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Wir sind das Salz von Florenz: Historischer Roman
 
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Wir sind das Salz von Florenz: Historischer Roman [Taschenbuch]

Tilman Röhrig
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 896 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 5 (25. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340415200X
  • ISBN-13: 978-3404152001
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,6 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)
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Tilman Röhrig
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Womöglich wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte die junge Frau aus Ferrara, die schöne Laodomia, dem Spanner, der sie beim Ankleiden von seinem Fenster aus beobachtete, ihre Gunst gewährt. So aber wurde aus dem erotisch gefrusteten Studiosus Girolamo Jahre später der berüchtigte Fra Savonarola, ein unfroher Moralsäuerling, im Florenz seiner Zeit als sittenstrenger "Prophet Gottes" geachtet -- vor allem aber gefürchtet.

Der 1945 geborene Tilman Röhrig, sowohl als Jugendbuchautor wie auch im historischen Genre höchst erfolgreich zu Hause, legt ein seitenstarkes und buchstäblich dralles Sittengemälde aus der Zeit der Renaissance vor. Florenz, im Mai 1470: Il Magnifico Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano, Herrscher und nach eigenem Bekunden das "Salz von Florenz", haben ihren großen Auftritt. Unter allgemeiner Picknickstimmung wird auf der Piazza der letzte der Aufrührer des Aufstandes gegen die Medici-Brüder publikumswirksam massakriert. Ein schwerer Schlag gegen die rivalisierende Familie der Pazzi und ihren Protektor, den unfähigen Papst Sixtus IV., der beim Aushecken der Mordpläne eine unchristlich düstere Rolle spielte.

Mitten hinein in den Kampf Lorenzos des Prächtigen gegen halb Italien, pflanzt Röhrig seine Hauptdarstellerinnen, die schon bekannte Laodomia und ihre Freundin Fioretta, zwei mehr als lebenslustige Frauen, die in Florenz ihr Glück wittern. Auf ihrem Liebes- und Leidensweg in allerhöchste Kreise, kreuzen sich Laodomias Wege schließlich mit denen des früh verschmähten Fra Girolamo wieder. Savonarola, der Sinnenfeind, ist auf dem Weg, Florenz zum Gottesstaat auszurufen. Dabei ist ihm der kunstsinnige Genussmensch Lorenzo ein Dorn im Auge. Auch Laodomia droht höchste Gefahr!

Gewürzt mit allerlei fleischlichen Genüssen sowie martialischen Hinrichtungsorgien, umschifft Röhrig eine literarische Klippe, an der schon mancher deutsche Historienschreiber zerschellte: Pflegen doch nicht wenige Autoren zu Gunsten akkurater geschichtlicher Datenverarbeitung, allzu gerne den erzählerischen Spannungsbogen zu vernachlässigen. Röhrigs saftiges Renaissancegemälde jedoch, gemalt in leuchtenden Erzählfarben, muss den Vergleich mit einem Meisterwerk des Genres, Ken Follets Die Säulen der Erde keineswegs scheuen. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Wir sind das Salz von Florenz", sagt Lorenzo de' Medici zu seinem Bruder Guiliano, als beide auf der Höhe ihrer Jugend und Macht über den Domplatz gehen und die Huldigung des Volkes entgegennehmen. Aber Girolamo Savonarola, der finstere Prediger von San Marco, ist überzeugt, dass das Heil der Welt in der Abkehr von allem liegt, was Freude bringt. Nur die junge Laodomia Strozzi lässt sich von ihm nicht täuschen. Trotz Willkür und Glaubenswahn sucht sie mit ihren Freundinnen, der Magd Petruschka und der lebenshungrigen Fioretta, unbeirrt ihren eigenen Weg. Der prächtige Fürst, der fanatische Mönch und die schöne Patrizierin - durch ihre Augen öffnet sich der Blick auf die dramatische Zeit der Renais sance.

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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Farbe bekennen, 7. Oktober 2002
Der Roman "Wir sind das Salz von Florenz" von Tilman Röhrig ist für mich im bunten Bücherherbst das farbenprächtigste Wortgemälde, ein Glücksfall:

Glücksfall deshalb, weil es dem Autor gelingt, das Florenz der Renaissance aufzuerwecken und den Leser mitzunehmen in den
von Lorenzo de` Medici- dem Förderer der schönen Künste und der Wissenschaften-"lichtdurchfluteten Palast Florenz", aus dem der lebensverneinende Bußprediger Savonarola rigoros das "Licht" vertreibt, da er das farbenprächtige Florenz in ein
graues, heilig-nüchternes Laienkloster verwandeln möchte.-
In diesem Spannungsbogen der Kontraste kann man den interessanten philosophischen Disputen der Gelehrten am Hofe der Medici lauschen, Botticelli beim Malen zusehen, Leonardo da Vincis Eitelkeit erkennen, sich unter den Predigthieben Savonarolas ducken, fühlen, wie sein Angstapparat greift.
Noch hautnaher wird diese Zerreißprobe, indem die Machtgeschichte in den Lebensbereichen von drei Frauenfiguren gespiegelt wird:
Laodomia, Sympathieträgerin und eigentliche Protagonistin des Romans, deren Wege sich schicksalhaft und kontrastierend mit denen von Savonarola kreuzen- vom Autor reich mit Empathie ausgestattet- nimmt uns mit auf den schwierigen Weg durch ihr Lebenslabyrinth, auf ihre Suche nach Liebe und menschlicher Nähe. Dabei kann man auch die tragende Freundschaft zwischen den starken Frauen bewundern , und an manchen Stellen möchte man die Vierte im Bunde sein.-
Mir hat auch gefallen, dass der Autor keine Schwarz-Weiß-Zeichnungen vornimmt, auch nicht bei dem finsteren Savonarola;
dass er einen weiten Erzählraum schenkt, in dem man achtsam und kreativ viele Bilder entdecken, entschlüsseln und spiegeln kann; dass man sich in die Figuren hineinversetzen und ihnen nachspüren kann; dass er auf genaue historische Fundamentierung
geachtet hat.
Dabei zeigen Form, Inhalt und Sprache eine kunstvolle Einheit, erzählerisches Talent; wobei der Autor es versteht, wortschöpferisch die Figuren zu gestalten, die Tonart passend zum Sujet zu wechseln, poetisch-realistisch zu erzählen oder durch dichte Bilder die Welt zu repoetisieren und uns auf verschiedene Erzählebenen zu heben, immer die Kontextualisierung beachtend.

Als ich zum Schluss aus dieser spannenden Zeitreise wieder auftauchte, bedauerte ich, schon am Ende der Geschichte angelangt zu sein und wünschte mir einen Fortsetzungsroman über Laodomia und ihren Geliebten Rudolpho in Venedig.

Entlassen ist man aber noch lange nicht aus diesem Buch:
Es wirkt in das Leben nach ,und das ist gut so.
Zum Schluss bleibt noch, sich in die Rolle des verneigten Lesers zu begeben und das farbenbekennende Wortwerk zu würdigen:
Möge es viele Menschen erreichen und seinen wohlverdienten Bestsellerplatz im bunten Bücherherbst ernten.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Geschichtsroman, 17. März 2004
Von 
Bernhard Nowak "bnowak8673" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Tilman Röhrig, bekannt für seine äußerst fundierten historischen Romane (etwa: "Übergebt sie den Flammen") hat hier das Zeitalter der Medici im Florenz des Jahres 1470 packend und fesselnd geschildert. Für mich ist dies der beste Roman über die Renaissance seit langem. Im Mittelpunkt der farbigen Handlung stehen Lorenco und Giuliano di Medici, die Herren von Florenz, deren letzte Gegner gerade hingerichtet worden sind und der berühmte Mönch Savonarola, ein Mann, der mich immer an Chomeini oder den alten Borge aus Ecos: "Der Name der Rose" erinnert.

Ich muss sagen: dies ist einer der besten historischen Romane, den ich gelesen habe. Man fühlt sich in das Alltagsleben in dieser Zeit hineinversetzt, die eben nicht nur die Zeit der Renaissance, sondern auch die des Mittelalters gewesen ist - und auch, wenn man an die aktuelle politische Situation der Bedrohung durch religiöse Fundamentalisten und Terroristen denkt - meines Erachtens erstaunliche Parallelen zu unserem beginnenden 21. Jahrhundert darstellt.

Die Medicis, nach ihren eigenen Worten, das "Salz von Florenz", denken äußerst machtbewußt und handeln im wahrsten Sinne des Wortes pragmatisch und daher "modern" - wie es Macchiavelli in seinem äußerst realistischen Buch: "Der Fürst" - ungefähr zur selben Zeit entstanden - ebenfalls vermittelt hatte. Gegen ihr nüchternes pragmatisches Weltbild stellt sich Savonarola, der mit allen Mitteln fanatisch als Prophet gegen Lorenco den Prächtigen ankämpft und dessen Ziel es ist, in Florenz das Königreich Christie zu errichten.

Diese politische Geschichte wird "erlebbar" durch das Schicksal dreier Frauen: des jungen Mädchens Laodomia Strozzi aus Ferrera, die Savonarola als junger Student liebt. Sie jedoch weist ihn zurück, da sie sich von ihm nicht täuschen lässt: sie will sich ihr Leben - und das Leben ihrer Freundinnen, der Magd Petruschka und Fioretta, nicht von dem neuen Prediger Fra Girolamo, dem späteren Savonarola, vorschreiben lassen.

Röhrig beschreibt die Charaktere lebensecht und packend. Seine Sicht ist die der "kleinen Leute". Er hat das unbestreitbare Verdienst, in seinen Werken - er erhielt häufig Preise, unter anderem auch den Deutschen Jugendliteraturpreis - Geschichte erlebbbar und spannend zu gestalten.

Vergleichbar nur mit: "Die Säulen der Erde" von Ken Follett oder "Die unseligen Könige" von Maurice Druon konnte ich mich von diesem Roman und seinen Gestalten nicht mehr losreißen. "Der" Renaissanceroman für mich, dem ich viele begeisterte Leser wünsche.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der erste Gottesstaat der Geschichte, 6. Oktober 2002
Dieses Buch fasziniert und fesselt bis zur letzten Seite. So eindringlich und tief tauchte ich als Leser in eine Zeit, von der ich - das weiß ich jetzt - fast gar nichts wusste: Hochrenaissance in Florenz, in der Toskana, in Rom.
Hier wurde im 15. Jahrhundert unsere Zeit entscheidend fundiert und geformt von Künstlern, Philosophen, Wissenschaftlern, von der Kirche.
Wer sind die Hauptfiguren?
Vordergründig ist es die Familie der Medici, die von sich sagen: „Wir sind das Salz von Florenz". Denn ihr Handeln und ihr Wirken machen Florenz zum sinnenfrohen und farbenprächtigen, gleichwohl wirtschaftlich starken Mittelpunkt.
Doch in der Tat sind es die Frauengestalten, die Tilman Röhrig so besonders differenziert und stark geschaffen hat und eingreifen lässt: „Denkt daran, nicht die Männer, wir Frauen, wir sind das wahre Salz von Florenz."
Atemberaubend, ja wirklich beklemmend ist der große Gegenspieler: Girolamo Savonarola, der Dominikanermönch. Ihm gelingt es, in Florenz in kürzester Zeit den ersten Gottesstaat der Geschichte durchzusetzen, einen christlichen (!): mit absoluter Macht und Unterwerfung, mit Bespitzelung und Kinderpolizei, mit Reinheit im Geiste und im Besitz („Scheiterhaufen der Eitelkeiten"). Fast gelingt es ihm.
Jeder Besucher von Florenz kann noch heute auf der Piazza della Signoria eine Bronzeplatte betreten, die den Ort bezeichnet, an dem dieser fanatische Prediger 1498 am Himmelfahrtstag als Ketzer verbrannt wurde.

Dieser historische Roman ist mehr „nur" erzählte Geschichte. Das ist er allemal und darüber hinaus mit reichem Faktenwissen und exakter Einordnung in die Zeit.
Tilman Röhrig ergreift diese Zeit, macht dabei Menschen und ihr Handeln so einfühlsam und differenziert lebendig, dass wir für das Heute die Botschaft spüren müssen.

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