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Wirtschaft und Gesellschaft: Grundriß der Verstehenden Soziologie
 
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Wirtschaft und Gesellschaft: Grundriß der Verstehenden Soziologie [Taschenbuch]

Max Weber
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 948 Seiten
  • Verlag: Mohr Siebeck; Auflage: 5., revidierte Auflage. Studienausgabe. (Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3161477499
  • ISBN-13: 978-3161477492
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 15,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.641 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wirtschaft und Gesellschaft
OA 1922 Form Sachbuch Bereich Soziologie
Das »nachgelassene Hauptwerk« von Max Weber ist für Soziologen, Staatslehrer, Historiker und andere Kulturwissenschaftler durch seinen theoretischen (z. B. Theorie der Rationalisierung) und seinen methodischen (Idealtypenbildung) Gehalt wichtiger als irgendein zweites Buch eines deutschen Soziologen, wobei seine Rezeption im Laufe der Jahrzehnte eher zu- als abgenommen hat.
Entstehung: Das erst postum zusammenhängend veröffentlichte Werk hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Konzipiert wurde es als Teil eines seit 1909 unter Webers redaktioneller Leitung geplanten großen Sammelwerks Grundriß der Sozialökonomik. Die im ersten Teil entwickelte Soziologische Kategorienlehre wurde noch als Teillieferung dieses Werks von Weber selbst zum Druck vorbereitet, erschien aber erst nach seinem Tod 1921. Seine Witwe, Marianne Weber, gab den zweiten, teilweise unvollendeten Teil 1922 aus dem Nachlass heraus; dabei handelte es sich jedoch, wie sie betonte, um Material, welches älter war als jenes des ersten Teils. Die Herausgabe von Wirtschaft und Gesellschaft wurde ab der vierten Auflage von Johannes Winckelmann besorgt, der einige Umstellungen vornahm und es als eigenständiges Werk präsentierte.
Inhalt: Weber intendiert eine »verstehende Soziologie«, die soziales Handeln nicht auf einen objektiv bestimmbaren, sondern auf den von den Handelnden subjektiv gemeinten Sinn zurückführt. Mit diesem Ansatz will er u. a. verstehen, warum es gerade im Okzident zu einer solchen Kulmination von Rationalisierungsprozessen kam, wie sie im Kapitalismus, in der modernen Bürokratie, im parlamentarischen Regierungsmodell oder auch in der harmonischen Musik vorliegt. Zu diesem Zweck entwickelt Weber eine feingliedrige Typologie sozialer Verbände und Handlungsformen. Von zentraler Bedeutung ist seine Herrschaftssoziologie, worin er die drei reinen Typen legitimer Herrschaft entwickelt: rationale Herrschaft gründet auf dem Glauben an die Legalität »gesatzter Ordnungen«, traditionale Herrschaft auf dem Glauben an die Heiligkeit althergebrachter Traditionen, und charismatische Herrschaft auf dem Glauben an die außeralltäglichen Qualitäten einer Person oder Ordnung.
Mit den sorgfältig definierten soziologischen Kategorien konstruiert Weber idealtypische Vergesellschaftungsformen (wie den »Feudalismus«, die »Parteien« oder die »Gemeinde«), und verwendet ein umfangreiches kulturvergleichendes historisches Material zur Illustration dieser Typen; die Idealtypen ihrerseits dienen zur kontrastiven Veranschaulichung der historisch vorgefundenen Formen. Weber vertieft so seine schon früher veröffentlichte These, nach welcher die protestantische Wirtschaftsethik mit ihrem Hang zur Askese für den okzidentalen Rationalisierungsschub verantwortlich war.
Aufbau: Das Werk besteht aus zwei Teilen, die (entsprechend der Entstehungsgeschichte) eine gewisse Redundanz aufweisen. Der erste Teil leistet mit der »Kategorienlehre« die Definitionsarbeit, während im zweiten Teil eine universalhistorische Anwendung der gewonnenen Kategorien stattfindet.
Wirkung: Weber habe, so der Soziologe Ulrich Beck, »die deutsche Soziologie nicht nur begründet, sondern er werde sie wohl auch noch überleben«. Aber während Webers tagespolitische Interventionen schon zu seinen Lebzeiten eine bemerkenswerte Wirksamkeit entfalteten, ist die Bedeutung von Wirtschaft und Gesellschaft in der Fachwelt erst allmählich durchgedrungen. In Westdeutschland wurde das Werk nach 1945 nicht zuletzt durch Rückvermittlung US-amerikanischer Soziologen wieder rezipiert. Heute ist es vor allem für historisch orientierte Sozialwissenschaftler weltweit einer der unverzichtbaren Bezugstexte.
Die Trennung zwischen dem Politiker und dem Theoretiker Weber ist freilich eine künstliche: Die – nicht zuletzt infolge seines Einsatzes – in der Weimarer Reichsverfassung festgeschriebene starke Stellung des deutschen Reichspräsidenten findet in Wirtschaft und Gesellschaft ihre theoretische Grundierung in der Absage an die »führerlose Demokratie«, die mit einer Herrschaft des »Klüngels« gleichgesetzt wird. So ist auch die Frage erörtert worden, ob das Denken des Demokraten Weber eine Mitschuld am Versinken der Weimarer Republik in die Barbarei getragen habe. R. H.

Kurzbeschreibung

Weber intendiert eine >>verstehende Soziologie<<, die soziales Handeln nicht auf einen objektiv bestimmbaren, sondern auf den von den Handelnden subjektiv gemeinten Sinn zurückführt. Mit diesem Ansatz will er u. a. verstehen, warum es gerade im Okzident zu einer solchen Kulmination von Rationalisierungsprozessen kam, wie sie im Kapitalismus, in der modernen Bürokratie, im parlamentarischen Regierungsmodell oder auch in der harmonischen Musik vorliegt. Zu diesem Zweck entwickelt Weber eine feingliedrige Typologie sozialer Verbände und Handlungsformen. Von zentraler Bedeutung ist seine Herrschaftssoziologie, worin er die drei reinen Typen legitimer Herrschaft entwickelt: rationale Herrschaft gründet auf dem Glauben an die Legalität >>gesatzter Ordnungen<<, traditionale Herrschaft auf dem Glauben an die Heiligkeit althergebrachter Traditionen, und charismatische Herrschaft auf dem Glauben an die ausseralltäglichen Qualitäten einer Person oder Ordnung. Mit den sorgfältig definierten soziologischen Kategorien konstruiert Weber idealtypische Vergesellschaftungsformen (wie den >>Feudalismus<<, die >>Parteien<< oder die >>Gemeinde<<), und verwendet ein umfangreiches kulturvergleichendes historisches Material zur Illustration dieser Typen; die Idealtypen ihrerseits dienen zur kontrastiven Veranschaulichung der historisch vorgefundenen Formen. Weber vertieft so seine schon früher veröffentlichte These, nach welcher die protestantische Wirtschaftsethik mit ihrem Hang zur Askese für den okzidentalen Rationalisierungsschub verantwortlich war.


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr Weihrauch bitte! 8. Dezember 2007
Format:Taschenbuch
Ich bin einer jener ehemaligen Studenten welche unter anderem auch die Arbeiten Max Webers studieren "musste" (bzw. durfte). Und ich gestehe ich habe Max Weber zu Beginn meines Studiums schlicht weg "gehasst". Es begann damit dass wir uns jene "Soziologische Grundbegriffe" (ein Taschenbuch UTB Verlag) im Grundstudium zu Gemüte führen mussten und ich (aber nicht nur ich) damit schlichtweg überfordert waren. Die geballte semantische Präzision seiner Definitionen waren des Guten zuviel für einen jungen Studenten. Dabei sind jene "Soziologische Grundbegriffe" nur jene knapp 40 Seiten auf die dann noch die weiteren ca. 850 Seiten seines Hauptwerkes folgen! Einige Jahre des Studiums später jedoch, (solange hatte ich einen großen Bogen um Weber gemacht), musste ich mich nun seiner Arbeit stellen, denn sie war im Studium prüfungsrelevant.
Waren es nun die Früchte meines Studiums, oder die vorangeschrittene Menschwerdung, auf alle Fälle empfand ich nun Max Webers Werk als eingängig und Genial.

Wie bereits gesagt: Die soziologischen Grundbegriffe, eine Sammlung quasi soziologischer Legaldefinitionen des Juristen Weber sind Inbegriff einer begrifflichen Präzision die ihres gleichen sucht. So zum Beispiel Max Webers berühmte Definition des Begriffes "Macht": "§16. Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht." (Vgl. Max Weber, 5. Auflage 1990 (zuerst 1921): 28).

Webers Hauptwerk gliedert sich zunächst aus den eher unbeutenden allgemeinen Ausführungen über die Methodologischen Grundbegriffe, danach den besagten "Soziologische Grundbegriffe" und weiterführende Kategorien des Wirtschaftens. Danach folgen Typologiestudien über Herrschaftsformen (sehr interessant, unbedingt lesen!).

Der Zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem sozialen Beziehungsgeflecht wirtschaftlichen Handelns aus dem Blickwinkel der Gesellschaft, ethnischer als auch religiöser Beziehungen. Im letzteren fließt die Essenz seines berühmten Werkes "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" ein (meiner Ansicht nach seinem genialsten Werk neben diesem hier!).

Das zweite Halbband widmet sich ausgiebig der Herrschaftssoziologie.

Beurteilung:
Max Weber gilt im Allgemeinen als Begründer der "Soziologie" in Deutschland. Im Besonderen ist er auf alle Fälle der Begründer der "Religions-" als auch der "Herrschaftssoziologie". Sein entwickeltes Begriffsfundament dient bis Heute als Maßstab auch für andere Wissenschaftsdisziplinen (zum Beispiel der Politik-, oder der Wirtschaftswissenschaft).

Max Webers Verdienst darin besteht, durch stringente Begriffsentwicklung Soziales Handeln ursächlich in Ablauf und hinsichtlich seiner intendierten als auch nicht intendierten Wirkung Werturteilsfrei zu erklären; - was aus heutiger Sicht als innovative Leistung gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Andererseits muss aus heutiger Sicht der mangelnde Beitrag von Max Weber zur Methodologischen Forschung angesehen werden. Dabei ist diese Kritik lediglich als verschenktes Potential Weberscher Arbeit zu sehen.

Max Weber wendet bei seiner Forschungsarbeit die Methode der "vergleichenden qualitativen Analyse" an. Und zwar in einer Art und Weise wie sie danach niemals wieder von einem Menschen im Wissenschaftsbetrieb angewendet wurde. Die Methode durch ausgiebiges vergleichendes Quellenstudium, sowie der als Analysewerkzeug dienenden Operationalisierungen der zuvor entwickelten Definitionen zu Parametern um damit zu Aussagen zu gelangen, ist eine hohe Kunst welche die wenigsten Wissenschafter beherrschen. Weniger talentierte Wissenschafter gleiten hierbei meist in die narrative Anreihung von Geschichten ab, meist noch Verbunden mit einer subjektiven Wertung.

Fazit:
Das hier vorliegende Werk sollte jeder studieren der sich ernsthaft mit Soziologie und daraus resultierenden Folgestudien beschäftigt (und zwar um diese zur Gänze zu verstehen). Max Weber hat grundlegende Prinzipien der Wirtschaft in seiner Wechselwirkung zu Staat (Herrschaft), Parteien, Religion, Ethik bis hin zur Sexualsoziologie als Gesetzmäßigkeit erklärend dargelegt.
Dieses Buch ist allen anderen, insbesondere jenen reduktionistischen Wissenschaftsansätzen überlegen, die heute leider in Mode gekommen sind. Insbesondere jener vollkommen fehlgeleiteten Theorie des "Rational Choice" mit ihrem unsäglichen Reduktionismus zu einfachen wie schwachsinnigen Modellannahmen die hieraus weiterentwickelt wurden (zum Beispiel jene "Spieltheorie" mit solchen unnützen Modellen wie: "Chicken game").
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Nur drei Menschen haben Wirtschaft und Gesellschaft" von Max Weber gelesen. Der erste ist danach wahnsinnig geworden, der zweite hat alles wieder vergessen und der dritte bin ich, und mir geht es auch schon ganz schlecht. Das ist natürlich nur ein Scherz, er zeigt aber, von welchem Kaliber das vorliegende Hauptwerk des großen Soziologen Max Weber (1860-1919) ist. Es ist ein unredundantes Universalkompendium der Soziologie, in dem der Weber in extrem verdichteter Begriffsbildungsprosa alles sagt, was es über Staat und Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Herrschaft an Grundsätzlichem zu sagen gibt. So wie es heißt, dass alle Philosophie nur Fußnoten zu Plato seien, so könnte man genau so behaupten, das alle Soziologen der letzten einhundert Jahre Epigonen waren, die die grundlegenden Denkansätze Webers weiter ausbauten.
"Wirtschaft und Gesellschaft" umfasst fast 1000 dicht bedruckte Seiten und zahlreiche Kapitel, von denen jedes einzelne mehr Substanz enthält als ein normales Buch. Im 1. Kapitel, der "Soziologischen Kategorienlehre" geht es um die elementaren Beziehungen, um soziales Handeln, Brauch und Sitte, um Kampf und Macht, um Betrieb, Staat und Kirche. Kapitel II beschäftigt sich mit den "Soziologischen Grundkategorien des Wirtschaftens", um Tausch und Markt, Arbeit und Geld. Die bekanntesten Passagen von "Wirtschaft und Gesellschaft" thematisieren das Phänomen der Herrschaft ( Kapitel III und IV ), bei deren Analyse Weber die "traditionelle", "legale" und "charismatische" Herrschaft untersucht, aber auch Gewaltenteilung, Parteien, Verbände, Stände und Klassen Es folgt eine umfangreiche, historisch angereicherte Wirtschaftssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Familien- und Rechtsverbände sowie eine Religionssoziologie, in der Weber nicht nur die Entstehung der Religionen sondern auch die Typen des Religiösen wie "Zauberer", "Priester", "Prophet" und "Heiliger" fixiert, um am Ende die Rolle der Religion "in der Welt" zu fixieren. Das wäre an sich schon mehr als genug für ein ganzes Lebenswerk, aber nun beginnt mal gerade erst der zweite Halbband des Buches. Er bietet gleich drei große Entwürfe in einem, eine Rechtssoziologie, eine Staatssoziologie und eine Herrschaftssoziologie, die in Erörterungen zur Führerauslese innerhalb der parlamentarischen Demokratie mündet.
So weit so imposant. Nun aber die Warnung. Diese Soziologie der modernen Welt, die Weber in Wirtschaft und Gesellschaft bietet, kommt nicht heiter und gefällig daher. Sie ist in einer erschreckenden begrifflichen Dichte und einer Präzision des sachlichen Zugriffs verfasst, die dem Leser das letzte abverlangt. Webers Darlegungen besitzen den Charme eines Telefonbuches, sind aber an Präzision nicht zu übertreffen. So ist dieses Buch ein echter Erzieher, es zwingt den Leser unter das Joch des klaren Denkens, es bläst ihm die Flausen aus dem Kopf und füllt denselben mit glasklar definierten Begriffen. So wie man gesagt hat, niemand, der einmal wirklich geliebt wurde, könne je wieder ganz unglücklich sein, könnte man auch behaupten, jeder der einmal Max Weber gelesen hat, kann nie mehr ganz blöde sein. Also ran, und nicht verzweifeln, wenn die Lektüre ein paar Jahre dauert.
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5 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein Klassiker, und wenn man andere Klassiker wie z.b. das Kapital von Marx kennt ein durchaus sehr gut lesbarer Klassiker. Weber hat es in seinen zwar sehr umfangreichen Buch immer wieder hervorragend verstanden, seinen Erläuterungen zur Bürokratie, Herrschafts- und Wirtschaftsformen klar verständlich zusammenzufassen. Allerdings gibt es in diesen Buch auch einen Kritikpunkt, der allerdings nicht auf Weber zurückgeht. Oftmals sind nach meiner Ansicht der Neubesorgung Brüche entstanden, welche auf Ansichten des Herausgebers zurückgehen. Dies wird auch im Vorwort zugegeben, dies ist jedoch nur ein kleines Manko an diesen sehr großartigen Klassiker, und dieser Manko ist nicht Weber anzurechnen.
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