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69 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hommage an die Melancholie, 8. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Wish You Were Here (Audio CD)
Zu ,Wish You Were Here’ hatte ich immer ein eigenartig zwiespältiges Verhältnis: Einerseits bewunderte ich die Atmosphäre, das emotionale Pathos, die räumliche Weite dieser Musik, die wie keine andere das zurückgezogene Lebensgefühl meiner Generation zum Ausdruck gebracht hat. Sie hat mich schon durch sehr verschiedene Lebensphasen begleitet - ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie ich ,Wish You Were Here' im Krankenhaus mit Blick auf den tristen Innenhof und kahle Bäume hörte. Andererseits sah ich es immer kritisch als das, was es ist: ein kommerzielles, elegisches Stück Musik, das Pink Floyd in einer Phase der Ratlosigkeit zeigt. Technisch wie musikalisch bringt sie keine nennenswerten Fortschritte, ist aber herrlich produziert, sphärisch, abgehoben, zerrissen, vielseitig, geheimnisvoll: eine einzige Hommage an Melancholie und Tristesse. Es erleichtert den Zugang, wenn sich die Texte erschließen: Sie handeln von Syd Barrett, d.h. seinem mentalen Zerfall im Besonderen und dem Musikmarkt mit seinen Härten im Allgemeinen. PF (bzw. Waters) stellen sich den eigenen Enttäuschungen, dem Scherbenhaufen ihrer Teenager-Träume (,You were caught in the crossfire of childhood and stardom, blown on the steel breeze ...’). Mein Verhältnis zu WYWH ist also das einer unglücklichen Liebe, was der Struktur der Platte durchaus entspricht. In Zeiten der Enttäuschung und Neuorientierung höre ich sie gerne, wenn es mir gut geht, meide ich sie. Sie gehört zu mir wie meine eigenen zerbrochenen Träume und Hoffnungen. Musikalisch beginnt es mit einem zwanzigminütigen Sphärenklang, der erst allmählich etwas Drive durch Bass und Schlagzeug bekommt. ,Shine on’ scheint sich im luftleeren Raum abzuspielen, jenseits der greifbaren Welt. Jeder der Musiker bekommt hier die Gelegenheit, seine Fähigkeit zur Komposition unter Beweis zu stellen: schöne Synthesizer-Melodien (Wright), wunderbare Gitarrensoli (Gilmour), präzis-einfache Bass-Arbeit (Waters). Lediglich der für PF etwas kreischende Gesang und das schwerfällige Schlagzeug lassen zu wünschen übrig. ,Shine On’ ist in zwei Teile geteilt: Der erste leitet WYWH ein, der zweite schließt es ab. Die restlichen Songs zeigen einmal mehr die Sicherheit der Gruppe in verschiedenen Stilen: Elektronik (Welcome To The Machine), Funk-Rock (Have A Cigar) und Folk (Wish You Were Here). PF bieten damit einen guten Querschnitt durch die Trends der damaligen Zeit und brauchen sich an keiner Stelle zu verstecken. Ich gebe der Platte die volle Punktzahl, trotz oder gerade wegen ihrer tief elegischen Grundstimmung. Hier hatte eine Band den Mut, die eigene Schwäche zu beleuchten und überzeugend darzustellen, ohne Wenn und Aber. Auch wenn die Musik nicht so großartig wäre, wie sie ist, würde das allein schon Respekt einflößen. Mit dieser tollen Musik zusammen kann ich nur noch staunen und zuhören, und das schon mehrere Jahrzehnte lang.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gänsehaut garantiert!, 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Wish You Were Here (Audio CD)
1975, nach dem legendären "Dark Side of the Moon" und auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Energie, brachten Pink Floyd mit "Wish You Were Here" ein durchkonzipiertes Album heraus, das mit seinen langen psychedelischen Tracks auf der einen und der vielen unvergesslich-schönen Melodien, seitens des jeweiligen Sängers oder von David Gilmours singender E-Gitarre vorgetragen, gerade als das paradigmatische Floyd-Album schlechthin zu betrachten ist. Die nur fünf Tracks der Scheibe sind ausladend durchkomponiert und glänzend arrangiert; die Mischung aus Sphärenklängen aus dem Synthesizer, einem Grundstock klassischer akustischer Rock-Instrumente und der mit Recht sehr dominanten E-Gitarre Gilmours klingt heute wie damals ebenso edel-harmonisch wie rockig-energiegeladen, was dem Facettenreichtum der verschiedenen Kompositionen sehr entgegenkommt. Zum Auftakt der Scheibe entführen uns die Floyds zunächst mit den sich langsam zu Gehör bringenden Synthie-Klängen von "Wish You Were Here" in den Weltraum; Bilder dunkler und weit entfernter Welten tun sich auf, vor allem in den Momenten, in denen David Gilmour zur Gitarre greift und melodisch-verträumt zu agieren beginnt. Minutenlang setzt sich dieser Klang-Traum fort, ehe sich Gilmours Duktus wechselt und er zu einem minimalistischen Motiv mit deutlich härterem Seitenanschlag greift, das den Übergang zur eigentlichen Song-Komposition markiert. Die Band kommt dazu und unterstützt beschwingt-stampfend im 6/8-Takt die mehr als überzeugenden und mitreißenden Melodielinien Gilmours, die schließlich kurz an leisere, sanftere Synthie-Klänge übergeben, bevor Roger Waters mit seinem gesanglichen Syd Barret-Tribut beginnt. Die simple Struktur aus Kurzstrophen und Refrain wirkt in Anbetracht der Länge und Komplexität der Gesamtkomposition so genialisch-einfach, das es eine Freude ist, einfach mal mitzusingen, um sich eine gute halbe Stunde später, zum Ende des Albums, dem zweiten, noch komplexeren, melodisch vertrackteren und instrumentalbetonteren Abschnitt des Stückes hinzugeben. Dazwischen liegen mit dem sphärisch-unheimlichen "Welcome to the Machine" und dem musikalisch packenden und textlich zynischen "Have a Cigar" zwei starke, aber trotzdem etwas im Schatten stehende Angriffe auf den Kommerzwahn der Musikindustrie. Mit dem harmonisch-akustischen Gepräge von "Wish You Were Here", dem geradezu legendären Titelsong mit seinem exzentrischen Eingangs-Gitarrensolo und seinen schmerzlichen Melodielinien, herrlich von David Gilmour gesungen, liegt das Epizentrum des Albums an vorletzter Stelle. Das herausfordernste Element des Ganzen ist schließlich der bereits erwähnte zweite Teil der "Shine On..."-Reihe; mit ihr endet eines der stärksten, weil gleichzeitig herausfordernsten wie wohlklingenden Rock-Alben aller Zeiten mehr als würdig - Gänsehaut garantiert!
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67 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vorsicht, nichts Neues ! ! ! !, 1. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Wish You Were Here (Audio CD)
Als Veröffentlichungstermin wird hier der 17.9.2007 angegeben. Wer meint, dies sei endlich eine endgültige remaster Version, so wie es z.B. Genesis oder Depeche Mode momentan vormachen, sei enttäuscht. Es handelt sich nur um eine Neuauflage des alten Katalogs von 1992 - 1994. Schade eigentlich, da Pink Floyd wie Genesis damals für eine endgültige remaster Version technisch einfach zu früh dran waren. Speziell The Wall ist leider tontechnisch unterirdisch. Amazon wird am 17.9. den Termin der Veröffentlichung wieder auf 1994 zurückdrehen. Schade nur, dass solche Hinweise nicht in der Beschreibung hinterlegt werden. 5 Sterne natürlich, da über die Wertigkeit von Wish You Were Here nicht weiters diskutiert werden muß ! Nichts desto Trotz hoffe ich, dass auch Pink Floyd und deren Tontechniker sich nochmals über die alten tapes hermachen. Immerhin habe ich in irdendeinem Audio Journal gelesen, dass Wish You Were here eventuell wie The dark Side Of The Moon als SACD erscheinen soll.
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