Christian Ankowitsch gehört zu den Autoren, die das Internet und andere Quellen nach Zahlen, Namen, Daten, Fakten und allerlei Skurrilem durchforsten, dann eine Auswahl treffen und das Ganze zwischen zwei Buchdeckel klemmen. Wenn das etwas abschätzig klingt, hat das seinen Grund darin, dass der Erfolg solcher Werke allzu viele Nachahmer auf den Plan rief und der Qualität eher abträglich war. Denn so einfach ist es eben doch nicht. Ausser der Leidenschaft zum Sammeln braucht es auch die Liebe zum Objekt. Und die bringt Christian Ankowitsch mit. Er wird zwar kaum alle Tipps und Anregungen selber befolgen, aber als Leser spürt man, dass seine beiden Jungs beim Schreiben immer irgendwie präsent waren.
In seiner zweiseitigen Vorbemerkung beantwortet der Autor gleich die Fragen, die ich mir ebenfalls stellte. Er schrieb das Buch für die grossen Jungs, die kleinen Jungs gerecht werden wollen und es dennoch nicht schaffen. Er will die armen Väter nicht noch mehr unter Druck setzen ' und macht es selbstverständlich trotzdem. Er rät zur Gelassenheit und muss wohl damit leben, dass es beim Ratschlag bleibt. Er sieht sich als Praktiker und beruft sich auch gerne auf die Theorie. Er behandelt Themen, die zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr wichtig sind. Er rät den Müttern, das Buch ebenfalls zu lesen. Und er bietet Zusatzmaterial auf einer Internetseite an. Gibt man allerdings die angegebene Adresse ein, landet man auf der Homepage von Herrn Ankowitsch, die eher Werbeplattform als Buchfortsetzung ist. Ärgerlich, also Bewertungsabzug.
Nach einem Inhaltsverzeichnis sucht der Leser vergeblich. Das ist bei der ziemlich chaotischen Zusammenstellung allerdings nicht erstaunlich. Kleine Jungs mag dies jedoch weniger stören als grosse. Aber vielleicht geht Ankowitsch einfach davon aus, dass seine Leser die 252 Seiten brav durchlesen und sich inspirieren lassen. Oder denkt er, man schlage im ausführlichen Sach- und Personenverzeichnis nach? Wie auch immer die Lesegewohnheiten sein mögen, Anregendes hat es genug. Ein dickes fettes Lob verdient die Gestaltung. Erik Turek vom Wiener buero8 und den Illustratoren ist es zu verdanken, dass ich schliesslich keine Seite ausliess.
Mein Fazit: Die schlechte Internetseite, fehlende Quellenangaben und einige inhaltliche Durchhänger sind für den Bewertungsabzug verantwortlich. Die Gestaltung hingegen kam bei mir super an. Empfehlen kann ich das Buch allen Vätern, die später nicht sagen möchten, sie hätten die schönste Zeit mit ihren Jungs verpasst. Keine Rezeptsammlung, sondern ganz einfach viele gute Anregungen, was man tun könnte.