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Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen53
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am 2. September 2011
Worum geht es:
Hetty ist erst 13 Jahre alt, als das für sie Unfassbare geschieht. Sie und ihre Familie werden deportiert, und nur wenig später getrennt. Vor den Augen der Kinder werden die Eltern abtransportiert und Hetty bleibt mit ihren Brüdern, und der Ungewissheit ob und wie lange sie überleben können zurück.

Jeder von uns hat wohl zumindest schon mal den einen oder anderen Bericht über die Todeslager gelesen, oder zumindest in der Schule davon gehört, und doch ist es etwas ganz anderes davon zu lesen, und miterleben zu "müssen" was Menschen einander antun können. Ich muss glaub ich jetzt nicht genau erläutern was alles in den Vernichtungslagern passiert ist, und von daher ist dieses Buch um so erschreckender aber auch wunderbarer, denn während die Aufseher und Verantwortlichen der Zustände arglose Menschen dazu bringen, um des eigenen Vorteils Willen, was ja nicht selten gleich bedeutend war mit dem eigenen möglichen Überleben, ihre Mitgefangenen zu verraten etc. bildet sich unter diesen Kindern in Bergen- Belsen ein Zusammenhalt der im Enteffekt das Überleben fast aller Kinder sicherte. Sie geben sich Halt, beschützen sich gegenseitig und versuchen einander abzulenken vom ständigen Tod, Hunger, Krankheit und Elend um sie herum.

Hetty schrieb ihre Geschichte erstmals grob nieder nachdem sie von den Briten befreit wurde, und daraus ist letztlich dieses Buch geworden. Ich muss ehrlich sagen, dass mich vorher niemals ein Buch so aufgewühlt hat, und ich eigentlich noch nie so viel während des Lesens geweint habe. Es ist unheimlich schwer zu ertragen oder überhaupt zu fassen wie Kinder Kinder retten unter Umständen die sich keiner von uns vorstellen kann.

Das Buch ist absolut schwere Kost, aber nunmal ein Teil unserer Geschichte der vielleicht auch von uns die wir ja nur in der 2./ 3. Generation davon erfahren mehr Beachtung geschenkt werden sollte.
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am 14. Januar 2007
Die 13-jährige Hetty wird 1944 zusammen mit ihren beiden jüngeren Brüdern sowie ihren Eltern ins KZ Bergen-Belsen deportiert. Dort werden die Kinder nach einigen Monaten von ihren Eltern getrennt, welche mit separaten Transporten von Bergen-Belsen mit unbekanntem Ziel weitertransportiert werden. Fortan trägt die junge Hetty die große Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister alleine. Es gilt, das eigene Leben und das der Brüder hindurchzuretten durch quälenden Hunger, durch Kälte, schwere Infektionskrankheiten, Parasitenbefall und die allgegenwärtige Lebensgefahr, die von den menschenverachtenden Nazis ausgeht. Letzere machen nicht einmal Halt davor, in einen Saal voller Kinder einzudringen und auf diese einzuschlagen.

Ob es darum geht, ausgehungerte, entkräftete und kaum bekleidete Menschen in der Kälte zum 9-stündigen Appell antreten zu lassen oder einzelne halb oder ganz totzuschlagen, als Leser gilt es, eine Menge zu verarbeiten. Umso schwerer wiegt die Tatsache, daß die geschilderten Greuel sich vor den Augen eines Kinder abspielten bzw. seiner Seele und leider auch seinem Körper widerfahren sind. Hettys Geschichte als Erwachsener zu lesen, geht an die Substanz. Sie als Hetty durchlebt haben zu müssen,

war Hölle auf Erden.

Von Hettys Mut und ihrer Hingabe an die vielen anderen Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, handelt dieser Bericht. Aber auch von dem starken Zusammenhalt und der ebenso starken gegenseitigen Hilfe der Kleinen, den ich Kindern so nicht zugetraut hätte. Konnten z. B. einige der Kinder vor Entkräftung ihre Eingeweide nicht mehr in sich behalten, kamen andere ihnen zu Hilfe und verhalfen den Eingeweiden zurück ins Körperinnere. Das Wort "erschütternd" reicht bei weitem nicht aus, um den Alltag dieser geschundenen Menschenkinder zu beschreiben.

Hetty überlebt Bergen-Belsen, und besonders ergreifend empfand ich die Stelle, die von der leeren Patronenhülse handelt. Diese Patronenhülse stammt von einem Kanonengeschoß. mit welchem die Briten das Ende des Krieges feierten. Hetty streichelt diese Hülse, sie küsst sie, und sie gehört zu den wenigen Habseligkeiten, die das Mädchen am Ende in einem leeren Kissenbezug beisammenhält.

Ob ihre beiden Brüder, ihre Mutter und ihr Vater den Holocaust überleben, diese Frage trieb mich manches Mal um, während ich Seite um Seite dieses Berichtes verschlang. Diese Fragen werden beantwortet, ich möchte aber an dieser Stelle nichts vorwegnehmen.

Ein sehr gut geschriebener Bericht, der aber auch den erwachsenen Leser in der Seele zutiefst erschüttern kann. Daher möchte ich gerade den Eltern empfehlen, das Buch zunächst selbst zu lesen, bevor sie es eventuell als Lektüre für ihre Kinder auswählen, nicht zuletzt um ihnen zu helfen das als Leser zu verarbeiten, was Hetty und "Lubas Kinder" in Bergen-Belsen am eigenen Leib durchmachen mußten.

Mögen die Kinder von Bergen-Belsen viel, viel heilende Liebe in ihrem weiteren Leben erfahren haben und noch erfahren, das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen
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am 23. Oktober 2011
Hetty Werkendam ist elf Jahre alt, als Nazi-Deutschland die Niederlande besetzt und ihre Familie in ein Ghetto zwingt: Die Werkendams sind Juden, und müssen von nun an um ihr Leben fürchten. Schon bald wird der Lieblingscousin des Vaters mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Und dabei wird es nicht bleiben.

"Wir Kinder von Bergen-Belsen" erzählt, wie sich die Schlinge des Nazi-Regimes immer dichter um Hetty und ihre Familie zusammen zieht. Die Werkendams werden zunächst ins Durchgangslager Westerbork und von dort ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Schließlich bleibt Hetty allein als Mitglied einer vierzigköpfigen Kindergruppe zurück, die offenbar aus Desinteresse von der SS ihrem Schicksal überlassen wird, nachdem ein Lkw-Fahrer sich weigert, sie während einer Nacht- und Nebelfahrt zu "beseitigen". Inmitten der sich immer weiter verschlimmernden Zustände im Lager, von Unterernährung bis hin zur Typhusepidemie, haben die Kinder nur eine einzige Hoffnung: Die Hilfe von Schwester Luba, dem "Engel von Bergen-Belsen".

Hetty, die dank Schwester Luba überlebte, erzählt zu Beginn dieses Buches von ihrer jetzt dreizehnjährigen Tochter, und ich glaube, dass sie für sie ein wichtiger Bezug beim Schreiben ihrer Geschichte war. "Wir Kinder von Bergen-Belsen" ist so geschrieben, dass es auch jüngere Menschen lesen können, ohne traumatisiert zu werden. Natürlich sind KZ-Geschichten keine Gute-Laune-Literatur, und natürlich enthält auch dieses Buch eine Menge verstörender Details. Aber die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, und Hetty Verolme konzentriert die grausamsten Informationen in den letzten Kapiteln, wo die Befreiung und damit das Überleben bereits in greifbare Nähe rücken.

Damit erkläre ich mir auch, dass ich in Rezensionen zu anderen Holocaust-Büchern Verweise auf dieses Buch mit dem Zusatz "eher für Kinder geschrieben" gefunden habe. Als erwachsener Leser fand ich in der Tat die Details schon sehr zurückgenommen. So wird gegen Ende des Buches an zwei Stellen erwähnt, dass es aufgrund der Hungersnot in Bergen-Belsen Kannibalismus gegeben hat. Dies geschieht allerdings eher beiläufig, obwohl man aus dem Kontext entnehmen kann, dass sich Derartiges häufig ereignet hat und auch für die Kinder regelmäßig zu beobachten war. Entsprechend wirkt die Schilderung ein wenig gefiltert, was einem erwachsenen Leser auffällt und eventuell störend wirkt.

Andererseits stellt sich die Frage, was man denn eigentlich in einem Holocaust-Bericht zu finden hofft. Ich für meinen Teil möchte erfahren, wie es im Machtbereich von Unmenschen gelingen kann, ein Mensch zu bleiben. Eine Erkenntnis, die ich bis jetzt für mich gefunden habe, ist: man darf nicht zulassen, dass sich die Unmenschen in die Mitte des eigenen Lebens schieben. Vielleicht passt dazu eben auch, dass sich "Wir Kinder von Bergen-Belsen" weniger für die grausamen Zustände im Lager interessiert als für die Menschen, die inmitten dieser Grausamkeit füreinander gesorgt und miteinander gelebt haben. Um diese Menschen geht es hier, und deshalb halte ich dieses Buch unabhängig von der Altersgruppe für unbedingt lesenswert.

Ebenso empfehlen kann ich einen Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen mit ihrem im Jahr 2007 neu errichteten Dokumentationszentrum. Die dortige Ausstellung umfasst auch die Geschichte des neben dem KZ befindlichen Kriegsgefangenenlagers und ordnet die Geschehnisse in Bergen-Belsen in den größeren Kontext des NS-Lagersystems ein. Auch die Geschichte des Camps für Displaced Persons wird ausführlich dargestellt.
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am 1. Januar 2011
Bücher über den Holocaust gibt es viele.
'Wir Kinder von Bergen Belsen' ist eins davon, dass besondere daran: die Autorin Hetty Verolme weiß von was sie spricht, sie hat diese grausame Zeit selber miterlebt.
Mit 13 Jahren deportierten die Nazis sie mit ihren Eltern und Brüder, die Kinder wurden darauf bald von den Erwachsenen getrennt und sie, die Älteste, versuchte die 'Ersatzmutter' zu sein.
Trotzt der großen Ungewissheit über ihre eigene Zukunft und die der Verwandtschaft versuchte sie den Kindern Schutz und Geborgenheit zu bieten und den Alltag so normal wie möglich zu gestalten.
Das Buch beschreibt diesen Alltag bis ins kleinste Detail: es ist die Rede von Leichenbergen die jeden Tag höher wachsen, von den wenigen Leuten die Mitleid hatten, wie die Aufseherin die ihr Kartoffeln schenkte und von der ständigen Angst deportiert zu werden, in ein anderes Lager.
Es ist ein Buch wie viele andere über den Holocaust, aber die Tatsache dass Hetty Velome es selbst erlebt hat, lässt die Erzählung authentisch wirken. Trotzt der erleichterten Lektüre dank einfacher Sätze, konnte ich es nicht flüssig lesen wegen diesen grausamen Details aus dem Konzentrationslager, beschrieben von einem zum Zeitpunkt gerade 13 jährigen Mädchen was den Mut und die Kraft zum Kämpfen in dieser schweren Phase nie verlernt hat .
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am 4. November 2013
Das ist eine ganz traurige Biographie, dennoch muss man nicht ständig weinen beim Lesen!
Hetty beschreibt ihre Gefangenschaft in Bergen-Belsen eigentlich recht nüchtern und sachlich, aber man merkt, daß sie ihr Herzblut gibt.
Nichts für schwache Nerven, ich habe es im Urlaub gelesen, es zieht einen schon ein wenig herunter.
Ein tolles Mädchen, eine tolle Frau. Ich zolle ihr großen Respekt und freue mich, daß sie ihre Geschichte erzählen konnte.
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am 10. November 2007
....schwache Nerven! Der Lebensbericht eines Mädchens, das durch unvorstellbaren Mut und Lebenswillen das KZ Bergen-Belsen überlebt hat.
Hetty ist 13 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern und ihren beiden jüngeren Brüdern Max und Jackie von Amsterdam nach Bergen-Belsen deportiert wird.
Zunächst ist das Leben im Lager noch so gerade eben erträglich, es gibt wenigstens noch zu essen und die Familie ist zusammen, um sich gegenseitig zu stützen. Doch mit zunehmender Überbelegung des Lagers und immer brutaler und menschenverachtender werdender Aufseher wird es die Hölle auf Erden.
Irgendwann ist der Tag gekommen, an dem Hettys Vater zusammen mit anderen Männern, angeblich zum arbeiten, abtransportiert wird. Wohin, weiß keiner. Das Leben der Familie ist jetzt schon von tagtäglichen Suche nach etwas Essbarem bestimmt, alle sind ziemlich entkräftet.
Einen Tag später wird die Mutter, ebenfalls mit unbekanntem Ziel, abtransportiert. Zurück bleiben im Lager Bergen-Belsen etwa 40 völlig verstörte und traumatisierte Kinder.
Die Kinder sollen ebenfalls abtransportiert werden, dieser Transport kommt aber nie zustande. Schließlich werden sie in einem Haus in der entlegensten Ecke des Lagers einquartiert, wo sie mehr oder weniger sich selbst überlassen werden.
Nach wie vor ist das größte Problem, etwas zu essen zu organisieren. Dafür laufen sie, die schon kaum mehr als Haut und Knochen sind, täglich kilometerweit durch das Lager, oft umsonst. Daß am Wegesrand Leichen liegen, stört niemanden mehr, die Kinder sind einfach abgestumpft.
Zu dem Problem mit dem Hunger kommt allerdings noch die nicht vorhandene Hygiene und daraus resultierende Parasiten und Krankheiten.
Trotzdem halten die Kinder zusammen wie Pech und Schwefel und helfen sich gegenseitig wo sie können.
Zusammen mit einer polnischen Aufseherin namens Luba, die ihr Leben für die Kinder geben würde, ist Hetty die Bezugsperson und Ersatzmutter für die anderen Kinder.
Es ist unvorstellbar, in welchen Zuständen die Kinder leben mussten, was für Qualen sie erlitten haben, und doch haben es außer zwei alle geschafft, das KZ zu überleben.
Was aus Hettys Eltern geworden ist? Die Antwort bekommt man am Ende des Buches......
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am 10. Oktober 2013
Ein sehr gut geschriebenes Buch. Schwere Kost aber lesenswert. Ich musste während des Lesens mehrfach die Tränen zurückhalten. Es ist gar nicht zu fassen, was die Kinder damals mitgemacht haben. Das 14jährige Kinder für Kleinere Lebensretter werden. Eine Zeit die sich keiner von uns vorstellen kann.
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TOP 500 REZENSENTam 4. November 2012
===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
1930 geboren erlebt Hetty Werkendam eine schöne Kindheit zusammen mit ihren jüngeren Brüdern Max und Jackie. Als Juden endet dies jedoch mit dem Einzug der Nazis. Anfangs kann ihr Vater sie noch mit einer teuer erkauften Bescheinigung, dass sie nicht ins Arbeitslager müssen. Doch auch dies hilft ihnen nicht, als 1944 die SS an die Tür kommt und bei ihnen ein befreundetes Mischkind bei ihnen entdeckt wird, die zufällig bei ihnen übernachtet hat. Den untergetauchten Juden finden sie zum Glück nicht. Trotzdem ist die Bescheinigung nichtig und sie werden ins Arbeitslager gebracht. Dort haben sie noch halbwegs Glück. Sie können ihre Sachen behalten, bekommen noch halbwegs genügend Essen und das Wichtigste, sie sind nicht getrennt. Doch alles ändert sich, als es heißt Sachen packen, ihr werdet verlegt. Nach einer langen Reise kommen sie nämlich nach Bergen-Belsen. Als sie ankommen ist es noch ein Arbeitslager, das sich jedoch später ins berüchtigte Konzentrationslager Bergen-Belsen verwandelt. Die Essensrationen sind unterirdisch, die Hygiene ist ein Fremdwort und die Arbeiten sind lang und hart. Trotzdem haben sie noch Glück, denn ihre Baracke ist eine der neueren und noch sauberer. Mit der Zeit wird es jedoch immer schlimmer. Läuse, wochenlang die gleichen Klamotten an, ihr Vater kommt in den Bunker und die Rationen werden immer weniger. In Kombination mit der harten Arbeit und den stundenlangen Appellen im Schnee fordert es langsam seine Tribute. Zwar kann Hettys Mutter ab und an etwas Gemüse aus der Schälküche abzweigen, aber es ist nie genug. Oft teilt sie sich mit ihrer Tochter eine Portion, damit ihr Mann etwas mehr zu essen bekommt. So kommen sie über die Runden, besonders als sie auf Verwandte und sogar das Mädchen treffen, die sie damals bei sich haben übernachten lassen. Sie hat einen Ring dabei, den sie Hettys Mutter weggenommen hat, ihr nun aber wiedergibt. So kann Hettys Mutter Kartoffeln, Zucker und andere wichtige Sachen ertauschen. Doch lang hält dies „Glück“ nicht an, denn es heißt wieder Sachen packen, es geht wieder weg. Erst ihr Vater, dann soll auch ihre Mutter weg. Sie selbst bleiben in Bergen-Belsen, so wie alle Kinder. Babys, Kleinkinder - sie alle werden ihren Müttern weggenommen. Hetty, die die Lebensmittel ihrer Mutter bekommen hat, nimmt sich der „verwaisten“ Kinder an. Auch als sie in andere Lager kommen, bleibt sie immer in deren Nähe. Zusammen mit Schwester Luba, die sich ihrer später annimmt, heißt es lebenswichtige Nahrung zu organisieren. Zum Ende hin wird es immer schlimmer, zumal noch Typhus ausbricht. Hetty wird so geschwächt, dass sie nicht mal das Ende des Krieges wirklich mitbekommt. Sie erholt sich und verfasst später dieses Buch. Ihr Glück haben jedoch nicht alle gehabt. Im Kinderlager sind so manche verstorben.

===Sarahs meine Meinung===
Die Thematik rund um den zweiten Weltkrieg wurde schon in zahlreichen Büchern aufgegriffen. Wenn man eine Mutter hat, die selbst im zweiten Weltkrieg aufgewachsen ist, dann ist man mit dem Thema noch eine Spur verbundener. So habe ich schon als Kind gerne Werke über dieses Thema gelesen. Andere Leute interessieren sich auch für diesen geschichtlichen Teil, aber inzwischen sind viele einfach nur noch genervt und denken: Nicht noch ein Schicksal. Einerseits will man schließlich mit der Zeit abschließen, aber man möchte es natürlich auch nicht vergessen. Allerdings zeigt sich, dass frühere Werke einfach authentischer und ergreifender sind. Erst kürzlich habe ich „Der Mann, der ins KZ einbrach“ gelesen, und bei solchen Werken entsteht das Gefühl: Hier möchte jemand noch auf den Zug aufspringen und Geld damit machen. Meine Mutter hat schließlich ihre Erfahrungen auch nicht in ein Buch gepackt.

Als ich dieses Buch jedoch entdeckt habe, musste ich es unbedingt lesen. Dementsprechend war ich roh, als ich es beim Wichteln geschenkt bekommen.

Der Einstieg in das Buch ist sehr gut gewählt. Ein kleines Vorwort und dann befindet man sich mitten im Krieg. Man begleitet die Familie Werkendam von 1941. Wobei diese Zeit nur im Zeitraffer beschrieben wird, um einfach schnell zum wichtigen Jahr 1944 zu kommen. In diese Zeit werden nur kleinere, aber bewegende Situationen, wie der Abtransport der Oma gepackt. In dieser Zeit lernt man die Familie schon einmal kurz kennen und schließt sie ins Herz. Zudem erfahren Laien alles über die Fakten, was den Einzug der Nazis in den Niederlanden betrifft. Bis hier hin ist es noch etwas, das man oft gehört und gelesen hat. Als die Familie dann beim Abtransport auch noch Glück hat und sogar nicht mit Viehwaggons abtransportiert wird, sondern in Personenzügen, kommt der Gedanke an, enorme Glückskinder ins Gedächtnis. Leider sind dies Schicksale, die mich nicht berühren. Zum Glück ändert es sich spätestens mit der Ankunft in Bergen-Belsen.

Ab hier heißt es: harter Tobak. Der sachliche, aber bildhafte Stil, der sich auf die wesentlichen Aspekte konzentriert, beinhaltet alle Erfahrungen und Erinnerungen, die Hetty in den Jahren gesammelt hat. Sie verschwendet keine Silbe an übertriebene, sentimentale Momente. Sie baut diese sachlich ein, und berührt damit um ein Tausendfaches mehr die Herzen der Leser. So schildert sie bewegende Situationen, die neue Einblicke in den Alltag eines Konzentrationslagers gewähren. Egal, ob sie einfach nur beschreibt, wie sie die ersten Läuse an ihrem Pullover entdeckte, wie sie zum ersten Mal merkte, dass Scham in Bergen-Belsen nichts zu suchen hat, oder wie ausgehungerte Menschen neun Stunden in der eisigen Kälte stehen müssen. Es sind bewegende Momente, wenn man bedenkt, dass hier auch kleine Kinder stundenlang stehen mussten. Für einen Erwachsenen ist dies schon Folter, doch für die Kleinen noch einmal viel schlimmer. Der Leser wird jedoch von dem Lebensmut und dem Einfallsreichtum der Familie gepackt, und kleine, glückliche Momente berühren das Herz tief. Sie schafft es sogar witzige Momente, wie zum Beispiel eine nackte Frau, die sich ihre Brüste über die Schultern werfen muss, um den Bauch abzutrocknen, gekonnt einzufangen. Damit möchte ich nicht sagen, dass der Moment witzig ist, sondern, dass Hetty und ihre Familie den Anblick lustig fanden. Die Tatsache an sich ist natürlich alles andere als erfreulich. Doch es sind diese Kleinigkeiten, die das Buch so wichtig, traurig, ja und leider auch liebenswert machen.

Mit dem Abtransport der Erwachsenen wir das Buch noch viel tragischer. Als Mutter rührt es das Herz. Sie schafft es so authentisch zu vermitteln, wie sich die Kinder fühlten, als sie von ihren Eltern getrennt wurden. Besonders den Schmerz der Babys hat sie so eingefangen, dass mir als Mutter eines so jungen Kindes die Tränen kamen. Für die Jüngsten, aber auch die Großen war diese Zeit die Hölle. Trotz der Beschreibungen ist es schwer, dies alles wirklich nach zu vollziehen. Wie kann man auch nachvollziehen, wie es ist, nur eine Scheibe Brot am Tag zu essen, oder sogar noch weniger und das über Monate. Mal eine Woche, wenn man krank ist, oder Liebeskummer hat, aber das übersteigt die Vorstellungskraft. An vielen Details merkt man jedoch die ganze Tragweite, wie zum Beispiel die Tatsache, dass einige Kinder nicht mal ihren Darm mehr halten konnten und dieser nach jedem Gang auf den Topf eingeführt werden musste. Ihr merkt, das Buch ist schonungslos ehrlich und nichts für schwache Mägen.

Die bewegendsten Momente der letzten Monate in Gefangenschaft schaffen selbst harte Menschen. Genauso ist es mit den ersten Tagen in Freiheit. Bis zur Rückkehr nach Amsterdam schafft Hetty alles Wesentliche festzuhalten. Doch dann geht es wie am Anfang mit dem Zeitraffer weiter. Ich hätte mir hier etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Plötzlich ist sie verheiratet, ihr Mann liegt im Sterben und man fragt sich, wen sie geheiratet hat, und wann und wo sie ihn kennengelernt hat.

Ganz zum Schluss gibt es für die Leser, wie mich, die eben gerne etwas plastisches haben, zahlreiche Fotos, ein Interview und einen Brief. Er rundet das Bild noch einmal mehr ab.

Zudem gibt es die gesamte Liste der Kinder. Namen, Nummern, Geburtstage und ähnliches. Diese Liste hat mich dann oft zur Verwirrung gebracht, aber vielleicht habe ich hier auch Daten durcheinander gebracht. Hier zwei Beispiele

So wird Hetty wenige Tage nach ihrem 15 Geburtstag von einem Chef der SS wegen ihres Alters befragt. Sonst sollte sie lügen und 13 sagen, denn das Kinderlager war nur für Kinder bis einschließlich 13. Trotz einer Ausnahmegenehmigung konnte man sich nie sicher sein. Doch dieser Mann wusste sogar ihren richtigen Namen und den ihres Vaters, also die jüdischen zweiten Namen. Sie sagt, sie konnte ihn nicht anlügen und sagte verdattert 14.. Das andere war Max Geburstag. So heißt es auf S. 79 „Am 22.7 hatte Max seinen 12 Geburtstag....“ Es ist im Kapitel Juli 1944. Laut der Liste wurde Max jedoch am 22.7.31 geboren. Er müsste also 13 geworden sein. Erst dachte ich vertan, aber die Nummern der drei Geschwister wurden sogar extra genannt. Und das waren so Momente, wo ich dachte, was soll das. In der aufwühlenden Hektik kann man so einen Fehler machen, aber das Lektorat hätte solche Sachen bemerken müssen. Vielleicht war es auch nur ein Fehler der Nazis, aber dann hätte ein Hinweis beim Bild unglaublich gefreut. Weil solche Fehler eben Zweifler wachrufen.

Trotz dieser beiden Punkte, die zumindest mir aufgefallen sind, ist es ein unglaublich bewegendes Buch, dass besonders in Schulen gelesen werden sollte. Es bietet geschichtliche Aspekte und erinnert die Kinder, wie es anderen früher ergangen ist. Hier könnten die Lehrer endlich mal ein gutes Buch für den Unterricht herauspicken.

Ich habe das Buch an zwei Tagen verschlungen und hätte es sogar an einem Tag gelesen, wenn ich die Zeit gehabt hätte. Es ist so bewegend, dass man einmal angefangen nur schwer aufhören kann.

Das Buch zeugt von Glück, Elend, Leid und wenigen schönen Momenten, die der zweite Weltkrieg mit sich gebracht hat. Hetty Verolme ist es gelungen eine längst vergessene und verdrängte Zeit authentisch für die Ewigkeit auf Papier zu bannen. Für mich trotz dieser „Fragen“ fünf Sterne wert.
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am 9. März 2005
Die Autorin heisst Hetty E. Verolme. Sie wurde 1930 in Belgien geboren und ist 1931 mit Ihren Eltern nach Holland gezogen. Leider konnte Sie dort nur kurz Ihre Kindheit verleben, da Sie (und Ihre Familie) 1943 von den Nazis nach Deutschland deportiert wurde. Erst in ein "Durchgangslager", dann nach Bergen-Belsen.Ihr Buch handelt von dem "Kinderhaus" (wohl eher Kinderbarracken) aus diesem Konzentrationslager. Eine sehr schreckliche, leidvolle, traurige,grausame (...mir fehlen die Worte fuer noch mehr negative Attribute...), aber auch ergreifende Geschichte.
Dieses Buch eigenet sich sicherlich auch gerade fuer junge Menschen, die im Geschichtsunterricht an Schulen ueber den Holocaust erfahren und mehr darueber wissen wollen.Gerade in unserer heutigen Zeit, in der in Deutschland wie es scheint ein neuer Neo- Faschismus aufgekommen ist. Nach dem "Fall der Mauer" noch viel mehr als vor dem "Fall". Womit ich keinerlei "Spitzen" in diese Rezension setzen moechte. Ich bin nur der Ansicht (und mit mir wohl hoffentlich die ganze Welt) das diese Zeit (1933 1945) nicht vergessen werden darf.
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am 15. August 2011
Ein ergreifendes Buch eines jungen Mädchens über ihre Erfahrungen im zweiten Weltkrieg. Hetty schreibt sehr einfach aber mit viel Gefühl und Ausdruck. Es ist sowohl für größere Kinder als auch Erwachsene geeignet. Ich habe schon viele Holocaust Berichte und Bücher gelesen und trotzdem lernt man nie aus, wozu die Menschen damals fähig gewesen sind. Besonders gefallen haben mir die Fotografien im Anhang von Hettys Familie, Freunden und anderen Kindern der Kinderbracke, sowie Wiedersehensbilder und Fotos der Befreier. Außerdem die Abschrift von Hettys Interview, das um die Welt ging, kurz nach Ihrer Befreiung, sowie ein persönlicher Brief an Hetty und einer Transportliste der Kinder.
Ich könnte mir gut vorstellen das Buch in der Schule zu lesen. Ich wünschte wir hätten damals so etwas gelesen, das ist viel effektiver als irgendwelche harten Fakten oder Erzählungen. Ein Tatsachenbericht aus der Sicht eines Kindes.
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