Weltweit, unwiderstehlich, antikapitalistisch ist Globalisierungskritik - zumindest behauptet das der Untertitel dieser Textsammlung. Aber seien wir ehrlich: Um diese Bleiwüste unwiderstehlich zu finden, muss man sich schon ziemlich für linken Widerstand interessieren. Was auf der anderen Seite in Zeiten des G8-Treffens in Heiligendamm gar nicht so selten sein dürfte. "Wir sind überall" versammelt Erfahrungsberichte antikapitalistischer Aktionen, garniert mit Hintergrundinfos, die zeigen, dass vernünftiger linker Aktionismus 2007 mindestens ein BWL-Vordiplom voraussetzt. Das Herausgeberkollektiv Notes From Nowhere macht dabei nicht den alten linken Fehler, Widerstand vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verorten. Berichte aus Bolivien stehen wie selbstverständlich neben solchen aus der Schweiz, die Globalisierungskritiker erweisen sich dabei als perfekt globalisierte Bewegung. Ein wenig schade ist, dass ein Bericht aus dem G8-Gastgeberland fehlt - als wäre hier alles in Butter. Aber wahrscheinlich ist es nur so, dass man hierzulande keinen nennenswerten Antikapitalismus hinbekommt. (fis)
kulturnews.de
Kurzbeschreibung
Das erste Coffeetablebook der globalisierungskritischen Bewegung. Ein inspirierendes Handbuch des neuen weltweiten Protests, der ohne Führer und ohne Kleines Rotes Buch auskommt und dezentral für Deglobalisierung, Pluralismus und direkte Demokratie eintritt. Ein Pflasterstein gegen den Zynismus und ein beeindruckendes Dokument der Zivilcourage. Ein Muss für alle, die nicht an »Alternativlosigkeit« glauben und diesen Zweifel praktisch bestätigt sehen wollen. Subjektive Berichte, praktische Tipps und zusammenführende Analysen machen dieses Buch zu einer alternativen Weltreise. Auf über 500 Seiten Text, illustriert mit 150 Fotos, berichten Aktivisten aus aller Welt über die neue, kreative »Bewegung der Bewegungen«: Straßenkarnevalisten aus England, G-8-Protestierer aus Seattle und Genua, gegen genmanipuliertes Saatgut kämpfende Bauern aus Indien, die »Wasserkrieger« aus Bolivien, Landbesetzer aus Brasilien, afrikanische Sans-Papiers aus Frankreich, Gartenguerilleros aus New York …