Schön zu sehen, wie sich ein Autor weiterentwickelt: Standen im ersten Buch "Wir müssen da hoch!" noch eigene haarsträubende Erlebnisse im Zentrum, so hat Peter Brunnert in "Wirklich oben bist du nie" eine scharfe, satirische Feder gezückt und wirft einen kritischen Blick auf die eine oder andere Zeitgeisterscheinung des Alpinismus. Boulderer, Kletterprofis, Sockenträger, Kletterer in geschmacklosen Hosen, Falkenschützer - alle kriegen ihr Fett weg. Brilliant und sprachverliebt geschrieben, erinnern Brunnerts Texte mitunter an Harry Rowohlt oder Max Goldt. Aber auch Selbsterlebtes kommt nicht zu kurz: Die Geschichte "Ein Sommer mit Thommi" gibt einen grandiosen Rückblick auf einen wirklich chaotischen Sommerurlaub in den späten Siebzigern, mit "Zweimal bluten" bedient der Autor die Liebhaber der Selbstverstümmelungsgeschichten des ersten Buches. Und "Sylvie heißt manchmal auch Renée" ist eine von jenen Stories aus dem Elbsandsteingebirge, wie sie nur Brunnert erzählen kann. Fazit: unbedingt kaufen!