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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Cool, funky, soulig: Perfekt!!, 31. Oktober 2009
Jan Delay zählt für mich zu den deutschen Musikgenies der letzten Jahre. Nur wenige Künstler haben hier im Land dauerhaft so ein gutes Gespür für Hits wie er. Und das mit dieser, wie drück ich es aus, gewöhnungsbedürftigen Stimme. Dabei scheint es auch völlig egal zu sein, welchen Stil er sich gerade ausgesucht hat. Ob Hip Hop mit den Beginnern am Anfang seiner Karriere, Dub, Elektro, Reggae oder zuletzt Funk - immer kommt etwas Einzigartiges heraus, das seinesgleichen sucht.
Jetzt ist er mit seinem zweiten Funkalbum am Start. Einem Album, das bei mir bereits beim ersten Durchkauf wie eine Bombe eingeschlagen ist. Da muss ich so übertrieben betonen, weil ich mit Soul und Discofunk der 70er im Normalfall eher nichts anfangen kann und auch viele Kritiken bisher nicht so berrauschend waren. Und so saß ich mit Erwartung 0 da und war plötzlich von diesem irren Musikmix wie erschlagen.
Wahnsinnig ironische Texte, eingängige Refrains, coole Soundarrangements aus Trompeten, Gitarren und Beats, sowie viel Abwechslung zwischen Partysongs und nachdenklichen Liedern haben diese Scheibe zu einem Dauerbrenner der letzten Wochen in meinem MP3-Player gemacht und ich denke so schnell wird sich das nicht ändern!
Ich bin gespannt was da zukünftig von ihm noch so kommt. Vielleicht etwas Rock? Das wär ne Sache! ;-)
Anspieltipps: Ein Leben lang, Large
Lieblingszeile: "So viele Leute ham Gehirne klein wie Erbsen und ich hab Schiss, dass sie mich damit konfrontieren."
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
...frecher disco-funk..., 14. Januar 2010
vorweg: jan delay kenn ich aus beginner-zeiten, fand ihn damlas gut, war aber nie meine richtung. der näselnde deutsche hat mich erstmals mit dem vorgänger "mercedes dance" beeindruckt. wir "kinder vom bahnhof soul" ist eigentlich musikalisch aufdringlicher, handwerklich toll gemachter disco-funk und "dance" vorzuziehen...
nach dem einwerfen der scheibe - es geht los mit "showgeschäft" - begann mein rechter fuss schon instinktiv zu zucken... pure power, die lust auf mehr macht und man wird nicht enttäuscht...
"johnny" ist wieder ziemlich pompöser disco-style, kommt mit bläsern und 'ner menge fetzigkeit daher....
"disco" ist die letzte nummer, meine lieblingsnummer, dieser grossartig gespielte disco-bass, teils geslapt - so funky!! - nach hören dieser scheibe hatte ich einen derartigen bewegungsdrang... (ein cohen schafft dass niemals;-)
diese neue delay-machart mit der grossartigen disko-no.1 band ist einer der besten neuerfindungen eines musikers in den letzten paar jahren...
alle instrumente wurden ohne synths, ohne computer eingespielt, wahrscheinlich um bei live-auftritten genauso authentisch 'rüberzukommen.
das bassspiel hat mich total überzeugt...
delay beweist hier, welch vielseitiges potenzial in ihm steckt, hab ihn immer unterschätzt, die kitschige retro-aufmachung gefällt!!!
fazit: nur die fadesten unter der sonne werden's wohl nicht gut finden.... ausgenommen sind hier funk-antihörer, die mit etwas quirliger spassmachender musik so ihre probleme haben...
find's genial!!
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schmierig, kultig, kitschig, glamourös, altmodisch, modern, großartig, 17. August 2009
,Soso, nach Reggae und Funk verwurstet er jetzt also Soul...' sollte man anhand des Titels denken. Stimmt aber eigentlich nicht. Musikalisch ist ,Wir Kinder...' die Fortsetzung von Mercedes Dance - handgespielter Disco Funk , mit ein Paar souligen Balladen und Popsongs durchsetzt. ,Handgespielt' ist hier ganz wesentlich, denn wie schon auf dem Vorgänger verzichten Eißfeldt und seine Disko. No. 1 auch hier völlig auf Synthies oder computerunterstützte Sounds - erstens um diese ,Mucke' Live genauso gut rüberbringen zu können, und zweitens weil das so ja auch viel besser zum schmierigen Las Vegas Unterhaltungsband Look der Jungs passt, mit dem Sie auch endlich so etwas wie Glamour in die deutsche Musiklandschaft (auch mit der Musik natürlich) bringen.
Das ist vielleicht auch Delays größter Verdienst: nicht, dass er der Mann ist, auf den sich fast alle einigen können - da gibt's auch noch Peter Fox - sondern, dass er Mut zum Kitsch hat und diesen Kitsch zu Kult werden lässt. Es ist sein Stil-Selbstverständnis, dass sich in der Musik genauso wie im Look ausdrückt, das ihn so wichtig werden lässt. Da ist es dann auch völlig egal, ob er sich in seinen Texten, oder in Interviews ständig selbst widerspricht, denn es ist ja auch völlig Wurst was über ihn geredet oder geschrieben wird - wichtig ist nur, dass es passiert. Auch unter Erfolgsdruck lässt sich Delay nicht setzen, denn er gibt den Ton an und den Takt vor.
Musikalisch war und ist der Ex-Beginner nicht der Innovator - das hier ist Disco-Funk wie er in den USA schon vor 30 so gespielt wurde (man braucht sich nur die - ähem - ,geborgte' funky guitar bei ,Showgeschäft' - ,Last Night A DJ Saved My Life' - anhören) , aber der ist unterhaltsam, handwerklich brilliant und die songs haben alle genug hooks und Aufhänger um die Leute zum Tanzen und zum Mitwippen zu bewegen. Dass hier eigentlich nichts anderes passiert, als das was die Jazzkantine, oder viele Acid Jazz Protagonisten vor 10 bis 15 Jahren machten spricht noch mehr für den großen Verkäufer Delay - er macht ein revival, sagt es aber niemandem und verkauft es als etwas Neues.
Textlich balanciert er ständig zwischen Satire, Selbstverar***e und politischer Korrektheit, bringt dies aber äußerst kurzweilig und humorig rüber. Die Qualität der Lieder ist hier insgesamt vielleicht noch eine Spur besser als auf dem Vorgänger Album - immer vorausgesetzt man kann mit Funk und R&B etwas anfangen. So poppig wie es Disko No. 1 aber präsentieren, sollte das eh für niemanden ein Problem sein.
Trotzdem - den 5ten Stern erhält dieses Album vor allem dafür, dass es so ungeheuer selbstverständlich-arrogant daherkommt, und sich nichts, aber auch rein gar nichts um aktuelle Trends wie das 80er Jahre Revival, oder das gerade wieder sterbende 60's soul revival schert, weder mit der jungen Generation deutscher Hip-Hopper flirtet, noch sich alternativ-mäßig an die intellektuelleren Hörer anbiedert - es ist einfach; nur für sich - altmodisch, modern und gut.
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