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Wir waren noch einmal davongekommen: Erinnerungen [Gebundene Ausgabe]

Wolf Jobst Siedler
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag (21. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886807908
  • ISBN-13: 978-3886807901
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 534.253 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolf Jobst Siedler
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wolf Jobst Siedler war noch einmal mit dem Leben davon gekommen, und als er nach dem Zweiten Weltkrieg aus englischer Gefangenschaft nach Hause kam, fand er auch das Elternhaus in Berlin Dahlem unzerstört. Keine schlechte Ausgangsposition also für ein unterm Strich doch recht unbeschwertes Nachkriegsleben, auch wenn sich Siedler erst einmal "fremd im Zuhause" fühlte und bei der Suche nach den Orten seiner Kindheit in Berlin dann natürlich doch auch auf die Trümmer stieß, in die der Krieg große Teile der Stadt gelegt hatte. Auch in der Liebe hatte Siedler Glück: Früh fand er die Frau für's Leben. Und was sein berufliches Fortkommen anbelangt – auch hier bleibt er von größeren Rückschlägen verschont.

Getreu dem Herzog von Marlborough zugeschriebenen Motto "Der kommt am weitesten, der nicht weiß, wohin er geht", ergeht sich Siedler in nicht unbedingt sehr zielscharfen Studien, schreibt bald für den "Monat" und die "Neue Zeitung", wo er eine feste Anstellung bekommt, und erhält, als die "Neue Zeitung" eingestellt wird, mit der schon zur Gewohnheit gewordenen Portion Glück, eine feste Stelle beim "Tagesspiegel", wo man ihm alsbald die Leitung des Feuilletons überträgt. Ob zu Fragen der Literatur, des Theaters oder der politischen Kultur -- Siedler führt nicht nur die Redaktion, sondern auch eine weithin beachtete Feder. Von einigem Einfluss sind – zum Segen Berlins – seine Kommentare zur Architektur.

Natürlich berichtet Siedler, der seine Bestimmung schließlich als Verleger fand, in seinen Erinnerungen von seinen zahlreichen Begegnungen mit Literaten und Figuren der Zeitgeschichte: Thomas, Katia und Golo Mann, Albert Speer, Konrad Adenauer, Hannah Ahrendt etwa, Richard von Weizsäcker und Günter Grass, um nur einige wenig wahllos herauszugreifen – hübsche Anekdoten und ein Panoptikum der Zeitgeschichte. "Natürlich", hat ein Kritiker treffend kommentiert, "atmen Siedlers Erinnerungen auch etwas von den Ingredienzien, die zu einem solchen Buch, zumal nach einem solchen Leben, dazugehören: vornehm gepflegte Eitelkeit, angelsächsischer Snobismus, Parfum. Aber es ist wie immer mit dem Parfum, es kommt auf das richtige Maß an, damit es anzieht, statt abzustoßen". Das richtige Maß hat Siedler in der Tat getroffen. Herausgekommen ist die lesenswerte Bilanz eines in schwierigen Zeiten gelungenen Lebens. -- Hasso Greb

Pressestimmen

„Ein großes Berlin-Erinnerungsbuch!“ (Mitteldeutsche Zeitung )

„Muntere Kollegen schrieben ihm den Titel 'Mr. Berlin' zu.“ (Die Zeit )

„Daß das Pflegen, Bewahren und Restaurieren nicht die dekadente Zerstreuung einer sentimentalen Spätzeit ist, lehren Siedlers Essays wie das Werk des Verlegers. Man wünscht sich, daß dieser noble Autor, der das eigene Leben mit der Ehrlichkeit und Diskretion eines römischen Senators in eine historische Perspektive rückt, den in Aussicht genommenen dritten Band über die Jahre als Verleger tatsächlich schreibt.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Anmut und Würde
Kaum denkbar, dass jemand das Buch von Wolf Jobst Siedler "Wir waren noch einmal davongekommen" (Siedler-Verlag) aus der Hand legt, ohne sich vielfach bereichert zu fühlen. Ich war verblüfft über den Kunst- und Sachverstand in den Erinnerungen, mit denen der 1926 geborene Publizist Wolf Jobst Siedler auf verschiedenen Feldern wie Architektur, Literatur, Malerei, Bildhauerei, Philosophie und Geschichte seine Leserinnen und Leser analytisch und doch anmutig erzählend unterhält.
Nach einem „frei schwebenden Studium" der Literatur, Theologie und Philosophie hat Siedler seine Erfahrungen als Sekretär des „Kongresses für die kulturelle Freiheit" ab 1953, mit 29 Jahren als Leiter des Feuilletons des „Tagesspiegels", 17 Jahre lang als Leiter der Verlage Ullstein und Propyläen und in dem von ihm gegründeten Siedler-Verlag gewonnen.
21-jährig kehrt Siedler aus der Kriegsgefangenschaft 1947 in die in Trümmern liegende Viermächtestadt Berlin zurück. Mit der Faszination seiner Persönlichkeit und als Lenker der erwähnten namhaften Verlage gelingt es dem Homme de Lettres in seinen Erinnerungen die bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit kennen zu lernen und, unterstützt von Fotografien, sprachmächtig ihre Eigenarten und Ziele lebendiger vor Augen zu führen, als das Nachschlagewerke vermögen.
So entsteht eine Revue berühmter Dichter, wie zum Beispiel Thomas und Heinrich Mann, Gerhart Hauptmann, Gottfried Benn, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Anna Seghers, Ernst Jünger, Alfred Döblin, Robert Musil, Heimito von Doderer, Ricarda Huch, Heinrich Böll, Günter Grass, Martin Walser, Uwe Johnson, der Gruppe 47 und herausragender amerikanischer, französischer, italienischer und russischer Poeten,
ein Überblick über Epoche machende Architektur, Malerei und Bildhauerei mit Namen wie Karl Friedrich Schinkel, Walter und Martin Gropius, Mies van der Rohe, Ludwig Hilberseimer, Wassily Luckhardt, Albert Speer, Hans Scharoun, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Pablo Picasso, Henri Matisse, Waldemar Grzimek, Gerhard Marcks, Ludwig Kasper,
ein Who is who großer Politiker wie Konrad Adenauer, Willy Brandt, Carlo Schmidt, Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Bruno Kreisky und Winston Churchill.
Streiflichter werden auf bedeutende Historiker, Philosophen und Soziologen gerichtet, beispielsweise Franz Altheim, Golo Mann, Joachim Fest, Martin Heidegger, Martin Buber, Karl Jaspers, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt und Ernst Niekisch,
und schließlich präsentieren die Erinnerungen ein Bild namhafter Publizisten, Literaturkritiker und Verleger, die Zeitgenossen Siedlers waren, wie zum Beispiel Walter Dirks, Julius Elias, Ernst Rowohlt, Kurt Wolff, Gustav Kiepenheuer, Johannes Gross, Joachim Kaiser, Alfred Kerr, Melvin Lasky, Friedrich Luft und Marcel Reich-Ranicki.
Dass die Erinnerungen Siedlers sich auch auf Berühmtheiten des Theaters und der Musikszene erstrecken, versteht sich von selbst. Auch hier bewährt sich sein feinsinniger Kunstverstand mit Ausnahme einer längeren Kritik, die sich auf das von Marlene Dietrich vorgetragene Chanson "Sag mir, wo die Blumen sind" bezieht. Siedler meint: „Musikalisch formuliert es die Klage über die Vergänglichkeit, und seine Trauer ist von so banaler Allgemeinheit, dass es gar nicht merkt, den Krieg zu einer natürlichen Sache gemacht zu haben. Man tanzt die Sentimentalität." Was jedoch dieses Lied anklagt, ist die Tatsache, dass die gefallenen Soldaten für ebenso natürlich hingenommen werden wie Blumen pflückende Mädchen. „Und über Gräbern weht der Wind": Das schockiert in dem nur scheinbar natürlich wirkenden Kontext und löst Betroffenheit aus.
Ich bin mir aber sicher, die Lesenden werden sich den weitaus meisten Argumenten Siedlers anschließen und sich von seinen Assoziationen tragen lassen, die Respekt und Taktgefühl auch dort beweisen, wo sie kritisch sind.
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Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe das Buch als Geschenk versendet, weil es bereits ebenfalls in meinem Besitz ist. Der Beschenkte fand das Buch auch sehr gut geschrieben und informativ.
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Format:Broschiert
Das Buch befand sich in einem einwandfreien Zustand, wie in der Verkaufsanzeige angegeben. Die Lieferung erfolgte pünktlich in der angegebenen ZEit.
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