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Wissenschaft und Öffentlichkeit als Ressourcen füreinander: Studien zur Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert Broschiert – 5. November 2007


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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Arne Schirrmacher, Dr. rer. nat., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte am Deutschen Museum. Sybilla Nikolow, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Frage, was Wissenschaft ist, wird nicht allein an den Orten der wissenschaftlichen Praxis entschieden, sondern auch in der Öffentlichkeit. Das gilt nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. Die Wissensproduktion war in unterschiedlichem Maße seit ihrem historischen Ursprung von ihrem Verhältnis zur Öffentlichkeit geprägt. Da die Öffentlichkeit an der Definition und Abgrenzung dessen, was und was nicht als Wissenschaft gelten durfte, immer schon mitbeteiligt war und der Wissenschaft dadurch gesellschaftliche Anerkennung verschaffte oder vorenthielt, haben sich beide Bereiche in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander entwickelt. Auch wenn das, was heute in demokratischen Gesellschaften als Öffentlichkeit bezeichnet wird, sich erst im bürgerlichen Zeitalter herausgebildet hat, ist die Produktion von Wissen von Beginn an durch ihren jeweiligen gesellschaftlichen Kontext geprägt worden, in dem ihre Praxis eingebettet war. Die Betrachtung der Beziehung von Wissenschaft und Öffentlichkeit erlaubt daher auch Einblicke in die Gesellschaft der entsprechenden Epoche. Kontext der Wissenschaft konnten und können für bestimmte Zeiten und Orte Bereiche wie Religion, Politik oder Wirtschaft sein. Von dort schöpften Wissenschaftler Motivationen für ihre Forschung, aus diesen Gesellschaftsbereichen wurden aber auch bestimmte Erwartungen, Nachfragen und Bedürfnisse an sie herangetragen. Die Besonderheiten des Beziehungsgeflechts aus Wissenschaft und Öffentlichkeit in der modernen Gesellschaft sind kein Sonderfall der Geschichte, sondern kennzeichnen gravierende Veränderungen auf beiden Seiten. Die verbreitete Rede von der Öffentlichkeit erscheint unangemessen, aber auch der bloße Verweis auf sektorale Öffentlichkeiten ist nicht hinreichend, um über das Publikum der Wissenschaft Aufschluss zu gewinnen. Wissenschaft und die aus und parallel zu ihr hervorgegangene Technik waren stets selbst daran beteiligt, den öffentlichen Kommunikationsraum auszuweiten, zu vervielfältigen und zu fragmentieren. Die sich hier formierenden Öffentlichkeiten existieren indes nicht als eigenständige, unverwechselbare und beständig festgelegte Akteure. Sie realisieren sich erst in der Praxis durch Prozesse der Kommunikation. Daher liegt es nahe, den Vermittlungs- und Verbreitungsmedien ein besonderes Gewicht in der historischen Analyse zu geben. In diesem Vorgang gewannen die Wissenschaften im 20. Jahrhundert gerade auch mit Hilfe der Medien an öffentlichem Ansehen. Dieses öffentliche Bild blieb aber auch nicht von negativer Kritik verschont, hatten doch die Wissenschaften gerade in diesem Jahrhundert mit den vielleicht größten Vertrauenskrisen in ihrer Geschichte zu kämpfen. Der vorliegende Band versucht, sich aus drei Perspektiven dem Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu nähern: Er plädiert erstens für eine konsequente Historisierung und Kontextualisierung der Beziehungsgeschichte zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit mit Hilfe von Fallstudien und vergleichenden Analysen, die das Ziel verfolgen, das komplexe Beziehungsgeflecht herauszuarbeiten. Dabei geht der Blick auf die Relation von Wissenschaft und Öffentlichkeit immer in beide Richtungen. Gesucht wird nach der Mobilisierung von Ressourcen füreinander, einem Prozess, in dem beide Seiten eng miteinander verbunden sind. Betrachtet werden verschiedene Wissenschaftsobjekte (Atome, Vitamine), Wissensfelder (Eugenik, Volkskunde) sowie Konzepte und wissenschaftliche Weltentwürfe, wie sie von den Wissenschaften im Zusammenspiel mit dem jeweiligen adressierten und interessierten Publikum - das durchaus differieren konnte - entwickelt wurden. Zweitens werden dabei verschiedene Öffentlichkeiten in ihrer Haltung zu ähnlichen wissenschaftlichen Praktiken und Wissensbeständen diachron und regional verglichen. Dies ermöglicht zum Beispiel für die Eugenik einen internationalen Vergleich und für die Volkskunde einen historischen Längsschnitt durch verschiedene politische Systeme des 20. Jahrhunderts. Neben der Frage, welche Wissenschaft jeweils mit welcher Öffentlichkeit im konkreten Fall in Beziehung trat, gilt unser Interesse aber auch den Vermittlungsprozessen selbst, so der Visualisierung und Fiktionalisierung in populären Medien am Beispiel von Abbildungen und Romanen sowie den Vereinen als gesellschaftlichen Räumen, in denen wissenschaftliche Deutungsmuster mit gesellschaftlichen Werten in Beziehung gesetzt wurden. Drittens soll mit dem Band der regionale Ansatz bisheriger Beziehungsgeschichten gewinnbringend erweitert werden. Die Beiträge konzentrieren sich dabei auf das 20. Jahrhundert und die der wissenschaftlichen Moderne und modernen Gesellschaft vorausgehende Entwicklung. Diese Epoche erscheint besonders aufschlussreich, weil sie allgemein für den Wandel von der vornehmlich bürgerlichen Öffentlichkeit der Wenigen zur demokratischen Öffentlichkeit der Vielen und von einer disziplinär verfassten Wissenschaft zur so genannten postnormalen Wissensordnung der Wissensgesellschaft steht. Da diese Entwicklung bis an die unmittelbare Gegenwart heranreicht, können die Ergebnisse des Bandes auch dabei helfen, den aktuellen Debatten über ein angemesseneres Verhältnis zwischen Wissenschaften und ihren Öffentlichkeiten die relevante historische Grundlage zu geben.

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