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Wir retten die Welt zu Tode: Für ein professionelleres Management im Kampf gegen die Armut [Gebundene Ausgabe]

William Easterly , Petra Pyka
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

9. Oktober 2006
Der renommierte US-Ökonom und Entwicklungsexperte William Easterly kritisiert so genannte »Planer«, die aus der Ferne utopische, aber nicht praktikable Pläne verordnen, ohne zu erkennen, was tatsächlich gebraucht wird. Stattdessen fordert er mehr Unterstützung für »Sucher«. Sie zielen auf konkrete Maßnahmen vor Ort und lenken Hilfsgelder dorthin, wo Selbsthilfe in überprüfbaren Schritten geleistet wird. Easterly zeigt anhand vieler Beispiele und Fakten: medizinische Versorgung, Bildung und Ernährung können für Millionen Menschen wirksam verbessert werden, wenn Entwicklungsgelder konsequenter wie unternehmerische Investitionen behandelt werden.


Produktinformation


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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

15.10.2006 / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Der große Plan für Afrika "Ein spektakuläres Buch."

25.10.2006 / Financial Times Deutschland: Denn die Welt soll gerettet sein "Easterly mangelt es weder an Ideen noch an Empfehlungen für nützliche Entwicklungsprogramme ... erfrischend und anregend."

23.01.2007 / Der Standard: Hilfe ohne Wirkung "Easterly argumentiert schlüssig, macht neue Vorschläge - und damit letztendlich Hoffnung."

12.05.2007 / Süddeutsche Zeitung: So verpufft die Entwicklungshilfe "William Easterly legt akribisch die Irrwege und Versäumnisse der Entwicklungseinrichtungen offen."

Über den Autor

William Easterly ist Professor für Ökonomie und Afrikastudien an der New York University und leitet dort das Development Research Institute. Er arbeitete 16 Jahre für die Weltbank, vor allem in Afrika, Lateinamerika und Russland, und ist Experte für langfristiges Wirtschaftswachstum in Ländern der Dritten Welt. Easterly schreibt u.a. regelmäßig für The Washington Post,Wall Street Journal und die Financial Times.


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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen
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52 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Last des Weißen Mannes 21. Mai 2007
Von Lucullus
Format:Gebundene Ausgabe
William Easterly, Ökonomieprofessor und langjähriger Mitarbeiter der Weltbank, ist einer der besten Kenner der westlichen Entwicklungshilfe. Das Urteil, zu dem er in seinem Buch "The White Man's Burden" gelangt, wiegt daher schwer. (Der deutsche Titel "Wir retten die Welt zu Tode. Für ein professionelleres Management im Kampf gegen die Armut" ist eine Kreation des Campus-Verlages, die offenbar den Zweck hat, die vom Autor beabsichtigte Provokation zu unterschlagen). Unverblümt stellt Easterly fest, dass die Bemühungen des Westens, die Armut in der Dritten Welt zu bekämpfen, fast vollständig gescheitert sind.

Innerhalb der letzten fünfzig Jahre brachten die Industrieländer die unvorstellbare Summe von 2,3 Billionen (2.300.000.000.000) Dollar für Entwicklungshilfe auf. Gleichzeitig gelang es ihnen nicht, 12 Cent teure Medikamente zur Verfügung zu stellen, die der Hälfte aller an Malaria erkrankten Kinder das Leben gerettet hätten. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und waren nicht in der Lage, vier Dollar teure Insektennetze zur Verfügung zu stellen, die verhindert hätten, dass Millionen von Kindern an Malaria erkranken. Die Industrieländer brachten 2,3 Billionen Dollar für Entwicklungshilfe auf und konnten nicht verhindern, dass fünf Millionen Neugeborene starben, die beim Einsatz von drei Dollar pro Mutter hätten gerettet werden können.

Dabei ist die Lage in Wirklichkeit noch schlimmer als diese Angaben vermuten lassen. Die westliche Hilfe ist nämlich nicht nur ineffektiv, sondern sogar schädlich. Sie hat die Situation vieler Länder objektiv VERSCHLECHTERT. Statistisch lässt sich belegen, dass Entwicklungshilfe, die ein bestimmtes Maß überschreitet (8 % des Bruttosozialprodukts), das Wirtschaftswachstum des Empfängers VERRINGERT. (Das durchschnittliche afrikanische Land erhielt in den neunziger Jahren Zahlungen im Wert von über 15% seines Bruttosozialprodukts).

Auch der Demokratisierungsprozess litt unter diesen Wohltaten. Paul Biya, der Diktator Kameruns, bestreitet zur Zeit 41% seines Staatsbudgets aus Entwicklungshilfegeldern. Würden die gegenwärtigen Pläne zur Erhöhung der Hilfe realisiert, stiege dieser Anteil auf 55%. Ohne Entwicklungshilfe wäre die Welt um ein paar Diktatoren ärmer.

Stellt man zudem noch in Rechnung, dass Südkorea und Taiwan sich zu industriellen Giganten entwickeln konnten, obwohl sie so gut wie keine Entwicklungshilfe erhielten, müsste man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass die Unterstützung für die Dritte Welt eingestellt werden sollte. Nur weil er glaubt, die Ursachen der bisherigen Fehlschläge erkannt zu haben, möchte Easterly sich dieser Forderung nicht anschließen.

Die Entwicklungshilfe hat nicht versagt, so meint er, weil es ihr an Geld oder politischem Rückhalt mangelte, sondern weil ihr Ausgangspunkt falsch war. Über Jahrzehnte hinweg strebte sie danach, die Armut des Südens mit ehrgeizigen Grossprojekten gänzlich zu beseitigen. Diese Haltung beruhte auf der Überzeugung, dass der Weiße Mann die Probleme unterentwickelter Länder besser lösen kann als deren Einwohner. Glaubte er früher, die farbige Menschheit zivilisieren zu müssen, indem er ihre Länder besetzte und selbst verwaltete, so will er heute "Hilfe zur Selbsthilfe" leisten, um damit Wirtschaftswachstum und Demokratie nach seinem Bilde zu erzeugen. Während das Etikett bescheidener wurde, hat sich am Größenwahn, der dahinter steht, nichts geändert.

Diese Einstellung brachte einen ehrgeizigen Plan nach dem anderen hervor, - alle am grünen Tisch entworfen, an einer Vielzahl vager Ziele ausgerichtet, mit horrenden Summen finanziert, mit gewaltigem bürokratischen Aufwand, aber ohne Erfolgskontrollen umgesetzt, und stillschweigend zu den Akten gelegt, nachdem sie an der Realität gescheitert waren. So gelang es den Entwicklungsbürokraten im Laufe der Jahrzehnte sämtliche Fehler sozialistischer Planwirtschaften im kleinen Maßstab zu reproduzieren.

Ein anschauliches Beispiel dafür sind die in jüngster Zeit unternommenen AIDS-Kampagnen. Nachdem die WHO die Ausbreitung von HIV jahrzehntelang verschlief und zuließ, dass sich 29 Millionen Afrikaner damit infizierten, verfolgt sie nun ein Programm, in dessen Rahmen 4,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden sollen, um die Lebensdauer von 3 Millionen AIDS-Kranken um ein Jahr zu VERLÄNGERN. Würde man das gleiche Geld für Prävention ausgeben, könnte man bis zu 15 Millionen Menschenleben RETTEN. Diese Politik bedeutet eine Vergeudung knapper Ressourcen und wird dazu beitragen, dass HIV sich weiterhin rasant verbreiten kann.

Easterly zufolge ist die traurige Geschichte kontraproduktiver Verschwendung nur zu beenden, wenn sich die geistigen Voraussetzungen der Entwicklungshilfe ändern. Am Anfang müsse das klare Bewusstsein der eigenen Grenzen stehen: DER WEIßE MANN KANN DIE FARBIGE WELT WEDER RETTEN, NOCH ZIVILISIEREN, NOCH MODERNISIEREN, NOCH DEMOKRATISIEREN. DIE EINZIGEN, DIE DIE ARMUT BESIEGEN KÖNNEN, SIND DIE ARMEN SELBST.

Der Westen könne lediglich versuchen, die schlimmsten Misstände zu lindern, bis sich die Völker des Südens aus eigener Kraft entwickelten. Seine Hilfe werde umso effektiver sein, je konkreter sie ansetze, je mehr sie aus der Kenntnis lokaler Bedingungen erwachse und je mehr sie einer unabhängigen Erfolgskontrolle unterliege. Zu diesem Zweck sollten die allwissenden "Planer" unter den Entwickungsbürokraten durch "Sucher" ersetzt werden, die ständig bereit seien, ihre eigenen Vorstellungen zu hinterfragen und aus neuen Erfahrungen zu lernen. Großprojekte, ehrgeizige Generallösungen und langfristige Szenarien gehörten auf den Müllhaufen. "Idealisten, Aktivisten, Entwicklungshelfer der Welt, ihr habt nichts zu verlieren als eure utopischen Ketten." Das Ziel aller Maßnahmen müsse darin bestehen, Individuen zu helfen, nicht ganze Gesellschaften zu verändern.

Easterlys Vorschläge klingen so überzeugend, dass sie optimistisch stimmen könnten, würde er - freilich ohne sich dessen bewusst zu werden - in seinem Buch nicht selbst die Gründe anführen, die ihrer Umsetzung entgegenstehen. Gemessen an ihrer Wirkung auf das Selbstverständnis des Westens war die Entwicklungshilfe nämlich alles andere als erfolglos. Dem Weißen Mann die Möglichkeit verschafft zu haben, sich als Weltsamariter aufzuspielen, ist eine beachtliche Leistung, die mit 2,3 Billionen Dollar vermutlich nicht zu teuer erkauft wurde.

Erkennt man, dass der eigentliche Adressat der Entwicklungshilfe die westliche Öffentlichkeit war, verwandeln sich all ihre Fehlschläge in märchenhafte Triumphe. Ihre praktische Ineffizienz war kein Betriebsunfall, sondern gehörte zum System. Wer kann den Entwicklungsbürokraten die Misswirtschaft schon verdenken, wenn ihr Geldgeber sich mehr für utopische Visionen als für handgreifliche Resultate begeisterte? Jahrzehntelang erhielt der Kunde wonach er verlangte.

Da es schwer fällt zu glauben, dass die westliche Öffentlichkeit bereit sein könnte, auf ihre Allmachtsphantasien und ihre Rolle als Welterlöser zu verzichten, werden die Armen des Südens wohl auch in Zukunft keine Hilfe erhalten, die diesen Namen verdient.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Er arbeitete für die Weltbank, ist Ökonom und Afrikanist. Und er zeichnet ein bestürzend düsteres Bild der Entwicklungshilfe ("...die der Demokratie eher schadet als nützt..."). Auf 360 Seiten belegt er dies anhand einer langen Reihe wohlbekannter Beispiele. Wir lesen die schlimme Geschichte nahezu aller afrikanischen Staaten oder auch von Korea, Afghanistan, El Salvador oder Jugoslawien, den Ländern des 'nahen Ostens' und vieler anderer Länder. Und wir begegnen den Lumumbas, Mobutus und Kabilas (oder wie die Verbrecher alle heißen mögen), die von unseren Geldern schmarotzten statt sich um ihre Völker zu sorgen. Die Quintessenz des Autors: eine entscheidende Verbesserung der Situationen der Armen ist trotz der 2,3 Billionen Dollar, die in den letzten 50 Jahren als Entwicklungshilfe aufgewandt wurden, nicht erkennbar.

Bei der scharfsinnigen Analyse dieses Ergebnisses werden hierfür eine Reihe von Gründen aufgeführt und durch z.T. eigene Studien belegt. So etwa die, dass die "Planer" der Entwicklungshilfe politische Bedingungen an die Hilfe knüpfen, die lokalen und sozialen Gegebenheiten vor Ort nicht berücksichtigen, keine Rückmeldung über Erfolg oder Mißerfolg erwarten oder bekommen, inkompetent oder arrogant sind und vieles mehr. Eine spannende und aufregende Lektüre also. Und eine Sammlung von Daten, die unsereinen auf das höchste ernüchtert und enttäuscht. Allerdings gibt Easterly am Ende auch ein paar Ratschläge, die weiterhelfen könnten, die anregen und - es mag komisch klingen - auch ein wenig Hoffnung machen. Entwicklungshilfe ist unverändert notwendig, absolut! Aber, sie sollte wirklich "professioneller" sein, wie im Untertitel des Buches zu lesen ist....

Einen kritischen Einwand allerdings muß ich noch loswerden. Es geht um das 7. Kapitel mit der Überschrift "Die Heiler - Triumph und Tragödie". Darin wird zur HIV/AIDS-Problematik in Afrika Stellung genommen. Allerdings scheint mir hier der Ökonom sicher überfordert, wenn er etwa zu dem hochkomplexen medizinethischen Problem der Mittelverteilung (sehr verkürzt!) sagt und den Ratschlag gibt: besser wäre es, das wenige Geld zur Verhütung der HIV-Infektion ("gebt Kondome aus!") einzusetzen statt mit dem Geld das Leben einiger weniger AIDS-Patienten um paar Jahre zu verlängern. Ebenso kurz meine Antwort: Ein verlängertes Leben ist für den Betreffenden aber auch seine Familie und den Staat (!) existentiell wichtig. Und: Prophylaxe ist natürlich nicht minder wichtig, aber: wenn sie wirklich effektiv sein soll, ist sie ebenfalls sehr, sehr teuer und mit ein paar Kondomen allein ist es noch lange nicht getan.

Zusammenfassend: Ein wichtiges, ein anregendes, ein notwendiges Buch. Ein Dank dafür an den Verfasser.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch das wachrütteln soll 7. März 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Die tödliche Krankheit Malaria wird durch Mücken übertragen. Auf der ganzen Welt sterben jährlich tausende von Menschen an dieser Krankheit. Besonders betroffen sind Kinder. Ein Moskitonetz kostet nur 4 Dollar und die Medikamente, mit denen die Hälfte aller Malariaopfer gerettet werden könnten, nur 12 Cent pro Dosis. Was passiert also mit den 2,3 Billionen Dollar, die der Westen in den letzten fünf Jahrzehnten in die Entwicklungshilfe gesteckt hat?

Diesem Problem geht William Easterly im Buch "Wir retten die Welt zu Tode" nach. Er zeigt Missstände in der Dritten Welt auf und will deutlich machen, dass Entwicklungshilfe dringend notwendig ist, oft aber anders eingesetzt werden muss. In manchen Regionen würden die Hilfsmaßnahmen die Situation eher verschlechtern als den Menschen zu helfen.

William Easterly zeigt seinen Lesern, dass es vor Ort zu wenig Menschen gibt, die sich beispielsweise um die Kranken kümmern können. Die Organisatoren hätten oft zu wenig Ahnung von den wahren Umständen der betroffenen Gebiete. Sie bekämen auch zu wenig Rückmeldung, egal ob über Erfolg oder Misserfolg der Hilfsmaßnahmen. Die Kommunikation zwischen denjenigen, die das Geld geben, und denjenigen, die vor Ort Hilfe leisten, müsse laut Easterly besser werden.

William Easterly schreibt über die Dinge, über die andere gerne schweigen. Er deckt auf, wie es wirklich ist. Besonders interessant sind auch die Tabellen und Diagramme, die seine Erkenntnisse belegen. Manche dieser statistischen Erhebungen wurden sogar von ihm persönlich durchgeführt.

Sein Buch macht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Menschen endlich die Probleme verstehen und Gegenmaßnahmen einleiten. Das Entwicklungshilfeprogramm muss professioneller werden, wie Easterly in seiner Buchüberschrift verdeutlicht. Denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.
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