Sir Julian verliert seinen Glauben, bis auf den Glauben, daß seine Seele rettungslos verloren sei. Er zieht fortan durch eine mittelalterliche Welt, in deren Fährnissen er immer wieder wenigstens zeitweise Sinn und Bindung an andere Menschen findet.
Die Geschichte ist ein hervorragendes Gleichnis auf den (modernen) Menschen, der nach der Erkenntnis von Gut und Böse wie losgelöst von Gott versucht, Sinnvolles zu tun, um die große Leere im Innern zu füllen. Sir Julian verweigert sich zunächst der Erkenntnis, daß seine eigenen Sünden vergeben werden können; die eigentliche Erkenntnis, daß es nämlich dieser Vergebung nicht bedarf, erringt er nicht.
Die einzelnen Geschichten sind spannend aufgebaut, absolut glaubwürdig, von glaubwürdiger Entwicklung des Hauptdarstellers getragen und bleiben geradezu als Archetypen fantastischer Abenteuer im Gedächtnis. Man fragt sich, warum diese wunderbaren Geschichten noch nicht verfilmt wurden - sie würden sich eignen wie kaum ein anderer Fantasy-Stoff.
Unbedingt lesenswerte, tiefgründige und spannende Fantasy!