Inhalt:
Unna 1975. Er ist der kleinste von Ihnen. Und obwohl die anderen aus der Klicke ihn wo immer es geht beschützen, können sie doch die Übergriffe des pädophilen Hausmeisters auf ihn nicht verhindern. Denn sie wissen nichts davon. Zumindest eine ganze Zeit lang. Doch dann offenbart er sich seinen Freunden. Und die Jungen beschließen, es dem Hausmeister heimzuzahlen, Rache zu nehmen. Und plötzlich ist der Hausmeister tot Doch das ist noch das kleinere Übel
Kritik:
Weber schafft es wie kein Zweiter in seinen Romanen das Skurrile, Ungewöhnliche mit der Lebenswelt des normalen Durchschnittslesers zu verbinden. Das Ergebnis schockiert, weil es so lebendig, so real, so echt wirkt. Auch dieser Roman schlägt gekonnt die Brücke zwischen Wahrheit und Fiktion, zwischen Realität und Erfundenem und zieht den Zuhörer mit der sich permanent steigernden Geschwindigkeit sich überschlagender katastrophaler Ereignisse in seinen Bann.
So, genau so muss Unna 1975 ausgesehen haben. Genauso, wie Weber es beschreibt, haben die Kids damals die Freizeit verbracht. Der alte Bauernhof, der als düstere Kulisse für das Geschehen dient ist als Lokation genauso greifbar, wie die Hochhaussieldung, in der der Hausmeister sein schäbiges Unwesen treibt.
Inhaltlich bietet die Story gute Krimikost mit einem Hauch Grusel. Wird die eigentliche Geschichte stringent vorangetrieben, so bleibt das Unheimlich, Dunkle, Düstere bis zum Schluss unergründlich, geheimnisvoll, omnipräsent. Was zum Teufel geht da im Keller des Bauernhofes um? Wer ist der Lichtlose, der mit seinen an die Wand des Kellers gemalten Sprüchen klar zum Ausdruck gibt, dass er das Geheimnis der Kids kennt? Wie ernst ist die Drohung des Lichtlosen zu nehmen?
Fragen über Fragen, die den Leser über die gesamte Lesezeit hinweg beschäftigen und mit einem Knall am Ende des Romans aufgelöst werden.
Fazit:
Krimi mit einem Schlag Grusel, Psychodrama mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit. Das Genre des Romans ist nie wirklich klar identifzierbar. Gut so, denn die Mischung ist brisant und lässt Langeweile zu keiner Sekunde aufkommen. Wie immer überrascht Weber den Leser am Ende der Story!
Das Titelmotiv des Buchcovers ist leider wie das zweite aus der Serie zu blass und zu nichtssagend. Ein Rückschluss auf den Inhalt des Romans ist hieraus leider nicht möglich.
Die Ähnlichkeit des Covers zu dem beim zweiten Weberroman verwendeten Motiv ist darüber hinaus derart frappierend, dass hier eine starke Verwechselungsgefahr besteht.