Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das "Unwort" Mittelalter..., 7. April 2008
Sie können es wohl nicht mehr hören. Sie wollen sich nicht immer nur an dieser einen, übersättigten Musikrichtung messen lassen. "Wie mittelalterlich ist die neue CD denn jetzt genau?". Nein, diese Frage möchten sie nicht beantworten.
Gefangen in einer Zeit, in der jede aufstrebende Folk-, Rock- oder Metalband ein mittelalterlich klingendes Instrument auf der Bühne haben muss. Neben Subway To Sally gestellt, an Schandmaul gemessen, mit In Extremo verglichen.
Aber diese Vergleiche haben sie gar nicht nötig. Wer mehr als nur dreimal im Jahr die aktuelle CD "Wir werden sehen" auf dem Weg zum Kiosk im Autoradio durchskippt, stellt fest, dass es nicht das Mittelalter ist, mit dem die Band um das Ehepaar an Gesang, Sackpfeifen, Flöten, Schalmeien, Gitarren usw. steht und fällt. Nein, es ist nichts anderes als der Spaß an der einen Musikrichtung, die sie beim Komponieren eines jeweiligen Liedes gerade im Kopf haben. Hier geht es um den Journalisten, der gernegroß eine CD verreißt, in der Rezension aber einen peinlichen Rechtschreibfehler nach dem anderen macht. Vorgetragen in hardrockigem Gewand mit genreüblichen Formulierungen, das eine Auge immer bereit, aus Verschmitztheit und Spaß an der Freude zugekniffen zu werden.
Gleich vor dem spaßig-rockigen Fingerzeig auf den Gernegroß mit der Rezension steht das wunderbar melancholische Klagelied, in dem die Verlassene auf dem Scheideweg der Hoffnungslosigkeit zwischen dem Freitod und dem Weitermachen steht. Kein zwinkerndes Auge, kein mittelalterlicher Schellenkranz, sondern reiner, trauriger, treibender Rock mit tiefgehendem Text und glaubwürdiger Atmosphäre ohne jeden Kitsch.
Auf anderen Spuren der CD finden sich metalähnliche Lossagungspredigten gegen Obrigkeiten mit fast schon im Stakkato-Sprechgesang vorgetragenen Strophen, später wird das Bild des Narren geradegerückt, der ganz und gar nicht nur lieb, lustig und nett sein kann, und wenn es der Band danach steht, die Sprache zu wechseln, dann singen sie den einen oder anderen Titel eben auf Englisch. In diesem Fall dann von Jäger und Gejagtem oder vom eigenen Paradies.
Man könnte zu jedem einzelnen Titel eine Anmerkung schreiben. Nicht, weil die Texte allesamt absolutes, nie dagewesenes Neuland wären, nein, einfach deshalb, weil sich die Scheibe aufgrund ihrer Vielfältigkeit eben nicht mit der einen oder anderen Formulierung als Gesamtheit beschreiben lassen würde.
Für mich persönlich ist es eben diese Vielfältigkeit, der Ideenreichtum und die mir naheliegende musikalische Verpackung, ob nun mit Schalmei und Sackpfeife oder mit brettharten Riffs und Double-Base :-), die mir die CD seit Tagen immer wieder in die Ohren drückt.
Was sich auf dem Vorgänger-Album "Mente Capti" angedeutet hat, führt sich hier fort. Die Band ist keine Mittelalter-Band, sondern eine Band die spielt, was ihr gerade Spaß macht. Derzeit ist es hörbar das Rockige, was ihnen in den Adern fließt. Und da ist eben ab und zu mal ein Dudelsack im Intro oder im Refrain dabei, aber eben nicht ununterbrochen und erzwungen immergleich. Und das steht der Band mitsamt ihrem aktuellen Machwerk sehr gut zu Gesicht.
Wer mit der CD per Du ist, sollte sich unbedingt auch mal ein Konzert der Truppe ansehen. Eine ehrliche, sympatische, lustige Truppe, die in keinster Weise das fiese Metalgesicht aufsetzt, nur um in der Musikrichtung irgendwo Eindruck zu schinden. Zwischen den Liedern gibt´s Geschichten, Annekdoten, Witze, Frozzeleien, Sprüche, Gaudi. Dann wieder Sägerock oder natürlich auch mal ein älterer Mittelaltertitel ohne jedes Metal-Element.
Vor und nach der Show freuen sich die 8 Schelmishs über jeden Fan, der mehr als nur ein "ey, haste mal ein Autogramm für mich"? rausbringt. Keine Star-Allüren, kein aufgesetztes Getue, stattdessen Schulterklopfen, nette Unterhaltungen beim Bier und Wiedererkennung im Dönerladen nebenan.
Schelmish ist eine musikalisch hochwertige Combo die komponiert und spielt, was ihnen Spaß macht. Auf dem aktuellen Album "Wir werden sehen" macht ihnen die härtere Gangart mehr Spaß und dementsprechend klingt die CD.
Von mir persönlich gibt´s lediglich minimale Abstriche in der B-Note für eine etwas maue Abmischung der CD, welche aber wohl auf das verfügbare Budget einer Band dieser "Größenordnung" zurückzuführen ist.
Fazit: Die CD ist nichts für reine Mittelalter-Fans. Sie ist etwas für Fans von musikalisch und inhaltlich abwechslungsreichster Rockmusik, die nicht ausschließlich auf die klassischen Instrumente beschränkt ist. Mal klagt sie an, mal macht sie Spaß und sehr oft rockt sie einfach nur drauf los. 16 Titel, knapp eine Stunde lang gibt´s auf die Ohren.
Mein persönlicher Anspieltipp bzw. Ohrwurm: "Gefangene der Zeit". Weiterhin bleiben "Andersland" oder auch "Kreuzzug" und "Herr Niemand" länger im Ohr.
15 Euro legt der Rockfan mit Spaß an der Abwechslung hier absolut sinnvoll an.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hartrock mit Mittelaltereinschlag, 23. Oktober 2007
Wer mittelalterliche Klänge liebt, sucht fast vergebens auf dieser CD. Einige sehr schöne Sackpfeifenpassagen in den Liedern lässt die Wurzeln von Schlemish noch erahnen.
"Wir werden sehen" ist, wie von Schelmish angekündigt, deutlich härter als die vorgänger CD "Monte Capti". Unterschiedliche Texte vorwiegend in deutscher, aber auch in englischer Sprache lassen die cameleonartige Verwandlungskunst der Gruppe deutlich werden. Für mich eine sehr gelungene CD.
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1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
wir werden sehen und wir werden hören..., 3. April 2008
Etwas enttäuscht war ich vom neuen Album von den Schelmen, welches dem rockigen Vorgänger um Einiges nachsteht. Zwar mittelalterrocken sie noch typisch schelmish, handwerklich und produktionstechnisch gibt es nichts zu meckern, aber diesmal ist mir etwas zuviel weichgespülte Mittelklasse dabei.
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