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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interview mit einem Zeitzeugen,
Von Klaus Pfister "Klaus Pfister" (Ingolstadt, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wir kamen vom anderen Stern: Über 1968, Andreas Baader und ein Kaufhaus (Taschenbuch)
Hierbei handelt es sich um nicht mehr (aber auch nicht weniger) als ein INTERVIEW, welches Daniel Dubbe mit Thorwald Proll geführt hat. Die Fragen von Herrn Dubbe, nebst Thorwalds Antworten, sind in 15 Kapitel aufgeteilt (Einflüsse und Motive, die Fahrt Berlin-München-Frankfurt, die Brandstiftung, die Person - Wesenszüge und Charakter - Andreas Baader und Gudrun Ensslin, Kennenlernen und Freundschaft und gemeinsame Aktionen vor 1968, psychische Situation der Protagonisten, die Gerichtsverhandlung zur Brandstiftung, Gefängniszeit, Sozialarbeit mit Fürsorgezöglingen, Flucht, usw.).Dubbes Fragen sind - unter Wahrung der gebotenen Distanz und doch einfühlsam gestellt im Sinne eines professionellen Journalisten, der möglichst auch unter die Oberfläche gelangen will - sowohl detailliert als auch umfassend gestellt, darüber besteht kein Zweifel. Kritik an der Vorgehensweise eines übersichtlich aufgeteilten Frage-und-Antwort-Spieles mit den richtigen Fragen zur richtigen Zeit ist meines Erachtens nicht bloß fragwürdig und problematisch, sondern anmassend. Thorwald bemüht sich um ehrliche Antworten, lässt dabei seine damalige Sichtweise ebenso wie seine Heutige (auch zu damals) durchblicken, wobei er zu den konkreten Fragen zur Frankfurter Kaufhausbrandstiftung keine Angaben zur Tat macht, welche nicht schon vor Gericht verwendet wurden. Dies ist aber verständlich, da einige Involvierte heute noch leben und er obendrein Solidarität zu den leider Verstorbenen übt bzw. empfindet. Im Übrigen wird überdeutlich, dass er ein polarisierendes Wesen besitzt, was auf Manchen provozierend wirkt - daher erscheinen mir die negativen Kritiken zu seinen Antworten verständlich, wobei ich dies eher als zusätzlich interessant, manchmal sogar amüsant bewerte. Erwähnenswert ist noch, dass schöne Fotos abgedruckt sind, darunter auch einige wirklich Seltene (man sieht unter anderem 10 Fotos rund um die Ereignisse des Frankfurter Prozesses mit abgelichteten Presseartikeln - Bild, Spiegel, BZ - sowie Briefe von Baader an Thorwald Proll, sowie weitere 10 vom späteren Parisaufenthalt mit Baader/Ensslin auf der Flucht, darunter einige, welche sonst nirgends zu sehen sind) plus dem im Herbst 1968 als Voltaire-Flugschrift 27 veröffentlichtem, heute vergriffenem und teurem Schlusswort im Kaufhausbrandprozess: "Vor einer solchen Justiz verteidigen wir uns nicht" (Baader/Ensslin/Proll/Söhnlein als Autoren) sowie einer kleinen Chronik der Ereignisse von 1963-1977. Fazit: Umfassendes, ausführliches, nicht oberflächliches Interview mit einem nicht unwichtigen Zeitzeugen, als solches nicht kritikfähig. Wen die Denkweise und Sicht eines Aktivisten der APO zu den damaligen Ereignissen oder die Beurteilung der RAF-Ikonen Gudrun Ensslin und Andreas Baader von einem nicht bloß Bekannten, sondern wirklich guten Freund der Beiden interessiert, der kann mit diesem Band nichts falsch machen und wen dies nicht interessiert, der sollte seine Zeit mit Anderem verschwenden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kann man sich sparen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wir kamen vom anderen Stern: Über 1968, Andreas Baader und ein Kaufhaus (Taschenbuch)
Das Buch verspricht mehr, als es halten kann. Das Interview mit Proll scheitert primär daran, dass er selbst mittlerweile ein sehr distanziertes Verhältnis zu der beschriebenen Zeit hat. Konkrete Fragen gibt es wohl, aber leider nur verwaschene, vage Antworten. Zwar erfährt man mehr über die Beweggründe der Kaufhaus-Brandstifter, aber über seine damaligen Mitstreiter Baader und Ensslin sind ihm kaum Erinnerungen zu entlocken, die man nicht schon mal in einem anderen Zusammenhang von Zeitzeugen, die beide besser gekannt haben, präziser gehört hätte. Auch über das Verhältnis zu seiner Schwester Astrid, die nach seinem Ausstieg ja bei der RAF geblieben ist, erfährt man nichts. Alles in allem ist das Design des Covers noch das beste am Buch. Sieht super aus, schmeckt aber nicht besonders. Ein klassisches Buch, das sich den aktuellen RAF-Hype zu Nutzen machen will.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kann sich nicht genau erinnern,
Von Herms (Esens) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wir kamen vom anderen Stern: Über 1968, Andreas Baader und ein Kaufhaus (Taschenbuch)
Mir geht es wie dem vorherigen Rezensenten. Die Antworten auf die Fragen sind so vage, augenzwinkernd gedächtnisschwach und positionslos, dass man schnell keine Lust mehr hat weiterzulesen.
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