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Wir sind kein Volk: Eine Polemik
 
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Wir sind kein Volk: Eine Polemik [Taschenbuch]

Wolfgang Herles
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 231 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 4 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492046630
  • ISBN-13: 978-3492046633
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 841.656 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolfgang Herles
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Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wir sind ein Volk skandierten die DDR-Bürger seinerzeit zum Abgesang auf ihren Staat. Mit wehenden Fahnen liefen sie zum resignierten Entsetzen der abgehalfterten SED-Regierung zur Republik der "Klassenfeinde" über, die ihnen dies schon bald vergoldeten. 14 Jahre nach der Selbstauflösung der DDR und staatsrechtliche Herstellung der Deutschen Einheit gibt der Zustand der Bundesrepublik Deutschland kaum noch Anlass für irgendwelche Jubelfeiern. Das Projekt Deutsche Einheit ist unter dem Strich ein komplettes Desaster. Dies ungeschminkt in voller Lautstärke in die Welt hinauszuposaunen wagt sich Wolfgang Herles in seiner süffigen Polemik Wir sind kein Volk.

Herles wird für seine scharfzüngige Abrechnung mit den Lebenslügen der vereinten Republik manche Schläge mit der von ihm so genannten "Patriotismuskeule" einstecken müssen. Er wird es gelassen ertragen, denn er weiß: Er hat Recht! Damit etwa, dass die deutsche Einheit nicht, wie man uns einreden wollte, jeden erdenklichen Preis rechtfertigt. Damit, dass die Kardinalfehler des Beitritts -- Währungsunion zum Kurs von 1:1; die zu schnelle Angleichung der Einkommen, die Sozialunion etc. -- mit ungewissem Ausgang uns noch Jahrzehnte schwer zu schaffen machen werden. Und dies obwohl es sehr wohl vernünftige Alternativen zum Fahrplan der Einheit gegeben hätte, ja unter Umständen sogar zur Einheit selbst! Recht hat der Autor vor allem damit, dass man aus dem Vereinigungsdesaster und allem, was in logischer Konsequenz daraus folgt, nun wenigstens für die Zukunft die Lehre ziehen müsste (was nicht geschieht), dass man sich von überschäumenden Gefühlen nicht den Sinn für die Realität vernebeln lassen darf. Zumindest dann, wenn man für seine Politik in Anspruch nehmen will, sie sei nicht nur edel und gut, sondern nach bestem Wissen und Gewissen auch richtig und verantwortbar.

Wer gekonnte Polemik zu schätzen weiß, wird dieses rücksichtslose Buch trotz des ernsten Themas mit Genuss lesen. -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

»Deutschland – einig Vaterland« war immer schon eine Fiktion der Idealisten, eine Wunschvorstellung, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Tatsächlich hat gerade die hart erkämpfte deutsche Einheit 1990 das Land nur noch tiefer gespalten: In Ost und West, in Arm und Reich, in Profiteure und Zahler. Die »blühenden Landschaften in Ostdeutschland« sind ferner denn je, die gesamtdeutsche Wirtschaft wird durch die falsch konzipierte Vereinigung gelähmt: Statt der versprochenen Zuwachsraten gibt es Stillstand, ja sogar Rückschritt. Das gesamtdeutsche Nationalgefühl ist ein Relikt aus der historischen Mottenkiste und nicht wieder zu beleben: Weiterhin gibt es zwei Gesellschaften, eine ost- und eine westdeutsche. Schon jetzt ist absehbar: Die »Wiedervereinigung« wird Deutschland länger belasten, als die DDR existiert hat.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Jajaja, die Ossis habens versägt, vergeigt, vertrottelt, diese charakterlosen Jammerlappen, allen voran natürlich Wolfgang Thierse. So jedenfalls sieht es der westdeutsche Journalist Wolfgang Herles. Sein Buch bezeichnet er zwar als Polemik. Doch eine Polemik muss Geist haben, will sie ihr kritisches und aufklärendes (nicht aufklärerisches) Potenzial entfalten. Herles Werk lässt diesen Geist jedoch vermissen. Abgesehen von teils schlechten Recherchen gehen hier statt dessen banale Weisheiten wie die über die gescheiterte wirtschaftliche deutsche Einheit (rein formal-juristisch handelte es sich um einen Anschluss der Ex-DDR an das Bundesgebiet, auch daran lag bereits eine Ursache des Scheiterns) und Stammtischvorurteile gegenüber Ostdeutschen eine höchste unselige Verbindung ein. Heraus kommt eine Unverschämtheit, keine Polemik, sondern eine Schmähschrift.

Sicher tragen auch die Ostdeutschen ein Maß an Verantwortung für das Scheitern. Es begann schon im Vorfeld, als aus dem demokratisch-emanzipatorischen "Wir sind DAS Volk" das romantisch-nationalistische "Wir sind EIN Volk" wurde. Nach dem Mauerfall ahnten aufmerksame Beobachter bereits, wohin die Reise gehen würde: Mit vollen Plastiktüten brachte man die Errungenschaften des Kapitalismus über die „Zonengrenze", überdies die friedliche Revolution von den Höhen eines demokratischen Aufbruchs in die Niederungen des praktischen Materialismus herunter.

1990 kam die Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion, die die westdeutschen Sozialsysteme langfristig und die ostdeutsche Wirtschaft in kürzester Zeit ruinierte: Zeugnis eines grandiosen Versagens westdeutscher Wirtschaftswissenschaftler, die vier Jahrzehnte lang in Freiheit forschen durften. Ein paar helle, kritische Köpfe gab es hüben wie drüben. Z.B. Oskar Lafontaine, der einen Stufenplan zur Einheit vorlegte, den man heute als visionär bezeichnen muss, und dafür von der versammelten „Öffentlichkeit" (wahrscheinlich auch von Herles damals) als Staatsfeind Nr.1 und Hochverräter an der nationalen Sache behandelt wurde und noch wird. Im Osten gab es Oppositionelle, die eine wirkliche Vereinigung auf der Grundlage einer neuen gemeinsamen Verfassung wollten, oder die einen „Dritten Weg" für die Ex-DDR vorschlugen. Sie wurden im Westen von allen bekämpft, die fürchten mussten, der „Dritte Weg" könnte ein so attraktives Modell werden, dass die „soziale Marktwirtschaft" als das erkannt würde, was sie ist und als was wir sie gerade erleben: ein Wolf im Schafspelz. Im Osten wurden diese Leute von denen, die an die DM-Tröge drängten, als „Träumer" diffamiert.

Das Scheitern der Einheit muss vor allem als ein Versagen der westdeutschen Eliten gelesen werden. Die Ostdeutschen hingegen bewiesen nach der Wende eine Lernbereitschaft und Flexibilität, wie sie sich die Apologeten der Neoliberalismus nicht besser und devoter wünschen können. Millionen bildeten sich weiter, suchten sich neue Jobs, gründeten Firmen, zogen aus der Heimat fort, weil man dort ihre Betriebe geschlossen hatten - eine Flexibilität, wie sie Westdeutsche nicht einmal ansatzweise zeigen mussten. Herles entgeht diese Vereinigungsleistung offenbar vollständig. Adorno trivial interpretierend kann es für ihn nichts Richtiges im Falschen geben. Das Übel der offiziellen DDR lebt in den Köpfen ihrer ehemaligen Bewohner weiter. Das Böse ist immer und überall. In seinem Buch präsentiert sich Herles als ein Exemplar jener unangenehmen „Besser-Wessis". Es bleibt ein Rätsel, woher er die Chuzpe dafür bezieht.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Erstmals habe ich eine so schonungslose ehrliche Schilderung der tatsächlichen Lage zur deutschen Einheit gelesen. Und um es gleich vorwegzunehmen, dieses Buch richtet sich ausdrücklich nicht gegen DIE Ostdeutschen (auch ich bin in der ehemaligen DDR groß geworden), die es so ohnehin nicht gibt , wie auch der Autor ausdrücklich betont, sondern attaktiert die Lebenslügen, Selbsttäuschungen und Tabus der GANZEN Nation. Vielmehr werden vor allem die Fehler der (west)deutschen Politik im Prozess der deutschen Einheit aufgezeigt, die unter dem Eindruck des Einheitswillens vieler Ostdeutscher, welcher doch überwiegend materiell bestimmt war, gemacht wurden. Das Buch bietet darüber hinaus einen geschichtlichen Abriss über den deutschen Nationalstaat bis zum vereinten Europa von heute mit den gleichen Problemen, die wir in unserem Land haben. Und es ist ein Plädoyer für die Freiheit und Individualität des einzelnen, und gegen Gleichmacherei, Duckmäusertum, aber auch falsch verstandenen Patriotismus, also gegen alle, die aufgehört haben, selbst zu denken und eigenständig zu handeln (Für mich sehr beeindruckend im Kapitel über die Geschwister Scholl beschrieben). Auf jeden Fall eine gute Grundlage für eine offene Diskussion über den Zustand unseres Landes. Das dabei dennoch gelegentlich Vergleiche nicht ganz glücklich sind, schreibe ich dem Autor zugute, hier halt auch bewußt polemisieren zu wollen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die DDR in den Köpfen 1. Januar 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Es wird wohl kaum jemanden geben, der nach der Lektüre dieses Buches halbwegs gleichgültig bleibt. Herles provoziert und polarisiert - das ist auch gut so. Nichts braucht dieses Land mehr als eine offene Diskussion. Allein dieser Mut verdient 5 Punkte.

Herles stellt zwei Grundkonzepte menschlichen Seins und Denkens gegenüber: Zum einen die Auffassung, dass der Mensch für sein Glück und sein Handeln selbst verantwortlich ist und dass der Staat eigentlich nur die rechtlichen Rahmenbedingungen bereitstellen sollte, innerhalb derer jeder nach seinem Glück streben kann. Zum anderen die Auffassung, dass der Staat als mächtige Instanz für das Wohl und Wehe seiner Bürger verantwortlich ist - plakativ ausgedrückt ist das der Glaube an die Allmacht des Staates und das Misstrauen gegenüber der persönlichen Freiheit des Individuums.

Der Verfasser neigt der ersten Richtung zu, nicht zuletzt, weil Spielformen der Herabsetzung des Individuums gegenüber einer wie auch immer gearteten Gemeinschaft/Nation in der Geschichte fürchterliche Tragödien angerichtet haben. Diese Konzeption bewirkt nicht vielmehr als das Schaffen einer seelenlosen Staatsbürokratie, der sich der einzelne hilflos ausgeliefert fühlt. Initiative und Bürgersinn erlahmen, statt dessen werden Anspruchsdenken und Blockwartmentalität gefördert. Es scheint mir, dass eben dieser tief verwurzelte (Irr)glauben an die wohlwollende Macht und die allseelig machenden Möglichkeiten der staatlichen Gemeinschaft/Nation das Land in eine tiefe Depression gestürzt hat. Wer die Freiheit des Menschen zugunsten der Gleichheit gering schätzt, verneint die Einzigartigkeit eines jeden Menschen, der Mensch ist auswechselbar, eine kleine Schraube am großen Ganzen. Wer so denkt ist wohl kaum noch in der Lage, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen. Genau das ist aber eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Demokratie - wenn dies nicht erfüllt ist, ist dem Totalitarismus Tür und Tor geöffnet.

Diese Diagnose ist nicht neu (vgl.z.B. Sprenger, Die Entscheidung liegt bei dir - sehr zu empfehlen). Gleichwohl scheint es, dass der Glaube an die glückseelig machende Nation/Staatsgemeinschaft just nach der Vereinigung in diesem Lande vorherrschend geworden ist. Die eigentliche Botschaft des Buches ist nicht Gräben zwischen Ossis und Wessis aufzureißen, sondern bestehende Gräben sichtbar zu machen. Dies ist kein Buch gegen Ossis - sondern gegen fragwürdige Grundüberzeugungen, die dieses Land in seiner Entwicklung zutiefst lähmen. Frei nach Hölderlin: Wer im Staat seine Seeligkeit sucht, schafft sich seine eigene Hölle. Es ist an der Zeit, dass die DDR auch aus den Köpfen verschwindet

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Eine Streitschrift - keine Frage
Der Autor trifft die Einen mit der Faust ins Gesicht - den Anderen spricht er aus der Seele. Das die D-Mark für den Osten zu früh kam, die Vereinigung zu schlecht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. September 2009 von S. Ruppert
Gelungene Polemik
Bei Wolfgang Herles' Buch „Wir sind kein Volk" handelt es sich wie der Untertitel verrät, um eine Polemik. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. August 2005 von Gordian Ezazi
hingeschlampt
Die Thesen von Herrn Herles sind interessant, gut belegt und in vielen Punkten überzeugend. Den Stil finde ich allerdings fast unerträglich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Mai 2005 von Alexandra
Nicht nur der Eintopf ist mißraten!!
Wolfgang Herles hat vollkommen recht! Die Wiedervereinigung haben wir nach Strich und Faden vergeigt und eine weitere Verdrängung dieser Tatsache, aus welchen Gründen... Lesen Sie weiter...
Am 26. Februar 2005 veröffentlicht
Laber & Mecker
Gefördert durch die öffentlichen Auftritte des von mir geschätzen „Aspekte"-Manns Wolfgang Herles habe ich mir „Wir sind kein Volk" kurz nach dem... Lesen Sie weiter...
Am 17. Januar 2005 veröffentlicht
Die Wahrheit ... und nichts als die Wahrheit !!!
Ja, es ist ein schwieriger Stoff, dem sich Wolfgang Herles da auf etwas mehr als 200 Seiten widmet. Und zugegeben, manchmal wirkt er dabei sehr um Polemik bemueht. Lesen Sie weiter...
Am 10. Januar 2005 veröffentlicht
Bitte auf den Nachttisch jedes Bundesbürgers legen!
Wolfgang Herles hat seit 1990 über das Thema Deutsche Einheit immer wieder erfrischend unkonventionell und ohne Rücksicht auf die "political correctness" Polemiken... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Januar 2005 von Othmar-Kurt Traber
Hervorragend, scharfsinnig und geistreich
Dieses Buch sollte als kostenlose Pflichtlektüre an alle Privathaushalte in ganz Deutschland verteilt werden. Finanzieren könnte man dies über den Soli.
Am 4. November 2004 veröffentlicht
Und das ist auch gut so!
Fazit des Buches: Das Ossi hat Schuld.

Hätte Herr Herles trotz - vielleicht angeborener - einseitiger Betrachtungsweise etwas ausgewogener recherchiert und geschrieben,... Lesen Sie weiter...

Veröffentlicht am 1. November 2004 von Max147
q.e.d.
Die beiden Verrisse der Rezensenten vom 20. Oktober zeigen überdeutlich, wie recht der Autor mit seiner polemischen Analyse hat: Gerechtigkeit wird über Gleichheit... Lesen Sie weiter...
Am 31. Oktober 2004 veröffentlicht
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