Bücher zur Wirtschaftsethik und zur Diagnose der so genannten "Wirtschaftskrise" gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Der besondere Verdienst dieses Buches ist es, dass es den Fokus nicht auf "die Wirtschaft", "die Manager", das heißt auch immer auf "die anderen" lenkt, sondern die ganz individuelle Verantwortung und Verstrickung des Einzelnen in "die Wirtschaft" aufzeigt. Es gibt nicht "die Wirtschaft", sondern wir alle sind die Wirtschaft! Und gerade darin liegt auch das befreiende des Buches: Wenn wir die Wirtschaft sind, liegt es an uns, sie nach unseren, d.h. nach menschlichen Maßstäben zu gestalten.
Doch wie kann das gehen? Kai Rohmhardt lädt uns ein, ihn auf dem buddhistischen Schulungsweg in der Tradition von Thich Nhat Hanh zu begleiten. In Form von Achtsamkeitsübungen reflektiert der Leser sein Verhältnis zu Arbeit und Geld. Dabei wird deutlich, wie die scheinbaren Zwänge und Notwendigkeiten abgelegt werden können und ein andrer Umgang mit unseren Ressourcen möglich ist. Dabei stehen Qualitäten wie Sinn, Zufriedenheit, Verantwortung und Glück im Mittelpunkt dieses anderen Wirtschaftens.
Das Buch stellt ohne moralischen Zeigefinger viele Fragen, die nachdenklich machen. Die Haltung der Achtsamkeit ermöglich es dem Leser, die Inhalte des Buches im täglichen Leben zu erfahren und die eigenen Verhaltensmuster zu verändern. Die Übungen werden ergänzt durch ganz persönliche Einblicke in die eigene Entwicklung des Autors, was dem Buch auch einen sehr persönlichen und ermutigenden Stil geben.
Zum Lesen und Nachahmen empfohlen!