Wenn Heribert Prantl einen Leitartikel in der Süddeutschen Zeitung verfasst, liest sich dieser stets klar, strukturiert, bildreich, intelligent und wortgewaltig.
Diese Eigenschaften bringt auch 'Wir sind viele' mit. In kleine Unterkapitel aufgeteilt, liefert Prantl seine Ansichten zum Finanzkapitalismus und bleibt seiner humanistischen Linie mit dem ständigen Drang Selbstreflexion beim Leser zu schüren treu.
Ganz gewiss ist dies nicht nur eine Abrechnung, es ist auch ein Appell: Es gilt die Demokratie wieder zu entdecken und auszufüllen; sich davon zu lösen, dass das Geld und die Finanzwelt letztlich alles regieren, statt dass das friedensverwöhnte Volk dies tue und dabei unbedingt Acht gibt auf seine schwächsten Mitglieder. Gerechtigkeit ist Prantls übergeordnetes Ziel
Dieses Büchlein weckt auf und täuscht: Die knapp 50 Seiten bieten sehr viel mehr als man auf den ersten Blick denkt.
Also: Lesen und Streiten.