die echte Realität.
Whitehead ist aber kein irrationalistischer Lebensphilosoph. Er fordert zwar auch eine Intuition. Gerade hier aber greifen nun die »ewigen Objekte« ein, die platonischen Ideen, und in ihnen erst wird das Wirkliche gelesen und zur Erfahrung erhoben. Whitehead will bewusst Platoniker sein. Die ganze abendländische Philosophie besteht ja ohnehin nur aus Fußnoten zu Platon, meint er. Erst durch eine Bezugnahme auf das Ideelle in den ewigen Objekten werde der Prozess vor dem Verströmen bewahrt und zur Realität gemacht, was eben die grundlegende Erkenntnis Platons gewesen sei. Whiteheads ewige Objekte unterscheiden sich aber von den platonischen Ideen insofern, als sie »Möglichkeiten« sein sollen. Trotzdem sind sie nicht ohnmächtig. Sie können als Möglichkeit bezeichnet werden, insofern Strömen, Drang und Gefühl des Realen das Medium sind, worin und wodurch sie erscheinen können. Anderseits ist aber auch das Werden und die Realität nur möglich durch das Ideelle. Die Formen, in denen das raum-zeitliche Strömen erst Gestalt annimmt, sind also ideeller Natur. Sie werden auch nur intuitiv erfasst, nicht aber durch eine Abstraktion im Sinne des Empirismus; denn das raum-zeitliche Geschehen ist nicht Quelle der Wahrheit, sondern hat nur Symbolcharakter.
Erst hinter dem Symbol stehen die seienden Wesenheiten der ewigen Objekte. Sie erklären auch den Zusammenhang aller Dinge, denn in der platonischen »Gemeinschaft der Arten« bildet ja das Sein eine einzige Verwandtschaft, wie es schon im Menon heißt. Whitehead nimmt daher an, dass der Geist, wenn er auch für uns Menschen immer nur innerhalb der realen Körperwelt auftritt, sehr wohl auch als für sich bestehend gedacht werden könne. Auch die Unsterblichkeit der Seele könne durch besondere religiöse Erfahrungen vielleicht begründet werden. Und darum gibt es für Whitehead auch einen Gott, der ein metaphysisches Prinzip ist. Er ist jenes bestimmende Moment, das aus dem allgemeinen Drang und den ewigen, auch immer allgemeinen Wesenheiten je und je etwas Bestimmtes macht, was wieder an Leibniz erinnert, an seine oberste ratio sufficiens nämlich, die allein genügt, um das Existentielle jeweils in seiner Diesheit zu erklären.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hier ist nicht der Raum um auch nur annähernd die Ideenfülle anzudeuten, die in der Philosophie Whiteheads beheimatet ist.

Deshalb nur zwei Aspekte:

1. Whitehead schreibt exzellent.(Deshalb lieber die englische Version kaufen, es lohnt sich allein schon wegen der Art und Weise, wie er schreibt)

2. Whitehead deutet hier nicht nur sein eigenes metaphysisches System (welches in der von Descartes ausgehenden Tradition einer Revolution gleicht) an, welches in Prozess und Realität entfaltet wird. Ihm gelingt es auch, dem Leser einen glasklaren Einblick in die Wurzeln und zentralen Pardigmen der europäischen Denk- ,Kultur- und Wissensschaftsgeschichte zu geben.

Dieses Buch sollte jeder lesen. Nicht nur weil es unglaublich interessant ist. Die Philosophie Whitehead' s schwingt sich im Moment vor allem in den Biowissenschfaten zu dem Paradigma schlechthin auf. Vielleicht gewagt, aber dennoch: Die Philosophie Whitehead's wird der theoretische Unterbau des wissenschaftlichen Mainstreams in 25 Jahren sein.
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