Kurzbeschreibung
»Erleuchtet von einem Strahl irdischer Gnade«, so schrieb Ulrich Weinzierl über die Lyrik Rose Ausländers (FAZ). Die Gedichte dieses Bandes stammen aus der Zeit von 1927 bis 1947. Er versammelt die Gedichte des 1939 erstmals in Rumänien erschienenen Bandes ›Der Regenbogen‹ sowie siebzig weitere verstreut publizierte Gedichte. Dem ›Regenbogen‹ blieb der literarische Erfolg versagt. Das hatte vor allem politische Gründe: Einerseits verlor sie wegen der zunehmenden Rumänisierung der Bukowina nahezu jede Publikationsmöglichkeit in ihrer Heimat, andererseits wurde dem Band einer jüdischen Lyrikerin in Deutschland keine Beachtung geschenkt. Sensibilität und Schlichtheit vor allem prägen die Gedichte Rose Ausländers aus dieser Zeit. Traditionsbewußt in ihrer Sprache, beschwören sie Natürlichkeit und Menschlichkeit aus der Sicht einer klar denkenden Frau.
Über den Autor
Rosalie Beatrice »Ruth« Scherzer, wird am 11. Mai 1901 in Czernowitz/Bukowina (Österreich) geboren. Sie studiert Literatur und Philosophie an der Universität Czernowitz und wandert 1921 mit Ignaz Ausländer (Heirat 1923, Scheidung 1930) in die Vereinigten Staaten aus. 1931 kehrt sie nach Czernowitz und später Bukarest zurück. 1939 erscheint "Der Regenbogen", Rose Ausländers erste Buchpublikation. Nach der Besetzung von Czernowitz durch SS-Truppen 1941 wird Rose Ausländer im Getto der Stadt gefangengesetzt und darf nach Auflösung des Gettos die Stadt nicht verlassen. Sie lernt Paul Celan (Paul Antschel) kennen. Im Frühjahr 1944 besetzen russische Truppen die Bukowina und befreien die jüdische Bevölkerung. 1946 reist Rose Ausländer erneut nach New York aus. In den Folgejahren (bis 1956) schreibt sie ihre Gedichte ausschließlich in englischer Sprache. Nach einem Aufenthalt in Wien wird 1965 Düsseldorf ihr Wohnort. 1988, am 3. Januar, stirbt Rose Ausländer.