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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie [Taschenbuch]

Neil Postman
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 18 (10. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596242851
  • ISBN-13: 978-3596242856
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.996 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wir amüsieren uns zu Tode
OT Amusing Ourselves to Death OA 1985 DE 1985Form Sachbuch Bereich Medientheorie
Neil Postman untersucht in diesem Werk die, so der Untertitel, Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Die einstige große Popularität des Buchs zeigt sich u. a. in der medialen Omnipräsenz des inzwischen sprichwörtlich gewordenen Titels.
Inhalt: Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt.
Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht.
Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.
Aufbau: Die elf Kapitel des etwa 200-seitigen Werks sind in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil entwickelt Postman seine Theorie der medialen Metaphorik des Fernsehens und stellt den geschichtlichen Übergang vom Buchdruck- ins Fernseh-Zeitalter dar. Der zweite Teil widmet sich den elementaren gesellschaftlichen Teilbereichen der Information, Religion und Politik. Die Gegenüberstellung der Romane 1984 (1949) von George R Orwell und Schöne neue Welt (1932) von Aldous R Huxley durchzieht als Leitmotiv das Buch. Während Orwells düstere Utopie die Unterdrückung und totale Kontrolle durch eine äußere Macht schildert, beschreibt Huxley die Möglichkeit, dass die Menschen gerade jene Technologien anbeten könnten, die ihre Denkfähigkeit zerstören. In der Annahme, dass Huxley und nicht Orwell recht hatte, sieht Postman die Kultur nicht zu einem Gefängnis verkommen, sondern zu einem Varieté.
Wirkung: Nicht zuletzt wegen seiner guten Lesbarkeit erreichte das populärwissenschaftliche Werk auch viele nichtakademische Leser. Gleichwohl kaschiert der unterhaltsame Stil zahlreiche Ungenauigkeiten, die in der akademischen Debatte moniert wurden. Angegriffen wurde auch der allzu simple Antagonismus zwischen mehrdeutigem, »schlechtem« Bild und rationaler, »guter« Schrift. M. F.

Über den Autor

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Postman, Neil US-amerikan. Kommunikationswissenschaftler * 8.3.1931 Brooklyn/New York Wir amüsieren uns zu Tode, 1985 Neil Postman wurde mit seinen Büchern über die Folgen der Unterhaltungsindustrie und der neuen Medien für die moderne Gesellschaft zu einem der einflussreichsten Kulturkritiker des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium der Pädadogik in New York war Postman zunächst Grundschullehrer. Seit 1959 Professor für Medienökologie an der privaten New York University in Manhattan, veröffentlichte er in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche Aufsätze und Werke zu Fragen der Erziehung und wurde zu einem der progressivsten Verfechter einer Reform des US-amerikanischen Bildungssystems. Desillusioniert von der Macht der amerikanischen Unterhaltungsindustrie, vollzog Postman zu Beginn der 1980er Jahre eine radikale Wende hin zum konservativen Kulturpessimismus. In Das Verschwinden der Kindheit (1983) prophezeit er Analphabetismus und schließlich Infantilisierung der elektronischen Informationsgesellschaft. Diesen technikfeindlichen Ansatz führt er weiter in seinem Werk Wir amüsieren uns zu Tode, das ihm zu weltweiter Bekanntheit verhalf. In Das Technopol (1992) und Die zweite Aufklärung (1999) leugnet Postman jeglichen computertechnischen Fortschritt und lehnt kategorisch den Einsatz des Internet in der Erziehung als nutzlos und schädlich ab. Der einst so fortschrittliche Pädagoge geriet damit um die Jahrtausendwende zunehmend in die Gefahr, in der öffentlichen Debatte um Gefahren und Nutzen der neuen Medien als kulturkonservativer Mahner isoliert zu werden

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker der Medienkritik 8. Februar 2007
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Als Neil Postman in den frühen 1980er Jahren "Wir amüsieren uns zu Tode" verfasste, war das Fernsehen in Amerika auf dem Höhepunkt seiner Wirkungskraft. Der Medienwissenschaftler untersuchte die tief greifenden Veränderungen, die das TV auf unser Verständnis der Welt und auf unsere Kommunikation hat. Er stellte dabei besonders die Gegensätze zwischen einer vom Buchdruck und einer vom Fernsehen geprägten Gesellschaft heraus. Sein Fazit lautet grob gesagt: Das Fernsehen macht aus uns ungebildete, schlecht informierte Konsumenten, die zu keinem ernsthaften öffentlichen Diskurs mehr fähig sind. Während Postman das Buch verfasste, waren schon die ersten Anzeichen des kommenden Computerzeitalters spürbar, das unsere Kommunikationswelt wohl noch tief greifender als das Fernsehen verändert hat und manche Erkenntnisse Postmans überholt erscheinen lässt. Dennoch ist "Wir amüsieren uns zu Tode" auch heute noch lesenswert. Denn es macht kompromisslos klar, dass jeder technologische Fortschritt, jedes neue Medium kritisch hinterfragt werden muss, dass die schnellere Information nicht unbedingt auch die bessere ist und dass unsere Bildung Priorität vor der Unterhaltung haben muss.
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fernsehen und Aufklärung 20. August 2000
Von Wippich
Wer verstehen will, was der momentan in Deutschland viel diskutierte Begriff der „Spaßgesellschaft" bedeutet, sollte dieses Buch lesen. Wer sich fragt, warum ein Politiker in einem Wahlkampf erfolgreich sein kann, obwohl er auf politische Argumentation weitgehend verzichtet und satt dessen als Fallschirmspringer und durch Auftritte in fragwürdigen aber populären Fernsehshows in Erscheinung tritt, wird in Postmans Buch die Antwort finden.

Was in den USA schon vor zwanzig Jahren voll entwickelt war, zeigt sich in Deutschland aufgrund der späteren Einführung des Privatfernsehens erst jetzt in aller Deutlichkeit: Die Umwandlung des rationalen öffentlichen Diskurses in reines Entertainment. Postman zeigt eindrucksvoll und in gut lesbarem Stil, wie das Fernsehen jedes Thema - Politik, Kultur, Erziehung, Bildung, etc.- in Unterhaltung verwandelt, und wie dieser Prozess eine der wesentlichsten Errungenschaft der Aufklärung zerstört: die Fähigkeit zur rationalen Urteilsbildung. Der öffentliche Diskurs im Zeitalter des Fernsehens wird nicht mehr länger von der Vernunft in Gestalt der sprachlichen Argumentation bestimmt, sondern durch Stimmungen und Gefühle, beliebig hervorgerufen durch die suggestive und manipulative Macht der Bilder. Eine Entwicklung, die Postman zufolge die Grundlagen der Demokratie zersetzt und in eine neue Unmündigkeit führt.

Ein im besten Sinne aufklärerisches und immer noch hoch aktuelles Buch.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wir amüsieren uns zu Tode 13. Dezember 2006
Von RockBrasiliano TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
-Ein oft zitierter Titel - was steht drin in dieser weitbekannten Medienkritik der 80er Jahre und kann man das Buch aus heutiger Sicht neu bewerten? Neil Postman geht es um die Analyse unserer Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Er bezieht sich, was er auch oft betont, auf die Verhältnisse in den USA, was sich sicher nicht immer 1 zu 1 nach Europa übertragen lässt, weshalb für europäische Leser in der Übersetzung noch einige Anmerkungen nötig gewesen wären. Hier geht es nicht nur darum, wie das Fernsehn zu unser aller Verblödung beiträgt, sondern Postman betreibt eine Analyse der Veränderung der öffentlichen Diskussion (Diskurs) im Verlauf der letzten 200 Jahre.-Den Wandel der Schriftkultur zur Bildkultur. Grade den Verhältnissen des 19. Jahrhunderts räumt dieses Buch viel Platz ein. Postman widmet sich der Tatsache, dass heute unsere Realitätswahrnehmung vor allem durch das Medienformat Fernsehen bestimmt ist. So z.B. dass sich jegliche Probleme im Prinzip einfach aus der Welt schaffen lassen müssten, Unterhaltsamkeit höchste Priorität hat (auch in Schule und Politik), man immer damit rechnen kann, dass der nächste Inhalt den vorherigen irrelevant macht. Der Medienwissenschaftler verdeutlicht seine Thesen anhand verschiedener Beispiele aus Politik, Unterricht und (für europäische Leser vielleicht ein bißchen kurios) Religion (Beispiel populärer Fernsehprediger wie Billy Graham)- hier vertut er sich an einer Stelle, wo er behauptet das Fernsehen würde nicht zum Aufruf zu Hass und Gewalt missbraucht werden können, da ihm dieser Charakter fehlen würde.

Unterm Strich trägt also, laut Postman, das Fernsehen zur Verflachung des Diskurses auf geistiger Ebene bei, während Simplizität, Gefälligkeit und Medienwirksamkeit in den modernen Formen der Massenkommunikation und damit auch im Bewusstsein an ihre Stelle treten.

Betrachtungen, die auch heute noch aktuell und wichtig sind, nur, dass Postman natürlich damals vom Internet noch nichts geahnt hat, einem Medium, bei dem sich jeder (scheinbar) selbst mit Informationen versorgen kann, aus verschiedenen Quellen und so zu Objektivität gelangen sollte. Das Internet ist ja auch ein wieder vorwiegend schriftliches Medium (wenn man es in diesem Sinne benutzt)- die Informationen, die man hier bezieht, haben allerdings eher Wegwerfcharakter. Eine Entwicklung, die damals nicht unbedingt vorhersehbar war, weshalb da Buch heute eher als Teil der Mediengeschichte zu betrachten ist.

Das Buch ist gut zu lesen, es ist auch eher für ein breites Publikum gedacht, weshalb sich Postman auch oft Beispielen aus der amerikanischen Medienwelt bedient (Stars und Sternchen) und Füllinformationen einfließen lässt, wie "XY, der in dem berühmten Film Z mitgespielt hat" . Was das Buch an manchen Stellen etwas geschwätzig erscheinen lässt und für unnötige Längen sorgt, bei denen eigentlich nichts neues gesagt wird. Das Buch kann und sollte auch heute noch gelesen werden, allerdings unter den oben genannten Vorbehalten.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Traurig aber wahr
Das Buch trifft sehr genau das mediale Verhalten und die Berichterstattung. Es stellt gut das allumfassende Infotainment in unserer Medienlandschaft dar und verweist treffsicher... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von AndiV veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Geschrieben 1984, aktuell seither von Jahr zu Jahr mehr
Nun kommt man als durchschnittlich gebildeter Mensch, mit angewendetem gesunden Menschenverstand, auch durchaus ohne dieses Buch von Neil Postman zu der Erkenntnis, daß der... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Christian Günther veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, aber mir zu oberflächlich
Postman beginnt mit der Gegenüberstellung von zwei Zukunftsvisionen: Orwells "1984" und Huxleys "Schöne neue Welt". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von Andreas H.
4.0 von 5 Sternen In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen.
"Fernsehen wurde nicht für Idi oten erschaffen - es erzeugt sie."
(Neil Postman; 1931-2003)

"In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. September 2009 von kpoac
1.0 von 5 Sternen Wir langweilen uns zu Tode
Ich hab selten ein so langweiliges Buch gelesen. Es werden weder verständliche Argumente, noch eine flotte, oder lustige Sprache benutzt, um die Meinung darzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. April 2009 von MiHe1984
5.0 von 5 Sternen Hat nichts von seiner Aktualität verloren
Habe das Buch nach Jahren im Zuge der Seminare von Birkenbihl wieder zur Hand genommen und bin immer noch begeistert, nun auch mit einem aus den Seminaren gewonnen anderen Ansatz... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2008 von Moiki
5.0 von 5 Sternen Schonungslos auf den Puntk gebracht!
Postman hält unserer TV-Gesellschaft in schockierend Weise den Spiegel vor, indem er mit gnadenloser Offenheit den Einfluss des Fernsehens auf unsere Kultur beleuchtet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2007 von Joachim Klotz
3.0 von 5 Sternen Etwas angestaubt & überholt, aber noch immer lesenswert.
Postman beschreibt in diesem Werk Anfänge, Entwicklung und Gegenwart der amerikanischen Medienkultur und deren Einfluss auf die menschliche Urteilskraft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. August 2006 von Bart S.
1.0 von 5 Sternen Das schlechteste Buch über Soziologie
Als ich dieses Buch vor Jahren mal gelesen habe, hat es mich ganz schön beeinflusst. Postman ist der Meinung, dass das Fernsehen völlig verblödet und dass sogar... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juli 2006 von Nostraticist
1.0 von 5 Sternen Nicht mehr zeitgemäss
Die abstumpfende Wirkung des Fernsehens und seinen enormer Einfluss auf das Meinungsbild des Menschen kann heutzutage nicht mehr abgestritten werden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Juni 2003 von Polygraph
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