Ein sehr empfehlenswertes Buch. Die politischen Entscheidungen und die Mentalität, die zur Bildung der isländischen Wirtschaftsblase geführt haben, werden nachvollziehbar geschildert. Wenn auch der Buchtitel es vermuten lassen könnte, versucht der Autor nicht die Ursachen des Platzens der isländischen Blase im Weltwirtschaftsgeschehen zu suchen - sie wäre ohnedies geplatzt. In der Schilderung der vielfältigen Auswirkungen des Zusammenbruchs und des Umgangs damit durch die zehn Personenporträts wird das Buch seinem Titel voll und ganz gerecht.
Was ich jedoch vermisst habe, ist ein Eingehen auf die allgemeine Teilnahme der Isländer an der Blasenbildung und dem damit verbundenen ostentativen Konsumverhalten, denn spätestens ab 2005 fühlte man sich bei Islandbesuchen wie ich mir vorstelle dass sich ein DDR-Bürger gefühlt haben muss bei einem Besuch im Westen. In Deutschland war, trotz hohem Wohlstand, der Konsum nicht außer Rand und Band und insofern sind wir nicht alle Isländer, obwohl ich es genetisch nicht verleugnen kann.