Mit Hilfe von bewußt gesetzter, einfachster Wortwahl macht der Indianerhäuptling Seattle die gegensätzlichen Sichtweisen von roten und weißen Menschen deutlich. Ein Gegensatz, wie er größer nicht sein kann. Dabei geht es ihm längst nicht nur darum, daß Land niemandem gehören kann und somit weder ge- noch verkauft werden kann.
Er bedeutet vielmehr in überaus beeindruckender Weise, wie die pure Macht- und Profitgier der weißen Amerikaner sie letztlich in den eigenen Untergang treiben wird. Was die heutige Zivilisation bisher noch nicht erkannt zu haben scheint, oder nun, da es fast schon zu spät ist, erst zu erkennen beginnt, ist bereits den Worten dieses weisen Mannes zu entnehmen.
Für die Indianer ist die Natur Teil des Lebens, ja mehr noch: ihre Religion. Sie betrachten sich selbst, als ein Teil der Natur. Konsequent folgert er, daß die Bekämpfung der Natur, in welcher Form auch immer (beispielhaft sei hier das willkürliche Erschiessen von Büffeln aufgeführt), unweigerlich die Vernichtung des Menschen zur Folge hat.
Dabei verschärft die ganz bewußt vor Augen geführte Unterlegenheit der Indianer gegenüber den Weißen -die Seattle ohne irgendeinen Zweifel sieht und anerkennt- die ohnehin bereits vorhandene Dramatik der Rede.
Seattles Rede ist der Hilfeschrei eines untergehenden Volkes und zugleich ein eindringlicher Apell an unsere heutige Welt, die drohende Vernichtung der Natur aufzuhalten und sich auf die in ihr verborgene Schönheit und auf die Natur als Ursprung des Lebens zurückzubesinnen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)