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Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 27.10.2003
Im Großen und Ganzen zufrieden ist Rezensent Gottfried Oy mit diesem Interviewband, in dem Thorwald Proll einen Einblick in die "situationistisch motivierte Gedankenwelt von Teilen der studentischen Protestbewegung und ihrem Umgang mit der Gesellschaft des Spektakels" gibt, wie Oy das Umschlagen der 68er in die Militanz bezeichnet. Im Zentrum stehen der Frankfurter Kaufhausbrand und der anschließende Prozess, bei dem auch Proll auf der Anklagebank besaß. Die Aufbruchstimmung von 68 sieht der Rezensent hier schön wiedergegeben und scheut sich auch nicht, mit der Formulierung des Klappentextes Proll als einen der "phantastischen Vier der Studentenbewegung" zu bezeichnen. Allein, dass auch Proll nicht ganz auf "zitierfähige Charakteristika" verzichtet, wenn es die Beschreibung Andreas Baaders geht, bemängelt der Rezensent, schiebt die Schuld aber seinem Interviewer Daniel Dubbe zu.
© Perlentaucher Medien GmbH
Im Großen und Ganzen zufrieden ist Rezensent Gottfried Oy mit diesem Interviewband, in dem Thorwald Proll einen Einblick in die "situationistisch motivierte Gedankenwelt von Teilen der studentischen Protestbewegung und ihrem Umgang mit der Gesellschaft des Spektakels" gibt, wie Oy das Umschlagen der 68er in die Militanz bezeichnet. Im Zentrum stehen der Frankfurter Kaufhausbrand und der anschließende Prozess, bei dem auch Proll auf der Anklagebank besaß. Die Aufbruchstimmung von 68 sieht der Rezensent hier schön wiedergegeben und scheut sich auch nicht, mit der Formulierung des Klappentextes Proll als einen der "phantastischen Vier der Studentenbewegung" zu bezeichnen. Allein, dass auch Proll nicht ganz auf "zitierfähige Charakteristika" verzichtet, wenn es die Beschreibung Andreas Baaders geht, bemängelt der Rezensent, schiebt die Schuld aber seinem Interviewer Daniel Dubbe zu.
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Pressestimmen
"Ja, Geschwister wollten wir sein. Wir wollten immer zusammen sein. Wir waren ja in einer speziellen Lage: Unter Aufsicht, gefangen, vier von achtzig Millionen, solidarisch und was Besonderes, aber wir wollten nicht elitär sein." (Thorwald Proll)
Kurzbeschreibung
Am 2. April 1968 gibt es nächtliche Brandstiftungen in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Auf die Anklagebank kommen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein - "die phantastischen Vier der Studentenbewegung".
Thorwald Proll berichtet von der Stimmung der Zeit, den Aktionen der Kommune I, den Happenings, der "Wir wollen alles"-Emphase, dem Widerstand gegen den Vietnamkrieg, dem praktizierten "Naturrecht auf Widerstand".
Seine Freundschaft zu Andreas Baader bestand in der Gründungszeit der RAF, noch herrschten nicht die bleiernen Jahre, sondern eine leicht schwebende, euphorische Stimmung des Aufruhrs. Es gab ein weltweites "environnement" von Unruheherden, die Rebellen fühlten sich wie die Marx Brothers in der Deutschen Oper, als sie dort an einer Störaktion teilnahmen.
Thorwald Proll zeichnet ein sehr persönliches Bild von Andreas Baader, es ist das Porträt eines Freundes, mit dem er eine kurze, aber intensive Zeit zusammen verbracht hat: die Aktionen, die Zeit d er Flucht und Illegalität.
Thorwald Proll berichtet von der Stimmung der Zeit, den Aktionen der Kommune I, den Happenings, der "Wir wollen alles"-Emphase, dem Widerstand gegen den Vietnamkrieg, dem praktizierten "Naturrecht auf Widerstand".
Seine Freundschaft zu Andreas Baader bestand in der Gründungszeit der RAF, noch herrschten nicht die bleiernen Jahre, sondern eine leicht schwebende, euphorische Stimmung des Aufruhrs. Es gab ein weltweites "environnement" von Unruheherden, die Rebellen fühlten sich wie die Marx Brothers in der Deutschen Oper, als sie dort an einer Störaktion teilnahmen.
Thorwald Proll zeichnet ein sehr persönliches Bild von Andreas Baader, es ist das Porträt eines Freundes, mit dem er eine kurze, aber intensive Zeit zusammen verbracht hat: die Aktionen, die Zeit d er Flucht und Illegalität.
Über den Autor
Thorwald Proll, geb. 1941 in Kassel, Studium in Marburg, ging 1965 nach Berlin (West). Kam mit der Kommune I in Berührung und nahm an APO-Aktionen teil. 1968/69 und 1970/71 in Haft. Danach Lyriker, Hilfsarbeiter, Kellner, Verkäufer, Lektor und Vater. Lebt seit 1978 als Buchhändler in Hamburg, seitdem viele Veröffentlichungen, zuletzt: Bringt Opi Um (1993) und Mein 68 (1999).
Daniel Dubbe, geb. 1942, freier Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte u.a. Wilde Männer, wenig Frauen (1984), Große Insel fernsüdlich (1989), Bessere Tage (1995) Hart auf Hart (2002). Drehbücher zu Kanakerbraut (1983) und Mau-Mau (1991), beide mit Uwe Schrader.
Daniel Dubbe, geb. 1942, freier Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte u.a. Wilde Männer, wenig Frauen (1984), Große Insel fernsüdlich (1989), Bessere Tage (1995) Hart auf Hart (2002). Drehbücher zu Kanakerbraut (1983) und Mau-Mau (1991), beide mit Uwe Schrader.