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Meiner Meinung nach haben Nightwish mit Wishmaster bis heute ihr Meisterwerk abgeliefert. Es ist das einzige aus der Sammlung, welches ich mir auch nach knapp einem Jahr, in dem ich es besitze noch pausenlos anhören kann, ohne das es in irgend einer Art langweilig wird.
Wishmaster überzeugt vor allem durch sehr ausdrucksstarke und auch eingängige Songs, wobei ich besonders die Ballade "Two for Tragedy" sowie "Dead Boy's Poem" hervorheben möchte, welche oft Gänsehaut hervorrufen können.
Aber auch die restlichen Titel sind genial und vor allem auch qualitativ super aufgenommen, was bei den Vorgängern ("Angels fall first" und teilweise auch "Oceanborn") vereinzelt etwas amateurhaft, vor allem in der männlichen Stimme wirkte.
Einzig und allein "Crownless" konnte mich nie wirklich mitreißen und wirkte auf mich immer ein wenig monoton und inhaltslos, aber kraftig, dahinplätschernd.
Wie gewohnt werde ich alle Tracks einzeln ansprechen:
Track 1 She is my Sin
Ein knalliger Opener, der mich immer wieder an einen weiblichen Dämonen denken lässt. "Bless me, undress me...." Düstere Verführung im Nightwish Format!
Track 2 The Kinslayer
Bei dem Song ist eine geniale Power dahinter. Die Thematik befasst sich mit dem Schulmassaker in Littelton (USA). Der Song ist allgemeiner, trifft aber einige Kritikpunkte genau und das Gesangsduell männlich - weiblich ist einfach göttlich.
Track 3 Come Cover Me
Ein bisschen sanft, ein bisschen hart! Eine wunderbare Mischung zwischen Ballade und Power.
Track 4 Wanderlust
Ein fröhliches Lied frei von Sorge, was zum Träumen einläd. Inspiriert von der Drachenlanze Roman-Serie von Margeret Weis & Tracy Hickman!
Track 5 Two for Tragedy
Eine typische Nightwish Ballade, die von Tarjas gewaltiger Stimme lebt. Bei mir nicht der Balladen Favorit, aber das muss ja nichts heißen
Track 6 Wishmaster
Der Namespatron des Albums lässt es so richtig krachen. Ein Bomben-Refrain und fantastiasche Lyrics (Anspielungen auf Drachenlanze, sowie Herr der Ringe) machen diesen Song zu einem der besten überhaupt.
Track 7 Bare Grace Misery
Der Track gehört bei mir klar in die gleiche Ecke wie "She is my Sin". Ähnliche Provokationen wie beim o.g. Track.
Track 8 Crownless
Auch ein recht schneller Track mit super Gitarren Sound, der die Artus Saga als Grundthema hat, sie aber auch in unsere Welt übergreifen lässt.
Track 9 Deep Silent Complete
Ein sehr mysteriöses Lied. Die genaue Absicht hat sich mir noch nicht offenbart. Der Sound ist nachwievor einmalig und man merkt, wie sehr Tarja ihre Stimme beherrscht.
Track 10 Dead Boy's Poem
Der, für mich, beste Track das Albums. Sich immer weiter steigernd, gewinnt der Song mit jeder Sekunde mehr an Dramatik, bis schließlich der Abschiedsbrief des Poeten vorgelesen wird, der sich, dem Inhalt nach, umgebracht hat. EIn Song, bie dem einem die Tränen kommen können.
"And you...I wish I didn't feel for you anymore...."
Track 11 Fantasmic
Ein sehr lange Track in 3 Abschnitte gegliedert. Thema ist eigentlich sämtliche Fantasy, die durcheinander gemixt wird. Sowohl die 2 schnellen, als auch der langsame mittlere Teil sind wunderbar zu hören, besonders die Flöten zwischendurch.
Insgesamt:
Mein Insgesamt Urteil fält wie gehabt einfach klasse aus. Auch wenn "Wishmaster" nicht die Tiefe von "Century Child" oder die Atmosphäre von "Oceanborn" hat, ist der Sound überwältigend und jeder Song ein musikalisches Meisterwerk.
In erster Linie fällt auf, dass der Sängerin Tarja Turunen weitaus mehr Freiraum für ihre Stimme gegeben wurde, als es noch auf „Oceanborn" der Fall war. Sie muss nicht mehr gegen dominante und manchmal wirre Instrumentierung ankämpfen, ganz im Gegenteil: Man richtet sich nach dem Gesang aus und dieser kommt dadurch viel besser zur Geltung, wie bereits der fantastische, energische Opener „She Is My Sin" beweist. Auch bei „Deep Silent Complete" wird deutlich, wie deutlich die zauberhafte Stimme Tarjas zum Ausdruck gebracht wird, denn der Refrain besteht einzig aus einer von ihr inszenierten Melodie - ohne Text versteht sich. Zudem wurde diesmal nahezu gänzlich auf männliche Gesangsparts verzichtet. Einzig bei dem herausragenden und unglaublich kraftvollen Lied „The Kinslayer", welches sich thematisch mit dem Schulmassaker in Littleton befasst, mischt eine Männerstimme gesanglich mit, die aber keinen wesentlichen Teil übernimmt. Das schadet der Platte jedoch keineswegs, denn obwohl sie nicht mehr ganz so hart ist wie Vorgänger, gibt es dennoch viele bombastische Nightwish- Hymnen, allen voraus der Konzertliebling und Titeltrack „Wishmaster". Auch ruhigere Klänge muss man nicht missen, denn Freunde der melancholischen Nightwish- Titel werden mit Sicherheit das traurige „Two For Tragedy" in ihr Herz schließen und spätestens beim wunderschönen, epischen Meisterwerk „Dead Boy's Poem" schwach werden. Ansonsten findet man überwiegend Midtempo- Nummern vor, wie zum Beispiel das schöne „Come Cover Me" oder das irgendwie harmonische, liebliche „Bare Grace Misery".
Mein persönlicher Favorit ist jedoch eindeutig der letzte und gleichzeitig längste Song auf dieser Platte, und zwar „FantasMic". Bei über acht Minuten Spielzeit bieten Nightwish ihrer Hörerschaft einen fulminanten Eindruck ihres Könnens. Es ist hart, dann wieder ruhig, ein wenig verspielt und insgesamt voller Überraschungen. Schon alleine dafür lohnt sich die Investition in dieses Album. Es dominieren weiterhin die Keyboardklänge, welche noch stärker zum Einsatz kommen als auf „Oceanborn" und den einzelnen Titeln einen roten Faden verleihen, wie es zum Beispiel beim flotten „Wanderlust" der Fall ist. Das schenkt den Liedern Struktur und lässt das Album umso mehr als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk erscheinen.
Es ist sehr beachtlich, dass Nightwish dem Druck standhalten konnten und einen ebenwürdigen Nachfolger für ihr Meisterwerk „Oceanborn" aus dem Ärmel gezaubert haben. Die Arrangements sind ausgefeilt, die Titel abwechslungsreich, die Aufmachung schön anzusehen und Tarjas Stimmgewalt ist ausgereifter und wohlklingender als je zuvor. Fans haben das Album sowieso schon und Freunde von „Oceanborn" können getrost zugreifen. Wer meint, Nightwish haben schon immer so geklungen wie beim Chartstürmer „Nemo", wird mit dieser Platte eines Besseren belehrt. Der Begriff „besser" spricht dabei Bände. Diese Perle sollte man sich nicht entgehen lassen.
Anspieltipps: "The Kinslayer", "Dead Boy's Poem", "FantasMic"
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