Heute strebt die Klimahysterie in Kopenhagen einem neuen Höhepunkt entgegen. Man sollte die Nachrichten ausschalten und stattdessen dieses Buch lesen.
Das Klima hat sich schon immer geändert. Das Klima hat sich im Laufe der Erdgeschichte ohne Zutun des Menschen schon viel stärker verändert als mit seinem Beitrag und das sogar in mehreren Wellen.
In den letzten zwei Jahrhunderten hat es die Menschheit darüber hinaus fertiggebracht, bereits die Hälfte aller in Jahrmillionen entstandenen fossilen Brennstoffe zu verbrauchen, davon die Hälfte des Erdöls im letzten halben Jahrhundert. Es ist wahrscheinlich, daß dadurch die Erde ein wenig aufgeheizt worden ist. Es ist mittelfristig nicht sicher, ob diese menschliche Beeinflussung die natürlichen Klimaschwankungen übertreffen wird. Und es ist deshalb auch nicht sicher, ob menschliche Anstrengungen das Weltklima in einer gewünschten Richtung verändern können.
Weltklima, die Atemluft und das Meerwasser sind Allgemeingüter der gesamten Menschheit. Bei Allgemeingütern profitiert derjenige am meisten davon, der sie ohne Rücksicht auf die anderen ausnutzt. Und derjenige schädigt sich und seine Volkswirtschaft, der sich selbst Beschränkungen auferlegt, die von anderen nicht mitgetragen werden.
Länder wie Rußland, Kanada, Finnland und Schweden profitieren mit Sicherheit von einer Weltklima-Erwärmung. Ihr Interesse an irgendeinem Abkommen kann deshalb nur Heuchelei sein. Für China, Indien und andere wäre ein wirksames Klimaabkommen wirtschaftlicher Selbstmord. Angesichts dieser Interessenlagen und des generellen Problems (Hardins "The tragedy of the commons") bei Allgemeingütern kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß jede Weltklimakonferenz nichts anderes als Verschwendung von Zeit und Geld ist und nichts dabei herauskommen kann.
Weshalb also überhaupt diese Klimahysterie, fragt Hänggi? Soll sie vielleicht von einem viel wichtigeren und viel akuteren Problem ablenken? Wenn wir gegenwärtig die Hälfte der Welterdölvorräte verbrannt haben und die Förderung soeben ihren Höhepunkt (Peak oil) überschritten hat, dann können wir uns ausrechnen und sicher sein, daß es bei der Förderung der zweiten Hälfte zu einer enormen Verteuerung aller Energie kommen wird. Während 2050 das Klima sein kann, wie es will, und wir es nicht wissen, dürfen wir uns sicher sein, daß wir schon bis 2030 und 2040 (wenn nicht gar schon eher) überall als Folge der Energieverknappung und - verteuerung mit riesigen wirtschaftlichen Problemen kämpfen werden und daraus sich ableitenden Konflikten. Hänggi überschreibt das Kapitel auf S. 214ff. seines Buches mit "Das fossile Zeitalter als Übergangsphase".
Wir lesen darin auf S. 219: "Stellen sie sich Demokratie ohne Wachstum vor. Die Macht liegt bei der Mehrheit. Wenn diese verarmt, wird sie den Staat dazu benutzen, den Wohlstand zu ihrem Gunsten umzuverteilen." Werden sich die Eliten das auf die Dauer gefallen lassen? Wird die Demokratie im Aristotelischen Kreislauf der politischen Verfassungen abgelöst werden?
Während eine Klimakatastrophe nach 2050 möglich ist, aber nicht sicher, ist das Ende des fossilen Zeitalters im selben Zeitraum als sicher anzusehen. Hänggi stellt deshalb zum Schluß die Frage, ob es nicht viel sinnvoller sei, statt Milliarden für angeblichen "Klimaschutz" zu verpulvern, dasselbe Geld in die Energieforschung zu investieren, in die Entwicklung von effektiveren Solarzellen, in die Erforschung der Photosynthese der Pflanzen usw.
Dieser Appell an den gesunden Menschenverstand ist von einem ungewöhnlichen selbständig denkenden Journalisten geschrieben worden, der sich nicht von der allgemeinen Hysterie der Massenmedien fortreißen läßt.