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Wirtschaftswissenschaften: Empirische Wirtschaftsforschung
  
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Wirtschaftswissenschaften: Empirische Wirtschaftsforschung [Taschenbuch]

Walter Assenmacher , Stephan Popp , Michael Hinz , Ingolf Bamberger , Stephan Cappallo , Werner Nienhüser , Heiko Hoßfeld , Hendrik Schröder , Andreas Rödl , Franz Hessel , Jürgen Wasem , Peter von der Lippe , Christoph Weber , Volker Clausen , Erwin Amann , Katrin Schmuck , Ali A Pourzal , Barbara Bigge , Max Greve , Timo Bobert


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Kurzbeschreibung

Der Wissenschaftsrat hat in seiner Pressemitteilung 25 im Jahr 2005 festgestellt, dass "beson-ders die empirische Wirtschaftsforschung, die auf die Analyse konkreter wirtschaftswissen-schaftlicher Fragestellungen (zielt), an deutschen Hochschulen unterrepräsentiert ist". Zur Beseitigung dieses Defizits wird unter anderem eine stärkere curriculare Verankerung der angewandten Ökonometrie vorgeschlagen. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen hat bereits im Jahr 1997 mit einer entsprechenden Einbindung der empirischen Wirtschaftsforschung begonnen. Die Einrichtung des mittlerweile akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengangs in empirischer Wirtschaftsforschung zeigt, dass man es hier besonders Ernst mit der empirischen Schwerpunktsetzung in Forschung und Lehre meint. In den Wirtschaftswissenschaften nimmt der Anteil empirischer Arbeiten ständig zu. Fast alle international bedeutenden Fachzeitschriften akzeptieren immer mehr empirische Beiträge. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass wirtschaftspolitische Empfehlungen oftmals erst nach empirischer Forschung gegeben werden können. Der moderne volks- und betriebswirtschaftliche Ablauf generiert eine Fülle an wirtschaftsstatistischen Daten, die bedeutende Informationen für Planung und Kontrolle ökonomischer Prozesse enthalten. Diese Daten liegen für Unternehmen und auf allen Stufen der öffentlichen Verwaltung in zentraler oder dezentraler Form vor. Um die in diesen Daten enthaltenen Informationen nutzen zu können, hat auch in der Praxis die Anwendung statistischer und öko-nometrischer Methoden stark zugenommen. Die Vorteile quantitativer Auswertungen werden von Großunternehmen, Banken, Beratungsfirmen, Instituten und der öffentlichen Hand immer deutlicher gesehen, so dass fundierte Entscheidungen verstärkt auf einer quantitativen Grundlage beruhen. Neben der bereits traditionellen deskriptiv-statistischen Aufbereitung wirtschaftlicher Abläufe und Kontrolle ökonomischer Prozesse werden u.a. Politikwirkungsanalysen erstellt, Wachstumsmöglichkeiten geprüft und Marktanalysen durchgeführt. Die Ökonometrie ermittelt aus Beobachtungen des realen wirtschaftlichen Geschehens konkrete ökonomische Beziehungen. Dies kann auf deduktive oder induktive Weise geschehen. Die deduktive Vorgehensweise gelangt von Axiomen über das Verhalten der wirtschaftlichen Akteure durch logisches Kalkül zu ökonomischen Folgerungen, die als Funktionen formalisiert das ökonomische Modell bilden. Um die im ökonomischen Verhalten inhärente stochastische Komponente und um die Effekte der durch Abstraktion ausgeschlossenen marginalen Einflussfaktoren zu erfassen, werden die Funktionen durch Zufallsvariablen erweitert. Die unbekannten Koeffizienten und Parameter eines solchen Modells lassen sich mit statistisch-ökonometrischen Methoden anhand wirtschaftsstatistischer Daten schätzen und die enthalte-nen ökonomischen Hypothesen testen. Dies ist die klassische Vorgehensweise der Ökonometrie, deren Entstehen mit der Gründung der ökonometrischen Gesellschaft am 29. Dezember 1930 gleichgesetzt wird. Quantifizierung und Test, die zusammen als Konfrontation der Theorie mit der ökonomischen Realität bezeichnet werden, entscheiden darüber, ob die ökonomische Hypothese empirisch gehaltvoll ist oder nicht. Im letzten Fall gilt die Hypothese als falsifiziert. Bei induktiver Erkenntnisgewinnung dienen Beobachtungen realwirtschaftlicher Phänomene als Ausgangspunkt der Hypothesenbildung. Beispielsweise können Preise und abgesetzte Mengen eines bestimmten Gutes in aufeinander folgenden Perioden so variieren, dass sie die Vermutung einer negativen Korrelation zwischen beiden Größen begründen. Diese induktive Vorgehensweise kann auf beliebig viele Variablen ausgedehnt werden. Diejenigen, die stark untereinander korrelieren, bilden die Grundlage für ökonomische Zusammenhänge. Sind die so gefundenen Beziehungen empirisch gehaltvoll, müssten sich mit ihnen gute Prognosen erstellen lassen, sofern sich die allgemeinen ökonomischen Rahmenbedingungen nicht in gra-vierender Weise ändern. Die Prognosegüte ist dann Indikator für die empirische Relevanz der aufgestellten Hypothesen. Hatte die ökonometrische Forschung in den ersten vier bis fünf Dekaden eindeutig makroökonomischen Bezug (Makroökonometrie), öffnet sie sich ab Mitte der 70er Jahre zunehmend auch mikroökonomischen Fragestellungen (Mikroökonometrie). Mit dieser Erweiterung gehen besondere Anforderungen an die Datenbasis einher, die jetzt aus Paneldaten bestehen muss. Paneldaten erhält man, wenn bei einer bestimmten Anzahl an Merkmalsträgern verschiedene Merkmale (Variablen) und ihre Entwicklung über die Zeit beobachtet werden. Die anfängliche Übertragung makroökonometrischer Methoden auf mikroökonomische Probleme erwies sich bald als unzweckmäßig, so dass neue, mikroökonometrische Methoden entwickelt wurden. Während sich die klassische Ökonometrie an der Deduktionslogik orientiert, kann die immer mehr an Bedeutung gewinnende Mikroökonometrie auch zur induktiven Erkenntnisgewinnung herangezogen werden. Sie dient dann vor allem zur Aufdeckung von Bezie-hungen zwischen den Variablen und möglicherweise zur Variablenreduktion. Die vorliegende Ausgabe der UNIKATE gibt einen repräsentativen Ausschnitt aus dem breiten Gebiet der empirischen Wirtschaftsforschung, wie sie in Essen vertreten wird. Das Themenspektrum reicht von der empirischen betrieblichen Jahresabschlussforschung über eine empirisch geleitete Gesundheitsökonomik bis hin zur empirischen Analyse der Auswirkungen der Globalisierung auf das Wachstum von Volkswirtschaften. Die dabei zur Anwendung kommenden Methoden stammen aus der Statistik, der Mikro- und Makroökonometrie und verwenden Beobachtungsdaten. Neue Wege dürften sich aus experimentellen Daten erschließen, wie sie die experimentelle Ökonomik liefert. Diese markiert die Grenze einer weit gefassten empirischen Wirtschaftsforschung. Die einzelnen Beiträge sollen die intensiven Interaktionen der empirischen volks- und betriebswirtschaftlichen Forschung widerspiegeln. Damit sind, nicht zuletzt auch wegen der über Jahre hinweg engen Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen gute Voraussetzungen für eine nationale und internationale Profilierung in empirischer Wirtschaftsforschung am Standort Essen geschaffen.

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