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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen253
4,5 von 5 Sternen
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am 8. November 2011
"Wish you were here", 1975 erstmals auf LP veröffentlicht, gehört zu den besten und meistverkauften Alben der Rockgeschichte. Insofern muss man hier nicht mehr auf die einzelnen Stücke eingehen. Die sind Legende.

Die neue remasterte Fassung ist klanglich top, der Sound ist kristallklar und transparent. Wobei man anmerken muss, dass sich Pink Floyd stets auf dem Stand des technisch Machbaren bewegten. Insofern ist der Unterschied zu den vorangegangenen CD-Ausgaben nicht gerade groß, man merkt allenfalls in Nuancen eine Verbesserung.

Das allein wäre also kein Kauf-Argument, ebenso wenig wie der schlichte Pappschuber, der bei mir schon leicht geknickt eintraf. Die abgedruckten Bandfotos von den Aufnahmesessions sind auch schon auf der CD-Ausgabe aus den 90ern enthalten; die Coverfotos von Storm Thorgerson sind hinlänglich bekannt.

Was diese "Experience Edition" empfehlenswert macht, ist die zweite CD. Sie enthält vor allem Live-Aufnahmen der Wembley-Konzerte von 1974. Damals präsentierten Pink Floyd drei nagelneue Longtracks, von denen zu diesem Zeitpunkt noch keiner veröffentlicht war: "Shine On You Crazy Diamond", "Raving and Drooling" und "You've got to be crazy" (die beiden letzteren wurden erst 1977 auf "Animals" in überarbeiteten Fassungen als "Sheep" bzw. "Dogs" herausgebracht). Bislang gab es die 74er Konzerte auf ganz passablen Bootlegs zu hören. Jetzt erscheinen sie erstmals offiziell, und zwar mächtig aufpoliert und neu zusammengesetzt. Klangtechnisch hat man noch einiges herausholen können. Als ob Waters vor einem im Wohnzimmer stehen würde... Klasse.

Es handelt sich zwar nur um einen Ausschnitt der damaligen Shows, doch vermittelt die CD einen Eindruck von den Pink-Floyd-Tourneen der 70er. Kurios: Obwohl es das erfolgreichste Jahrzehnt der Band war, erscheinen erst jetzt offiziell Konzertaufnahmen aus dieser Dekade - überfällig!

Natürlich wären "Raving and Drooling" und "You've got to be crazy" auch als Bonus für die mögliche "Animals"-Neuauflage interessant gewesen, auf die viele Fans hoffen. Doch von diesen zwei Stücken dürfte es noch andere verwertbare Aufnahmen geben, z.B. von der 75er US-Tour oder eben von der "Animals"-Tour 1977. Diese Stücke entwickelten sich ja mit der Zeit, daher gibt es mehrere Versionen. Auf der vorliegenden WYWH-Neuauflage haben sie ihre Berechtigung, weil sie aus dieser Phase stammen, oft zusammen gespielt wurden und damals sogar im Gespräch war, sie auf eine Platte zu packen.

Ansonsten enthält die Bonus-CD noch alternative Versionen von "Wish you were here" (mit Geige) und "Have a Cigar" (mit Gesang Waters) sowie ein Fragment der "Household Objects"-Sessions, bei denen auf Gegenständen aus der Küche musiziert wurde - ein Experiment, das die Band rasch aufgab. Man hört hier die "singenden" Weingläser, unterlegt mit Synthies. Darauf basierte das Intro von "Shine on..." Wer hier also auf Exotischeres hoffte, dürfte etwas entäuscht sein.

Das tut der Höchstwertung und der Kaufempfehlung aber keinen Abbruch.
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am 23. September 2011
Die Musik ist über allem erhaben. Ich möchte mich zur technischen Umsetzung äußern, da ich glaube, dass dies viele interessiert. Heute Morgen habe ich mir das 94er Remaster angehört. Kurze Zeit später brachte mir der Postbote die neue Version. Sofort hörte ich mir das Werk in Gänze an. Ich bin sehr zufrieden. Hier wurde nicht künstlich klingend an der Dynamik geschraubt, so wie dies bei anderen Werken zum Leidwesen vieler oftmals vorgekommen ist. Das Ergebnis war dann eher enttäuschend. Es klang "schrill", unausgewogen und brachte somit keine qualitative Verbesserung. Das ist hier anders. Man hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Hier wird der Eindruck vermittelt, dass behutsam aber gezielt vorgegangen wurde. Ein "Grauschleier" wurde gelüftet-so will ich es nennen-und dies ohne Effektheischerei. Der Ton ist klar und gibt mehr Details frei als auf dem 94er Remaster. Er ist luftig und somit sehr überzeugend. Ich bin begeistert.
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am 18. November 2011
Ich gehöre tatsächlich zu denen, die jahrelang auf diese SA-CD gewartet haben. Wahrscheinlich so lange, daß viele schon gar nicht mehr wissen, was eine Super Audio CD überhaupt ist. Im Zeitalter von iTunes und MP3 entgeht der Allgemeinheit leider die Möglichkeit, Musik auf höchstem technischen Niveau zu erleben. Daher gibt es nur eine relativ kleine Gemeinde, die SA-CDs in ihrer voller Leistungsbreite genießen können. Eigentlich schade, wenn man die vorliegende Ausgabe als Beispiel nimmt.

WYWH war für mich schon seit dem ersten hören in den 70er Jahren eines der beeindruckendsten Klangerlebnisse. Musik zum Eintauchen. Eine Musik, die sich auf einzigartige Weise entwickelt und steigert, aber nie laut oder krachig wird. Wunderschönes Gitarrenspiel, sehr gefühlvolle Texte. Und natürlich die einmaligen Klangfelder der keyboards. Ein in sich sehr geschlossenes Werk.

Schon damals wünschte ich mir noch mehr Raum für diese Musik, noch mehr Klang. Und genau das bekommt man mit diesem neuen Mix. Zum Glück ein Klang, der auf Effekthascherei, wie sie bei Filmen erwünscht und notwendig sein kann, verzichtet. Und dennoch hält die Scheibe Überraschungen bereit, die es sich lohnt zu entdecken. Erzählen werde ich sie hier nicht ;-)

Was mich auch fasziniert, ist die klare Trennung der einzelnen Stimmen. Immerhin stammen die Master aus dem Jahre 1975! kein Rauschen, druckvolle Bässe, keine Verzerrungen. Nach dem ersten Durchhören (natürlich in einem Stück) saß ich nur da und dachte mir: was wurde damals für geile Musik gemacht.

Die Ausstattung ist gut geraten, komplett mit den Postkarten. Auch hier werden iTuner jammern: "...die paßt ja gar nicht in mein Regal". Tja, Buch ist nicht gleich Buch, CD nicht gleich CD, SA-CD nicht gleich SA-CD...Aber Sie werden schon eine optimale Lösung für das Aufstell-Problem finden. Oder vielleicht legen Sie sie einfach?

Einen kleinen Kritikpunkt hab ich aber doch: die SA-CD ist nicht einfach zu bekommen, z.B. nicht über Amazon. Angeblich ist sie auch auf wenige Stück limitiert. Eine kleine Auflage kann ich nachvollziehen, also lieber schnell zugreifen. Aber nur wenn man gute Musik und guten Klang zu schätzen weiß!
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am 8. Dezember 2011
Lange habe ich mich auf die Veröffentlichung dieser Special-Edition gefreut. Die Live-Aufnahmen waren mir durch Bootlegs schon vertraut, doch nun offiziell erschienen. Es handelt sich um Aufnahmen aus dem Wembley-Stadion 74. Die Soundqualität der Live-Versionen und drei Bonus-Tracks gefallen mir sehr gut.
Zu den Wembley-Konzerten von 74 bleibt mir folgendes mitzuteilen: Sie fanden statt am 16. & 17.11.74. Es gab dazu drei Bootlegs. Das erste war eine Mischpult-Aufnahme und ist unter dem Titel "Brain Damage" bekannt. Es umfasst die komplette "Dark Side Of The Moon", aufgeführt am 16.11.74. Zum selben Aufführungstag gibt es eine Audience-Aufnahme mit gewöhnungsbedürftiger Qualität, die das ganze Konzert umfasst. Vom Auftritt am 17.11.74 gibt es das gleich nochmal, ebenfalls das ganze Konzert.

Setlist:

Erster Teil:
- Raving and Drooling (eine Frühfassung von "Sheep")
- You've Got To Be Crazy (eine Frühfassung von "Dogs")
- Shine On You Crazy Diamond (Parts 1 - 9)

Zweiter Teil:
- The Dark Side Of The Moon (bereits als Experience-Edition erschienen)

Zugabe:
- Echoes (Seit dem 17.11.74 mit Saxophon-Einsatz)

Vielleicht wäre es besser gewesen, das ganze Konzert als ein Album herauszubringen. Doch man muß es nehmen, wie es kommt. Möglicherweise erwacht in den einen oder anderen die Hoffnung, dass noch andere Konzertperlen aus den Siebzigern offiziell erscheinen werden. Bootlegs haben zwar ihren Reiz. Jedoch ist es sehr schwer, an ihnen heranzukommen.
Im großen und ganzen bin ich mit der Experience-Edition von "Wish You Were Here" sehr zufrieden. Punktabzug gibt es allerdings für das billige Pappcover, wo man die einzelnen CD's seitlich herausfriemeln muss. Die von Amazon angegebene Bemerkung, es handele sich um Digipaks, stimmt nicht. Wer wissen will, wie Digipaks in Wirklichkeit aussehen, möge sich die Abbildung auf Wikipedia ansehen. Ich jedenfalls habe mir Farbkopien vom Cover gemacht, zurechtgeschnitten und in eine normale Doppel-CD-Hülle gesteckt. Warum nicht gleich so? frage ich mich.
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am 21. Mai 2012
Über den Stellenwert von "Wish You Were Here" in der Rock-Geschichte des 20. Jahrhunderts muß nicht mehr diskutiert werden-es ist Pink Floyds Meisterleistung neben "The Wall." Die remasterte Edition liegt ziemlich nahe am Original-ein Lob auch an die Gestalter des Booklets, in dem lesbare Texte und Hipgnosis-Kunst in vollendeter Balance dargestellt sind. Und die Magie des Albums ist noch da-vom sphärischen Intro über das bluesige "Shine On you Crazy Diamond" zum Proto-Industrial-Song "Welcome to the Machine". Dann wird es wieder erdig mit "Have a Cigar", bevor Country-Gitarrenklänge auf einem imaginären Radiosender eine der schönsten Rock-Hymnen aller Zeiten ankündigen. Beschreibungen sind hier sinnlos, entweder man fühlt die Magie, oder man tut das nicht.
Mit dem zweiten Teil von "Shine On You Crazy Diamond" (dem inzwischen verstorbenen Syd Barrett gewidmet) schließt das Album in gekonnt sphärischer Manier mit dem schönsten Keyboard-Outro das ich kenne.
Die Zusatz-CD bringt tatsächlich "Value for money": neben einer kompletten Live-Ausgabe von "Shine On You Crazy Diamond" und einer unveröffentlichten Version von "Have A Cigar" gibt es noch zwei Live-Tracks, die in das spätere Meisterwerk "Animals" einfließen sollten. Die Krönung ist jedoch die Version von "Wish You Were Here" mit dem genialen Geigenspiel von Stephane Grappelli.
Alles zusammen ergibt Pink Floyd-Magie pur. Wer die Band bis dato noch nicht kennt, bzw. wer eine vollwertige Neuausgabe eines der größten Kult-Alben aller Zeiten haben will, sollte schnellstens zugreifen.
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am 27. September 2012
Aufnahme in 5.1; remastered.
Shine on you crazy diamond ist nur zart in Multichannel aufgelöst, aber alle anderen haben es in sich. Die SACD hat mindestens das Qualitätsniveu von der Dark side of the moon Multichannel, und war bisher für mich die Referenz. Nun gibt es eine zweite. Hoffe, dass beim Remastern (Das Boot) weitere Multichannel-SACDs folgen (Animals, the Wall würden sich eignen, N. Mason hat da auch was angedeutet).
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TOP 1000 REZENSENTam 29. November 2011
es war vor 36 jahren um etwa diese zeit, als ich in einem längst nicht mehr existierenden plattengeschäft diese scheibe mit angespartem geld kaufte und damit nach hause eilte um die "neue" pink floyd zu hören. das schwarze nylon-verhüterli, das stabile cover aus hochwertigem karton, die beiliegende postkarte, das faltposter, das ein wenig an rene magritte erinnernde cover-artwork von hipgnosis...

ja, ich hab sie noch, aber die schwarze verpackung, das poster und die karte sind in irgendwelchen zeitlöchern verschwunden, die platte selbst hat wilde zeiten durchgemacht und darunter ein wenig gelitten, ein paar schrammen abgekriegt und das cover hat patina angesetzt...

und jetzt das hier. als ich das schwarze ding erstmals öffnete und mir die gimmicks entgegenrutschten war es wie ein kurzer zeitsprung, alles fiel mir wieder ein und immer noch steckt die - nun aber 180g schwere - platte nur in einem kartonschuber, so dass sie als erstes in ein schützendes innencover von nagaoka wanderte (damals halt in irgendeines, das über war).

alles so, wie es war, auch das label ist authentisch.

der klang ist deutlich fetter und dynamischer als von der dünnen originalpressung, vor allem die elektronischen geräusche lösen sich besser aus ihrer umgebung und die präsenz der akkustikgitarre auf der titelnummer ist atemberaubend. natürlich ist mein original ein wenig vernudelt und natürlich hat daran auch die ungewohnte völlige ruhe im hintergrund einen nennenswerten anteil, trotzdem wage ich es, das remaster als dramatisch klangverbessert anzupreisen.

denn so hab ich auch diesmal diese platte wieder irgendwie zum ersten mal gehört.

jedenfalls habe ich schon lange nicht um so wenig geld ein so toll ausgestattetes reissue mit derartigem sentimentalitätsfaktor erstanden.

zur musik brauch ich vermutlich nicht viel zu sagen. für die, die das wirklich nicht kennen: eine nahtlose fortführung der "dark side of the moon", die ich passagenweise sogar spannender finde, eines der großen alben von pink floyd, zeitlos, damals wie heute einen eigenen kosmos bildend, gehört zu jeder wohnungseinrichtung, mehr noch als ein herd oder ein eiskasten!

bei solchen angeboten lösen die remasterten CD's (die im übrigen nicht viel anders klingen als die anderen) bei mir nur achselzucken aus, sowas hätte nicht mal ansatzweise für dieses deja vu gereicht...

schön, dass solche angebote für freunde der schwarzen scheiben gemacht werden und noch schöner, dass der eingeforderte obulus mehr als nur fair ist.

ach ja, eigentlich für mich unwichtig, aber: es gibt einen download-code auf karton dazu, auf dessen vorderseite das cover im CD-format abgebildet ist - so ist quasi eine CD auch mit dabei...
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am 1. September 2007
Als Veröffentlichungstermin wird hier der 17.9.2007 angegeben. Wer meint, dies sei endlich eine endgültige remaster Version, so wie es z.B. Genesis oder Depeche Mode momentan vormachen, sei enttäuscht.
Es handelt sich nur um eine Neuauflage des alten Katalogs von 1992 - 1994. Schade eigentlich, da Pink Floyd wie Genesis damals für eine endgültige remaster Version technisch einfach zu früh dran waren.
Speziell The Wall ist leider tontechnisch unterirdisch.
Amazon wird am 17.9. den Termin der Veröffentlichung wieder auf 1994 zurückdrehen. Schade nur, dass solche Hinweise nicht in der Beschreibung hinterlegt werden.
5 Sterne natürlich, da über die Wertigkeit von Wish You Were Here nicht weiters diskutiert werden muß !
Nichts desto Trotz hoffe ich, dass auch Pink Floyd und deren Tontechniker sich nochmals über die alten tapes hermachen. Immerhin habe ich in irdendeinem Audio Journal gelesen, dass Wish You Were here eventuell wie The dark Side Of The Moon als SACD erscheinen soll.
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am 8. Februar 2006
Zu ,Wish You Were Here’ hatte ich immer ein eigenartig zwiespältiges Verhältnis: Einerseits bewunderte ich die Atmosphäre, das emotionale Pathos, die räumliche Weite dieser Musik, die wie keine andere das zurückgezogene Lebensgefühl meiner Generation zum Ausdruck gebracht hat. Sie hat mich schon durch sehr verschiedene Lebensphasen begleitet - ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie ich ,Wish You Were Here' im Krankenhaus mit Blick auf den tristen Innenhof und kahle Bäume hörte.
Andererseits sah ich es immer kritisch als das, was es ist: ein kommerzielles, elegisches Stück Musik, das Pink Floyd in einer Phase der Ratlosigkeit zeigt. Technisch wie musikalisch bringt sie keine nennenswerten Fortschritte, ist aber herrlich produziert, sphärisch, abgehoben, zerrissen, vielseitig, geheimnisvoll: eine einzige Hommage an Melancholie und Tristesse.
Es erleichtert den Zugang, wenn sich die Texte erschließen: Sie handeln von Syd Barrett, d.h. seinem mentalen Zerfall im Besonderen und dem Musikmarkt mit seinen Härten im Allgemeinen. PF (bzw. Waters) stellen sich den eigenen Enttäuschungen, dem Scherbenhaufen ihrer Teenager-Träume (,You were caught in the crossfire of childhood and stardom, blown on the steel breeze ...’).
Mein Verhältnis zu WYWH ist also das einer unglücklichen Liebe, was der Struktur der Platte durchaus entspricht. In Zeiten der Enttäuschung und Neuorientierung höre ich sie gerne, wenn es mir gut geht, meide ich sie. Sie gehört zu mir wie meine eigenen zerbrochenen Träume und Hoffnungen.
Musikalisch beginnt es mit einem zwanzigminütigen Sphärenklang, der erst allmählich etwas Drive durch Bass und Schlagzeug bekommt. ,Shine on’ scheint sich im luftleeren Raum abzuspielen, jenseits der greifbaren Welt. Jeder der Musiker bekommt hier die Gelegenheit, seine Fähigkeit zur Komposition unter Beweis zu stellen: schöne Synthesizer-Melodien (Wright), wunderbare Gitarrensoli (Gilmour), präzis-einfache Bass-Arbeit (Waters). Lediglich der für PF etwas kreischende Gesang und das schwerfällige Schlagzeug lassen zu wünschen übrig. ,Shine On’ ist in zwei Teile geteilt: Der erste leitet WYWH ein, der zweite schließt es ab. Die restlichen Songs zeigen einmal mehr die Sicherheit der Gruppe in verschiedenen Stilen: Elektronik (Welcome To The Machine), Funk-Rock (Have A Cigar) und Folk (Wish You Were Here). PF bieten damit einen guten Querschnitt durch die Trends der damaligen Zeit und brauchen sich an keiner Stelle zu verstecken.
Ich gebe der Platte die volle Punktzahl, trotz oder gerade wegen ihrer tief elegischen Grundstimmung. Hier hatte eine Band den Mut, die eigene Schwäche zu beleuchten und überzeugend darzustellen, ohne Wenn und Aber. Auch wenn die Musik nicht so großartig wäre, wie sie ist, würde das allein schon Respekt einflößen. Mit dieser tollen Musik zusammen kann ich nur noch staunen und zuhören, und das schon mehrere Jahrzehnte lang.
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am 13. April 2000
DSOTM ist der Klassiker, der Nachfolger aber ist das Meisterwerk: Wish you were here ist für mich nicht nur das beste Floyd-Album, sondern das beste Album der Rockmusik überhaupt. Es ist nicht so universell und allgemein zugänglich wie DSOTM, das ganze Album ist von einer unglaublichen melancholischen Schönheit durchzogen, sicher auch ein Ausdruck der damaligen Situation in der Band nach dem Megaerfolg von DSOTM, wie auch das Thema dieses Konzeptalbums an sich, der rücksichtslosen Ausbeutung junger Musiker durch habgierige Plattenbosse. Das aggressive Welcome to the Machine, in dem die akustische Gitarre einen fantastischen Kontrast zu den wummernden Synthesizern liefert und das böse-ironische Have a Cigar sind schon Klassiker, die akustische Ballade Wish you were here sogar noch besser. Aber das eigentliche Wunder ist das legendäre Epos Shine on you crazy Diamond, das in meinen Augen der beste je aufgenommene Track ist. Insbesondere die ersten 4 Minuten scheinen nicht von dieser Welt zu sein, Gilmours Gitarre und Wrights sphärische Keyboards drücken die Trauer über den Verlust Syd Barretts eindringlicher aus, als Worte es je vermögen würden. Aber auch das Saxophonsolo zum Ende des ersten Teils ist brillant, ebenso wie der Anfang von Teil 2, wo das Thema wieder hart aufgenommen wird, und wenn dann nach der dritten Strophe das Album gemächlich ausklingt, möchte man fast ob der Schönheit der Akkorde heulen. 44 Minuten können nicht schneller vergehen als mit diesem Album, das schon kurz nach dem Auflegen wieder zu Ende zu sein scheint. Auch nach dem 100. Hören weigert sich diese Platte hartnäckig, auch nur die geringste Abnutzungserscheinung zu zeigen. Ein einmaliges Album, bei dem es schwerfällt, sich vorzustellen, daß es jemals übertroffen wird.
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