Der König der Schwäbischen Alb, irgendwie strahlt er etwas davon aus und seine Betriebsfamilie würde für ihn durchs Feuer gehen. Dies ist wahr, ebenso wie die Tatsache, dass er den überschuldeten Betrieb seines Vaters auf Vordermann brachte, mit der simplen Idee zunächst, einfach T-Shirts mit wechselnden Aufdrucken zu versehen. Er verschlankte die die Verwaltung, sitzt selbst im Großraumbüro und stellte von schwankenden Auftragsproduktionen auf eine kontinuierliche Lagerproduktion um. Höchste Anforderungen an die Produkte, eine maximale Schadstofffreiheit, Verzicht auf externe Dienstleistungen wie Unternehmensberater, das Konzept von Wolfgang Grupp ging bisher auf. Auch mit einem Werbeträger, der sich abseits schwäbischer Behäbigkeit medial zu inszenieren weiß, der im Vergleich zu allen bisherigen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs weltgewandt auftritt. Gegen ihn wirkt Hans-Olaf Henkel irgendwie provinziell und seltsam durchschnittlich.
Das Buch lässt hinter die mediale Fassade des Betriebseigentümers Grupp blicken, es beschreibt auch sein Privatleben, das u.a. eine 600 qm Grabstätte vorsieht am Rande des städtischen Friedhofes in Burladingen, eingefriedet mit einer weißen Mauer. Die eigene Hauskapelle lässt auf ein religiöses, gläubiges, verantwortliches Leben schließen, aus dem er seine Kraft bezieht. Dass Unternehmer einstehen für ihr Tun, Verantwortung leben, für sich und die Anvertrauten, es ist ihm ein wirkliches Anliegen, wenn man die Summe aller Punkte aus diesem Buch zieht.
Vieles kennt man, einiges nicht, das Buch liefert ein umfassendes Bild von Wolfgang Grupp bzw. Trigema. Es entspricht so gar nicht gängigen Partei- (aus der CDU ist er ausgetreten) oder Lehrbuchweisheiten. 100% unabhängig, anders als andere, menschlich verantwortlich, seiner Familie und den Mitarbeitern, hier wird jemand skizziert, der zeigt, dass man nicht im globalisierten Wahnsinn untergehen muss, sondern mit dem gesunden Menschenverstand verantwortlich und menschlich handeln kann. Seinen Kindern lässt er und seine Frau die bestmögliche Erziehung zukommen, in Schweizer Internaten und Studium in England. Man darf gespannt sein, ob diese tatsächlich den Anforderungen des Vaters entsprechen bzw. die Nachfolge antreten. Hier wird sich in den nächsten Jahren beweisen, ob der Kosmos des Wolfgang Grupp tatsächlich alle Details und Überlegungen miteinbezogen hat. Fast sollte man davon ausgehen, dass er sein royales Pathos auf die Kinder übertragen kann, allerdings gepaart mit der wenig königlichen Tatsache, dass er jeden Tag im Großraumbüro zusammen mit seinen Kollegen sitzt und auch die kleinsten Kleinigkeiten mit entscheidet.