Wer sich über Wirtschaftskrisen einen schnellen aber guten Überblick verschaffen möchte, der (oder die) ist mit diesem schmalen aber ausführlichen Buch gut bedient.
Wirtschaftskrisen in der Vergangenheit, Wissen um die Krisen überhaupt, über Krisen in der vorindustriellen Zeit in "Alteuropa" (!), "Aus der Kinderstube des Kapitalismus", Wachstumszyklen, "Krisen und Katastrophen im Zeichen der Weltkriege", Wiederkehr in eine Normalität, "Entgrenzung und Ernüchterung im Zeitalter der Globalisierung", das sind die einzelnen Kapitel des flott geschriebenen Essays.
Und gerade auch im Wechsel von John M.Keynes`s oder Milton Friedmans Thesen spielen sich die Versuche ab, wieder oder überhaupt Ordnung in einen Markt zu bekommen, der sich immer wieder verselbständigen möchte, wie es scheint.
Und nun zum Schluss unserer wirtschaftlichen Aha- Erlebnisse dann die bis zum Zerreissen provozierte Risikobereitschaft durch neue methodische Möglichkeiten, die eigentlich mit der Bezeichnung Betrug versehen werden müssten, da wird mir etwas zu sehr gezögert (mit dem erhobenen Finger).
Ein sehr gutes Buch mit einem gelungenen Fazit, einem Glossar und einer Auswahlbibliographie, die ausführlich ist.
Professor Werner Plumpe (für Wirtschafts- und Sozialgeschichte) von der Universität Frankfurt am Main wird Dank geschuldet, auch wenn er mir zu mäßig mit dem Unfug der Risikobereitschaft ins Gericht geht und quasi etwas beruhigen möchte.