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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"So war es, und ich war dabei!", 5. April 2002
Von Ein Kunde
Dieser nostalgische Eindruck, versetzt mit einer gehörigen portion Amusement, drängt sich einem Leser, der sich ebenfalls durch unzählige Loads, Gotos, Pokes, Autoexecs und Configs gewurschtelt hat, unweigerlich und trotzdem ganz ungezwungen auf. Wie kam ich doch noch zu meiner ersten Spielekonsole? Ach ja, die Eltern haben mir TATSÄCHLICH geglaubt, daß ich aufgrund der Tastatur des Philips G7000 wirklich auch für die 5. Klasse OS arbeiten könnte. Daß es am Ende nur zum Programmieren neuer Jump & Run - Level reichte, muß ich wohl nicht näher erwähnen. Aber es war ein Heidenspaß und hat mich die Feinheiten und Möglichkeiten der Computertechnik im Spiel erforschen und erobern lassen (und heute verdiene ich mein Gelde damit). Später kam dann der Commodore 128D (!) - man wollte ja auch für die Schule arbeiten und brauchte schon etwas Richtiges - mit Unmengen an Spielen hinzu, Spiele, die ich jetzt in diesem Buch wiederfinde und eigentlich niemals wirklich vergessen habe. Ebenso wie die Erkenntnis, daß man von Eltern mit dem richtigen Bildungsargument zur rechten Zeit wirklich die Welt zu Füßen gelegt bekommt.Dieses Buch schlägt eine weite, einladende Brücke in die eigene Vergangenheit. Man erlebt wieder die Highscorejagden, den Freundesneid bei neuen Summergames - Rekorden, den Respekt dafür, der gemeinste und erfolgreichste Raubkopierer im ganzen Ostkreis gewesen zu sein, die durchzockten Nächte mitsamt durchschlafenen Schulstunden und die ersten Schritte zu der Weisheit, daß es außerhalb von tristem Schulalltag, Mädchenfrust und Partykatern noch wirklich Großartiges gab: eine Welt nur für uns Gamer. Und irgendwie stellt man fest, daß davon auch heute noch viel geblieben ist. Wer damals Stunden mit der Konfiguration des EMS-Speichers zubrachte, um am Ende, triumphierend über die Tücken der Technik, den neusten Flugsimulator mit Sprachpaket in sich aufzusaugen, der hat aus diese Zeit etwas mitgenommen. Daher kann ich jedem leidenschaftlichen Gamer von damals die Lektüre dieses Buches nur wärmstens empfehlen. Allerdings möchte ich auch meine beiden Kritikpunkte nicht verschweigen: Ich hätte mir noch mehr der netten Anekdoten und Geschichtchen rund um das Computerspielen gewünscht und weniger vermeintlich analytisch-objektive, tatsächlich aber wohl doch eher recht subjektive Teildarstellungen der Spiele auf der Metaebene, die das Buch insgesamt nicht ganz rund erscheinen lassen. Daß beide Autoren auch noch einen unterschiedlichen Schreib- und Erzählstil haben, nährt diesen Eindruck zusätzlich. Schade... aber es ist wiederum auch kein gravierender Mißstand. Was ich dahingegen als wirklich nachteilhaft empfinde, obwohl mir bewußt ist, daß an diesem Punkt wohl jedes Buch über Computerspiele partiell scheitern wird, ist die mangelnde Aktualität und die teilweise zweifelhafte Auswahl der behandelten Spiele. Da hat man doch manchmal das Gefühl, daß die Autoren eher nach persönlichen denn nach sachlichen Gesichtspunkten ihre Auswahl getroffen haben, wobei ich jedoch, auch bei selbstkritischer Betrachtung, jedem wirklichen Gamer eine in diesem Punkte gewissenhafte Objektivität absprechen möchte. Fazit: Amüsante Anekdoten, aus dem Nebel der Vergangenheit wieder auftauchende Erinnerungen, stilvolles Lesevergnügen und sachliche Informationen - was will man von einem Buch über Computerspiele mehr?
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