Was es ist:
Eine spinnerte Zukunftsvision? Eine genaue Bestandsaufnahme? Ein provokantes Plädoyer? Das Buch ist all das - und noch mehr: Vor allem ist "Wir sind online - wo seid ihr?" ein schlaues Essay über ein spannendes Gesellschaftsthema. Es geht der Frage nach, was daran falsch sein soll, sich kompromisslos digital zu vernetzen? Klaus Raab gibt der "unterschätzten Generation" eine starke Stimme. Der Wahl-Berliner Autor ist ein sprachbegabter Journalist und mit 32 Jahren ein Kenner der digitalen, aber auch der analogen Welt. In verschmitzten Worten und klaren Gedanken führt er aus, was die digitale Generation auszeichnet, warum das World Wide Web der neue Pop ist, warum sich virtuell und real prima ergänzen und dass die Digitale Revolution unser Leben bestimmt wie kaum etwas anderes.
Wer es liest:
Alle, die gerne online sind und die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung voll ausschöpfen, werden dieses Buch lieben. Ebenso die, die sich schon immer über die Vorverurteilung als Dummsurfer geärgert haben. Wer sich außerdem für Generationsvergleiche, Kommunikationsgeschichte oder die kulturhistorische Bedeutung der digitalen Welt interessiert, wird der Lektüre viel Vergnügen abgewinnen können.
Was schön ist:
Klaus Raab nimmt das Thema ernst, ohne in die Sachbuchfalle zu tappen. Nüchterne Fakten oder dozierende Belehrungen findet man an keiner Stelle. Stattdessen verpackt der gelernte Journalist das wertvolle Wissen und seine frischen Gedanken in klar strukturierte essayistische Aufsätze, die durch eine satte Portion Humor und Charme zusätzlich punkten. Aufgelockert durch glossierende Zukunftsvisionen und literarische Dialogsequenzen ("Das Drama der Generationen"), bedeutet das Buch abwechslungsreichen Lesespaß. Schön, dass mal einer auf den Punkt bringt, in was für einer aufregenden Zeit wir leben!
Was schade ist:
Das Buch reiht sich ein in das junge Genre der Ich-fixierten Selbsterfahrungsschriften, die sich derzeit scheinbar wie iPhones verkaufen. Man könnte sich von der unvermeidlichen Egozentrik auch hier ein wenig gestört fühlen. Das Thema ist wichtig und stark, keine Frage. Aber vielleicht wäre ein Gesellschaftsroman die elegantere Stilform gewesen?