Ein weiterer Roman des Autorenduos Karola Hagemann und Ilka Stitz unter dem gemeinsamen Pseudonym 'Malachy Hyde' - ein neuer Fall für den Ermittler Silvanus Rhodius.
Zum Inhalt: Die Stadt Pergamon in der römischen Provinz Kleinasien wird von Flüchtlingen überschwemmt. Das Lager ist längst überlaufen, die Essensrationen werden immer knapper bemessen und bei den Pergamenern macht sich immer mehr Unmut über die allmählich schwächelnde wirtschaftliche Lage der Stadt breit, die der stetig steigenden Menge an Vertriebenen nicht gewachsen ist - die Situation ist äußerst angespannt.
Und plötzlich wird die grausam verstümmelte Leiche einer bildhübschen Sklavin gefunden.
Marcus Antonius, Herrscher über den Osten des Römischen Reiches, beauftragt wieder einmal den etwas dicklichen, liebenswerten Silvanus Rhodius, der sich bereits in der Vergangenheit erfolglos vor der Ermittlerrolle zu drücken versucht hat, mit den Untersuchungen. Der sieht anstrengende Zeiten auf sich zukommen: Zusätzlich soll er nämlich auch die Leitung des Flüchtlingslagers übernehmen, eine nicht ganz leichte Aufgabe, die ihm aber die Anerkennung Antonius' und damit beruflichen Aufstieg verschaffen könnte. Dabei würde er sich eigentlich viel lieber weiterhin der äußerst angenehmen Entschlackungskur in den Thermen der Stadt widmen. Doch alle genüssliche Bequemlichkeit kommt gegen seinen beruflichen Ehrgeiz, seinen ausgeprägten Spürsinn und kriminalistische Neugierde nicht an, und so macht er sich an die Untersuchungen.
Kaum hat er die ersten Zeugenbefragungen abgeschlossen, tauchen weitere Leichen auf. Es scheint sich um eine ganze Serie von unheimlichen Ritualmorden zu handeln, und Silvanus versucht verzweifelt, hinter das Geheimnis dieser Greueltaten zu kommen. Dabei stehen ihm die beiden selbstbewussten Frauen Laelia und Illicia, die er noch aus Dydima kennt, mit Rat und Tat zur Seite ...
-----
Dank umfassender Geschichtskenntnisse, guter Recherchen und kriminalistischem Fachwissen ist das Romangeschehen sehr glaubwürdig, anschaulich geschildert und entbehrt ob der politischen und menschlichen Konflikte auch nicht einer gewissen Aktualität.
In der zentralen Figur Silvanus Rhodius hat Malachy Hyde einen in der Mischung aus männlicher Selbstgefälligkeit, Bequemlichkeit und gewitztem Verstand äußerst sympathischen Ermittler geschaffen, dem mit Laelia und Illicia zwei ebenso schöne wie selbstbewusste Frauen zur Seite gestellt werden, die auf ihre unerschrockene, eigenwillige Art die Ermittlungen vorantreiben und sich immer wieder gegen die unterdrückte Rolle der Frau in der männlich orientierten römischen Gesellschaft auflehnen.
Ein facettenreicher, sehr vergnüglicher und vor allem spannender Roman - meint -
Reinhard Busse