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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie
 
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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie [Taschenbuch]

Neil Postman
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 206 Seiten
  • Verlag: Fischer; Auflage: 18., Aufl. (1. Dezember 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596242851
  • ISBN-13: 978-3596242856
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.328 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wir amüsieren uns zu Tode
OT Amusing Ourselves to Death OA 1985 DE 1985Form Sachbuch Bereich Medientheorie
Neil Postman untersucht in diesem Werk die, so der Untertitel, Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Die einstige große Popularität des Buchs zeigt sich u. a. in der medialen Omnipräsenz des inzwischen sprichwörtlich gewordenen Titels.
Inhalt: Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt.
Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht.
Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.
Aufbau: Die elf Kapitel des etwa 200-seitigen Werks sind in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil entwickelt Postman seine Theorie der medialen Metaphorik des Fernsehens und stellt den geschichtlichen Übergang vom Buchdruck- ins Fernseh-Zeitalter dar. Der zweite Teil widmet sich den elementaren gesellschaftlichen Teilbereichen der Information, Religion und Politik. Die Gegenüberstellung der Romane 1984 (1949) von George R Orwell und Schöne neue Welt (1932) von Aldous R Huxley durchzieht als Leitmotiv das Buch. Während Orwells düstere Utopie die Unterdrückung und totale Kontrolle durch eine äußere Macht schildert, beschreibt Huxley die Möglichkeit, dass die Menschen gerade jene Technologien anbeten könnten, die ihre Denkfähigkeit zerstören. In der Annahme, dass Huxley und nicht Orwell recht hatte, sieht Postman die Kultur nicht zu einem Gefängnis verkommen, sondern zu einem Varieté.
Wirkung: Nicht zuletzt wegen seiner guten Lesbarkeit erreichte das populärwissenschaftliche Werk auch viele nichtakademische Leser. Gleichwohl kaschiert der unterhaltsame Stil zahlreiche Ungenauigkeiten, die in der akademischen Debatte moniert wurden. Angegriffen wurde auch der allzu simple Antagonismus zwischen mehrdeutigem, »schlechtem« Bild und rationaler, »guter« Schrift. M. F.

Kurzbeschreibung

Noch sind die Diskussionen, die Neil Postman mit seiner Streitschrift "Das Verschwinden der Kindheit" ausgelöst hat, nicht verstummt, da kündigt ein neues Buch von ihm neuen, grundsätzlichen Meinungsstreit an. Denn diesmal kritisiert er die allmähliche Zerrüttung der Kulturtätigkeiten durch den gewerbsmäßigen Illusionismus, das totale Entertainment. Postmans These lautet, daß die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfahrungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja, was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen die Menschen sich daran, statt der Welt ausschließlich Bilder von ihr ernst zu nehmen. An die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmißverständliche Bedrohung: Er macht unmündig oder hält in der Unmündigkeit fest. Und er tastet das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an. Wir amüsieren uns zu Tode.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Klassiker der Medienkritik 8. Februar 2007
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Als Neil Postman in den frühen 1980er Jahren "Wir amüsieren uns zu Tode" verfasste, war das Fernsehen in Amerika auf dem Höhepunkt seiner Wirkungskraft. Der Medienwissenschaftler untersuchte die tief greifenden Veränderungen, die das TV auf unser Verständnis der Welt und auf unsere Kommunikation hat. Er stellte dabei besonders die Gegensätze zwischen einer vom Buchdruck und einer vom Fernsehen geprägten Gesellschaft heraus. Sein Fazit lautet grob gesagt: Das Fernsehen macht aus uns ungebildete, schlecht informierte Konsumenten, die zu keinem ernsthaften öffentlichen Diskurs mehr fähig sind. Während Postman das Buch verfasste, waren schon die ersten Anzeichen des kommenden Computerzeitalters spürbar, das unsere Kommunikationswelt wohl noch tief greifender als das Fernsehen verändert hat und manche Erkenntnisse Postmans überholt erscheinen lässt. Dennoch ist "Wir amüsieren uns zu Tode" auch heute noch lesenswert. Denn es macht kompromisslos klar, dass jeder technologische Fortschritt, jedes neue Medium kritisch hinterfragt werden muss, dass die schnellere Information nicht unbedingt auch die bessere ist und dass unsere Bildung Priorität vor der Unterhaltung haben muss.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fernsehen und Aufklärung 20. August 2000
Von Wippich
Format:Taschenbuch
Wer verstehen will, was der momentan in Deutschland viel diskutierte Begriff der „Spaßgesellschaft" bedeutet, sollte dieses Buch lesen. Wer sich fragt, warum ein Politiker in einem Wahlkampf erfolgreich sein kann, obwohl er auf politische Argumentation weitgehend verzichtet und satt dessen als Fallschirmspringer und durch Auftritte in fragwürdigen aber populären Fernsehshows in Erscheinung tritt, wird in Postmans Buch die Antwort finden.

Was in den USA schon vor zwanzig Jahren voll entwickelt war, zeigt sich in Deutschland aufgrund der späteren Einführung des Privatfernsehens erst jetzt in aller Deutlichkeit: Die Umwandlung des rationalen öffentlichen Diskurses in reines Entertainment. Postman zeigt eindrucksvoll und in gut lesbarem Stil, wie das Fernsehen jedes Thema - Politik, Kultur, Erziehung, Bildung, etc.- in Unterhaltung verwandelt, und wie dieser Prozess eine der wesentlichsten Errungenschaft der Aufklärung zerstört: die Fähigkeit zur rationalen Urteilsbildung. Der öffentliche Diskurs im Zeitalter des Fernsehens wird nicht mehr länger von der Vernunft in Gestalt der sprachlichen Argumentation bestimmt, sondern durch Stimmungen und Gefühle, beliebig hervorgerufen durch die suggestive und manipulative Macht der Bilder. Eine Entwicklung, die Postman zufolge die Grundlagen der Demokratie zersetzt und in eine neue Unmündigkeit führt.

Ein im besten Sinne aufklärerisches und immer noch hoch aktuelles Buch.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Neil Postman beschreibt in diesem Buch die medialen Verhältnisse in Amerika, wie sie Mitte der 80er Jahre waren. Aus heutiger Sicht sicherlich ein dunkles Kapitel der Mediengeschichte. Viele der Probleme, die Postman aufzeigt, sind heute nicht mehr aktuell, und waren in Deutschland aufgrund des dualen Fernsehens nie so gravierend. Das Buch hilft dabei, die "Kultur" der Amerikaner zu verstehen, liefert viele allgemeingültige erkenntnistheoretische Ansätze, die auch für das eigene Verständnis von Medien und Wahrnehmung wichtig sind. Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert - nicht nur für Medienmenschen.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Traurig aber wahr
Das Buch trifft sehr genau das mediale Verhalten und die Berichterstattung. Es stellt gut das allumfassende Infotainment in unserer Medienlandschaft dar und verweist treffsicher... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von AndiV veröffentlicht
Beklemmend ist, Postman schrieb das Buch 1984/85!
Nun kommt man als durchschnittlich gebildeter Mensch, mit angewendetem gesunden Menschenverstand, auch durchaus ohne dieses Buch von Neil Postman zu der Erkenntnis, daß der... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Christian Günther veröffentlicht
Ein Klassiker, aber mir zu oberflächlich
Postman beginnt mit der Gegenüberstellung von zwei Zukunftsvisionen: Orwells "1984" und Huxleys "Schöne neue Welt". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von Andreas H.
In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen.
"Fernsehen wurde nicht für Idi oten erschaffen - es erzeugt sie."
(Neil Postman; 1931-2003)

"In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. September 2009 von kpoac
Wir langweilen uns zu Tode
Ich hab selten ein so langweiliges Buch gelesen. Es werden weder verständliche Argumente, noch eine flotte, oder lustige Sprache benutzt, um die Meinung darzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. April 2009 von MiHe1984
Hat nichts von seiner Aktualität verloren
Habe das Buch nach Jahren im Zuge der Seminare von Birkenbihl wieder zur Hand genommen und bin immer noch begeistert, nun auch mit einem aus den Seminaren gewonnen anderen Ansatz... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2008 von Moiki
Schonungslos auf den Puntk gebracht!
Postman hält unserer TV-Gesellschaft in schockierend Weise den Spiegel vor, indem er mit gnadenloser Offenheit den Einfluss des Fernsehens auf unsere Kultur beleuchtet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2007 von Joachim Klotz
Wir amüsieren uns zu Tode
-Ein oft zitierter Titel - was steht drin in dieser weitbekannten Medienkritik der 80er Jahre und kann man das Buch aus heutiger Sicht neu bewerten? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2006 von RockBrasiliano
Etwas angestaubt & überholt, aber noch immer lesenswert.
Postman beschreibt in diesem Werk Anfänge, Entwicklung und Gegenwart der amerikanischen Medienkultur und deren Einfluss auf die menschliche Urteilskraft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. August 2006 von Bart S.
Das schlechteste Buch über Soziologie
Als ich dieses Buch vor Jahren mal gelesen habe, hat es mich ganz schön beeinflusst. Postman ist der Meinung, dass das Fernsehen völlig verblödet und dass sogar... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juli 2006 von Nostraticist
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