Wir schreiben den 17. Juni 2011, anlässlich einer Veranstaltung kreutzen die Henry Kissinger, Fareed Zakaria, Niall Ferguson und David Daokui Li das Wort über die Frage: "Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen?" Auf der Seite der Ja-Sager finden wir Niall Ferguson und David Li - die Nein-These vertreten Henry Kissinger und Fareed Zakaria. Eine Debatte die auch in geschriebener Form als Buch seinen Reiz nicht verliehrt. So zitiert Ferguson aus dem Buch Der Aufstieg der Anderen: Das postamerikanische Zeitalter
von Zakarias die Worte: "Neben China erscheinen die Vereinigten Staaten als Zwerg. China ist erfolgshungrig." und Argumentiert so mit den Worten seiner "Gegner" in einer spannenden, stehts fairen aber harten Diskussion. So führt Ferguson weiter aus, dass "das 21. Jahrhundert auch deshalb von China beherrscht wird, weil sich ein übergewichtiges, hochverschuldetes und hypersexuelles Amerika und ein dysfunktionales Europa im Niedergang befinden."
Fareed Zakariahält in seinem Plädoyer dagegen. "Wenn wir in den vergangenen Jahrzehnten eines gelernt haben, dann, dass nichts ewig weiter wächst." Er vergleicht in der Folge China mit dem Japanischen Aufstieg und der aktuellen Wirtschaftslage vor Fukushima, wohlgemerkt. "Das Wachstum ist extrem ineffizient. In China investieren Ausländer pro Monat so viel wie in Indien im ganzen Jahr, und trotzdem wächst die chinesische Wirtschaft nur um zwei Prozentpunkte schneller als die indische." Daraus schliesst er, dass die Qualität des Wachstums nicht hoch ist. Denn "China hat ein Grundproblem noch nicht gelöst, und zwar die Frage, wie das Land mit seiner neuen Mittelschicht umgehen will und wie die Regierung auf die Erwartungen dieser Menschen reagiert. Als Taiwan an einen ähnlichen Punkt kam, ging es zur Demokratie über. Dasselbe passierte in Südkorea. Diese Übergänge verliefen nicht einfach, sondern blutig und chaotisch."
Dem schliesst sich Henry Kissinger an. "Ich würde sagen, dass China in diesem Jahrhundert mit gewaltigen innenpolitischen Problemen konfrontiert werden und vor allem mit seiner unmittelbaren Umgebung zu tun haben wird." Damit vertritt er die Ansicht das China kein Land im westlichen Sinn ist, sondern ein Vielvölkerstaat mit zentraler Führung. Ein Land das "damit umgehen muss, dass die Bevölkerung in den Küstenregionen auf dem Stand einer Industrienation steht und im Binnenland auf dem eines Entwicklungslands."
David Daokui Li gibt sich in der Debatte ganz Diplomatisch. "Reform bedeutet eine allmähliche Verbesserung unserer politischen und wirtschaftlichen Institutionen. Öffnung bedeutet, vom Westen das Beste zu lernen. Zu Beginn zweifelten die Menschen an der Botschaft der Reform und der Öffnung, wie Fareed ganz richtig erwähnt hat. Aber unser Führer Deng Xiaoping sagte: Keine Debatten. Macht es einfach. - Ich fürchte, Denk Xiaoping wäre kein Fan eines solchen Anlass heute. Vielleicht schon eher von Nike: Just do it." Dem chinesischen Volk geht es nicht um Rache oder dem Versuch Amerika zu kopieren. "Es handelt sich vielmehr um die Erneuerung einer friedlichen, selbstbewussten und offenen Zivilisation..."
Dieses kurzweilige Buch gibt einem einen hervorragenden Einblick über die Herausforderungen vor denen China steht. Eine Debatte, auch angesichts der Teilnehmer auf höchstem Niveau. Es stellt sich die Frage wer hat recht. Dies wird die Zeit zeigen, aber das Saal Voting Resultat verraten wir nicht. Nur soviel, vor der Debatte lagen die Stimmen wie folgt verteilt: 39% Ja, 40% Nein und 21% unentschlossen.
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