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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zwiespältige Gefühle ..., 27. April 2005
Vorabanmerkungen: "WIR WAREN HELDEN" basiert auf dem Buch "We Were Soldiers Once ... And Young", das die erste kriegerische Auseinandersetzung zwischen der US-Armee und der Volksarmee Vietnams dokumentiert, die am 14. November 1965 begann und im Tal von La Drang zu einer mehrtägigen Schlacht zwischen rund 400 amerikanischen Soldaten und geschätzten 2000 Vietnamesen führte. Das Buch "We Were Soldiers Once ... And Young" stammt von zwei Zeitzeugen. Der hoch dekorierte Militärstratege Lieutenant Colonel Harold G. Moore führte damals die US-Truppen an und wird im Film von OSCAR-Preisträger Mel Gibson verkörpert. Kriegskorrespondent Joseph L. Galloway (dargestellt von Barry Pepper) war indes ein Zivilist, der dem Massaker bis zum Ende beiwohnte, um die Geschichte für die Nachwelt festzuhalten. Der Film existiert in zwei Fassungen (FSK 16 und FSK 18)Zur Story: Zu Beginn des Vietnam-Krieges führt die US-Army ein neues, revolutionäres Einsatzkonzept ein: Die Truppen sollen mit Hubschraubern in die Kampfzone gebracht werden und am Ende der Kämpfe auch wieder mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden. Für die erstmalige Umsetzung dieses Konzeptes sucht die militärische Führung Lieutenant Colonel Moore aus, der sein frisch aufgestelltes Bataillon Ende 1965 mit der neuen Methode in die erste große Konfrontation zwischen Amerikanern und Nordvietnamesen führt. Der Film schwankt in der Erzählung zwischen dem Gemetzel in La Drang und der lebensbedrohlichen Situation für die zahlenmäßig total unterlegenen G.I.'s einerseits und der Betrachtung der in den USA zurückgebliebenen Ehefrauen der Soldaten mit ihren Problemen und alltäglichen Schwierigkeiten aber auch ihren psychischen Belastungen und der Angst um die Ehemänner andererseits. Statement allgemein: Was für deutsche Augen mitunter triefend patriotisch anmutet, ist - und das darf ich hoffentlich glaubwürdig aus eigener Erfahrung mit den US-Streitkräften ausführen - in der Tat der tägliche Umgang der Soldaten untereinander, das Verhältnis der Ehefrauen in den Garnisonen zueinander und auch die herrschende Mentalität in den US-Streitkräften. Aus soldatischer Perspektive betrachtet ist dies aber, wenn man es persönlich erlebt hat - sehr viel hilfreicher für den Einzelnen als die hierzulande "ach so politisch korrekte" und übliche gefühlsmäßige Neutralität. Die Darstellung des Kriegshorrors in "WIR WAREN HELDEN" ist überaus plastisch gehalten und vermittelt einen unmittelbaren Eindruck der Geschichte, wenngleich natürlich festzuhalten ist, dass dieser Eindruck - vor dem Hintergrund der zur Drehbucherstellung verwendeten Buchvorlage (siehe oben) - nicht objektiv sein kann, sondern die ganz subjektive Perspektive von genau zwei Personen in dem ganzen Geschehen wiedergibt. Was in der Tat schade ist, und damit zur Kritik, ist, dass man sich über die amerikanische Perspektive in der Tat kaum hinausgelehnt hat. Die vietnamesische Gegenseite wird mehr oder minder anonym gezeichnet und die dortige Motivlage für die Kämpfe wird ebenfalls kaum - um nicht zu sagen gar nicht - beleuchtet. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass in der englischen Originalfassung (Ton) die Lagebesprechungen des vietnamesischen Kommandeurs (die in vietnamesisch gehalten werdern) bedauerlicherweise nicht untertitelt sind. Dies ist in der deutschen Fassung anders und man gewinnt wenigsten teilweise einen Eindruck vom Denken der Nordvietnamesen. Statement DVD: Die mir vorliegende FSK 18-Version beinhaltet 2 DVD's. Auf der ersten ist die ungekürzte US-Kino-Version und ein Audio-Kommentar des Regisseurs Randall Wallace. Bild und Ton entsprechen dem Standard (DD 5.1). Schade ist, dass lediglich deutscher Untertitel und auch lediglich eine deutsche und eine englische Tonspur vorhanden sind. Da ist man besseres gewohnt. Ein nettes Feature ist hingegen der mehrfarbige Untertitel für Hörgeschädigte. Auf der zweiten DVD finden sich rund 90 Minuten Bonusmaterial; die deutschen und US-Kinotrailer, ein Making Of, entfallene Szenen, Infos zur Besetzung und der Produktionscrew, eine Fotogallerie, die US-Fernseh-Spots, ein "Behind-the-Scenes", ein Interview mit Mel Gibson, Produktionsnotizen sowie die Trailer weiterer Filme auf DVD. Zumindest das Bonusmaterial lässt also keine Wünsche offen. Bewertung/Fazit: Für "europäische (und speziell deutsche) Nicht-Militärs" ist "WIR WAREN HELDEN" in Zeiten der Bush-Administration mit Vorsicht zu genießen. Die eindeutig amerikanische und patriotische Perspektive kann - wenn auch für die US-Streitkräfte zutreffend und korrekt dargestellt - in deutschen Wohnzimmern für einige Verstörung sorgen. Insofern ist dieser Film, jenseits aller optischen Qualität als (Anti-)Kriegsfilm, nicht unbedingt uneingeschränkt empfehlenswert, sondern sollte einer differenzierungsfähigen Klientel vorbehalten bleiben.
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