Kurzbeschreibung
Über 700.000 Menschen heißen Müller — und wir alle kennen mindestens einen davon
Endlich kann man den vielen Menschen namens Müller ein persönliches Geschenk machen: Ein Buch mit Geschichten, Anekdoten und interessanten Fakten zu ihrem Namen und allem, was damit zu tun hat.
Alles, was man über den Namen Müller wissen muss, hat Gudrun Schury zusammengetragen: warum so viele Menschen Müller heißen, wie wichtig die Müller für das Land und seine Ernährung waren, warum der Müller gerne wandert und die schöne Müllerin liebt, wo überall Mühlen am rauschenden Bach klappern, welche Tiere man Müller nennt, warum es auf Borneo ein Müllergebirge gibt und wie es kommt, dass man Nacktturnübungen »müllern« nennt.
Geschichten über Müller-Firmen sowie über berühmte Müller werden erzählt, vom »Bomber« Gerd Müller über die amerikanischen Namensvettern Arthur Miller und Glenn Miller bis zu Heiner Müller, Armin Mueller-Stahl oder Marius Müller-Westernhagen, der seinen Müller ja neuerdings verleugnet. Und nicht zu vergessen: Lieschen Müller und der legendäre Herr Müller-Lüdenscheidt, den Loriot zur Kultfigur machte.
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"Die Geschichte des Müllerhandwerks und ein bisschen Wortkunde Sie heißen also Müller, Miller oder Möller? Gratulation! Der Name ist klar, leicht zu merken und zu notieren. Keiner erfindet ein blödes Reimwort zu ihm. Keiner kriegt einen Lachanfall. Schließlich könnten Sie ja auch Mehlhose heißen, wie man früher so manchen Müller rief. Ich beneide Sie. Zwar heiße ich nicht Rosa Schlüpfer, Esther Fick oder Anke Grunzt, aber Schury reicht. Schon seit meiner Geburt schlage ich mich damit herum. Welch ein komischer Name! Wenn ich ihn am Telefon durchgebe, schreibt ihn jeder falsch, und niemand weiß, was er bedeuten soll."Ich hätte gern ein halbes Kilo Schury"? -"Macht hier bitte nicht solchen Schury"? In keinem der einschlägigen Bücher zur Namenkunde findet man ihn. So kann man nur raten: Da"Schurig"eine Ableitung von"Schur"für"listig"oder für"Zank"oder für"Schauer"oder für"Sauerteig"ist, andererseits wie"Schuricht"einen"Schuhmacher"bezeichnet hat, könnte es ja so gewesen sein, dass man das"ig"am Ende schlampig geschrieben hat. Schon war daraus ein"y"geworden. Oder das"y"weist auf den Genitiv eines Rufnamens hin, so wie bei den Nachnamen Pauly oder Conrady. Dann wäre der Rufname Schur gewesen im Sinn von"listig, zänkisch, aufbrausend", vielleicht auch ursprünglich das französische"Jour"gleich Tag. Oder Schur als Vorgang des Wolle-Scherens, so, wie in Schafschur. Besser gefällt mir aber die Geschichte, die ich mir selbst zurechtgelegt habe: Mein Urururgroßvater hauste tief in den Alpen in einem Bergdorf. Es bestand aus nur drei Häusern. Alle drei Familien in den drei Häusern hießen gleich: Bürli. Irgendwann waren es die Leute leid, dass sie immer sagen mussten:"der Bürli vom oberen Hof"oder"der Bürli, der ein Bein nachzieht". Also gaben sie den Bürlis Beinamen: Oberhofbürli, Hinkebürli und Schurimuribürli. Einen"Schurimuri"- und das ist heute noch so - nennt man nämlich in Tirol einen aufbrausenden Menschen. Na ja, der Rest versteht sich. Die Leute wurden beim Reden immer fauler, aus dem Oberhofbürli wurde der Oberhofer, aus dem Hinkebürli wurde der Hinkerli und aus meinem Urururgroßvater Schurimuribürli wurde der Schuribü. Daraus der Schuriü. Und dass"i"und"ü"zu"y"zusammenwuchsen, war nur noch eine Frage der Zeit. Jedenfalls hießen die Schury seitdem so und verbreiteten sich nördlich der Alpen. Gegenwärtig sind außer meinem noch 69 Telefonanschlüsse in Deutschland und Österreich auf den Namen Schury registriert. Das bedeutet, dass ich meinen Familiennamen mit ungefähr 100 bis 175 anderen Menschen teile. Wenn Sie Müller heißen, sehen die Zahlen ein bisschen anders aus. Dann gibt es außer Ihnen noch über 700.000 Leute, die genauso heißen. Und das nur in Deutschland."