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Wir Genussarbeiter: Über Freiheit und Zwang in der Leistungsgesellschaft
 
 
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Wir Genussarbeiter: Über Freiheit und Zwang in der Leistungsgesellschaft [Gebundene Ausgabe]

Svenja Flaßpöhler
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421044627
  • ISBN-13: 978-3421044624
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.902 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»In ihrem blendend geschriebenen Buch geht Svenja Flaßpöhler nicht nur der Frage nach, was „Arbeit“ bedeutet in Zeiten der postindustriellen Moderne. Sie fragt sich auch, wie es mit der Genussfähigkeit der heutigen „Genussarbeiter“ aussieht.« (Deutschlandfunk (Sendung "Andruck") 2011 )

»Flaßpöhler packt die Leserin bei der Hand und führt sie durch eine aufregende, inspirierende Welt des Denkens. Sie versteht es meisterlich, den Gedanken und Schlussfolgerungen durch einfühlsame und punktgenaue Schilderungen Körper zu verleihen. Man gibt sich gern in die Hand dieser Frau, die bei aller Klarsichtigkeit nie pessimistisch ist. Und nicht versäumt, dem Individuum einen Ausweg aus der gesellschaftlichen Prägung zu zeigen: die Erotik des Denkens und Arbeitens, die nur dann wirken kann, wenn man loslässt.« (Die Presse )

„Das Buch ist eine (...) virtuose Tour durch die verbotenen Abgründe der Gesellschaft im Jahr 2011.“ (Stern )

Kurzbeschreibung

Über die Tyrannei der Selbstoptimierung

Für die Menschen von heute ist Arbeit nicht mehr nur Mühsal. Wir tun unsere Arbeit gern, verstehen uns gar als Genussarbeiter. Das Genießen im engeren Sinn hingegen, der Müßiggang, gelingt uns immer seltener und wird regelrecht zur Anstrengung. Warum aber sind wir als moderne Leistungsträger hyperaktiv bis zum Burnout und halten das Nichtstun kaum mehr aus? Genießen nur, wenn wir arbeiten, oder höchstens noch beim Sport? Svenja Flaßpöhler geht den kulturellen und psychischen Ursachen von Arbeitssucht, Körperkult und Versagensangst auf den Grund und fragt nach dem prekären Verhältnis von Freiheit und Zwang in der heutigen Gesellschaft. Ihre eindringliche Analyse zeigt: Nur wenn wir inmitten des Optimierungswahns nicht ausschließlich tun, sondern auch lassen, offenbart sich die Möglichkeit wirklicher Freiheit.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Fast schon psychoanalytisch greift Svenja Flaßpöhler nach den Urgründen der menschlichen Leistungsgesellschaft, den Zwängen und Begierden die ihr zugrunde liegen und zeigt schnell auf wie es um unser Seelenheil bestellt ist. Wie es darüber hinaus dazu kommen konnte, dass wir uns bis in den Burn out verausgaben und abstrampeln für wenig fassbare Ereignisse und Belohnungsbrocken. Das Buch WIR GENUSARBEITER nimmt uns dabei mit auf eine Reise die sowohl religiöse wie auch gesellschaftliche Ursprünge tangiert. Dabei klärt sich ebenso unser Verhältnis zur Leistung an sich als auch zur angstfreien und sündenlosen Belohnung der sich immer mehr Menschen hingeben.

Ganz interessant vermag es Svenja Flaßpöhler darzustellen was wir mittlerweile von der Arbeit halten, wie sich unser Blickwinkel auf sie geändert hat und warum es nun mal so ist das wir nicht von ihr lassen können.

Dabei wird schnell klar das sich viele Menschen heute wie unter Zwang befinden, wie der Abhängige vom Heroin, nur das unsere Droge Leistung, Anerkennung und Arbeit ist. Dabei wird aber schnell klar, dass diese Beziehung ebenso wie diejenige zu Heroin zerstörerisch sein kann.

Mit Humor muss man es nehmen wenn die großen Psychoanalytiker herausgekramt werden, selbst Sozialrevolutionäre herhalten müssen um uns eines vor Augen zu führen, nämlich das wir zuviel des Guten zu tun scheinen.

WIR GENUSARBEITER von Svenja Flaßpöhler beleuchtet den Umstand das wir von unserer Arbeit scheinbar aufgefressen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei ist ja Leistung an sich nicht Schlechtes, das aber Herzinfarkte und psychosoziale Auffälligkeiten zunehmen stimmt in der Tat bedenklich. Ebenso die Tatsache das Männer wie auch Frauen regelrecht auszubrennen scheinen und keine Leistung mehr abgeben können. Neben namhaften Starköchen und Manager/innen stehen da auch immer öfter ganz alltägliche Mitglieder der Gesellschaft, so wie Du und Ich - auf der Ziellinie der Erschöpfung.

WIR GENUSARBEITER von Svenja Flaßpöhler darf als interessanter Einblick gewertet werden in ein Phänomen bei dem sich zukünftige Generationen wohl vor lachen und staunen schütteln werden.

Empfehlenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein grosser Wurf 2. Mai 2012
Format:Gebundene Ausgabe
"Wir Genussarbeiter", so verspricht auch der Buchumschlag, basiert auf der Beobachtung,
dass in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen ihrer Arbeit scheinbar leidenschaftlich
nachgehen. Doch Ruhe und Müssiggang kennen gleichsam weniger Menschen. Unsere
Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft in der Menschen bis zum burnout arbeiten. Svenja
Flasspöhlers Buch geht über das veränderte Verhältnis zu unserer Arbeit hinaus. Es beleuchtet
auch Themen wie unser verändertes Streben nach körperlicher Schönheit, verändertem
Genussverhalten und veränderte Sexualität. Es wird eine "Analyse" der "kulturellen und
psychischen" Ursachen versprochen (Zitat Buchumschlag)
Diese Themen hätten es verdient, mit Werkzeugen der Soziologie oder Biologie angegangen
zu werden. Flasspöhler bedient sich jedoch der Philosophie und der Lehre Sigmund Freuds.
Ihre Schilderungen sind so für einen (natur)-wissenschaftlich aufgeklärten Menschen schwer
nachvollziehbar, manchmal geradezu befremdlich und allzu oft werden Zusammenhänge grob
auf das Sexuelle zurückgeführt. (Eine offene Wunde, beispielsweise, wird ihrem Eindruck
nach einer Vagina gleichgesetzt; die Berührung ersterer soll sogar Lustempfinden auslösen
(S.122). Die infantile Lust des Urmenschen wird einer züngelnden Flamme gleichgesetzt, die
durch Urinieren gelöscht werden kann. Die Flamme ist gleich einem Phallus und steht so auch
für einen männlichen Widersacher und Wettkampf (S. 140)).
Durch den philosophischen Ansatz liefert Flasspöhler eben genau keine kausale Analyse. Sie
selbst schreibt: "Philosophisches Nach-Denken besteht somit weniger in der
Wahrheitsfindung als vielmehr in der Wahrheitssuche" (S. 122). Das Buch kratzt daher an der
Oberfläche der beobachteten Phänomene und geht nicht tiefer als was bisher in anderen
Medien dazu veröffentlicht wurde. Auch sind häufig sehr grobe und allzu pauschale
Behauptungen zu finden, die nicht belegt werden ("Tiere", beispielsweise, "kennen keine
Gier, und kennen keinen Genuss" (S. 176)).
Leider ist dem Buch kein Gesamtkonzept erkennbar - die Kapitel erscheinen willkürlich
gewählt und zusammenhangslos. Auch innerhalb der Kapitel kommt es vor, dass alternative
Muster beschrieben jedoch nicht gegeneinander abgewogen werden.
Prägend für Flasspöhlers Buch sind häufige Vergleiche mit der Pornographie. Sie erscheinen
nicht selten künstlich und unpassend. (So wird das oben erwähnte philosophische
Nachdenken als "nicht pornopraphisch, sondern erotisch" bezeichnet (S. 122)). (Flasspöhler
hat zu diesem Thema dissertiert).
Stilistisch prägend sind zahlreiche äusserst polemische Passagen, die im starken Kontrast zu
den philosophischen Ansätzen stehen: "Hartz IV-Empfänger, Friseurinnen, Studenten,
Rentner und Referendare, sie alle stellen sich den Wecker, um reduzierte
Flachbildschirme [...] zu ergattern" (S. 166). "[...] Mütter sitzen mit ihren
naturwollepullovrigen Kindern an Holztischen, es gibt Dinkelbrötchen [...]. Dinkel ist
gesund, keine Frage. Aber schmeckt er auch? Diese Frage stellt sich die gesundheitsbewusste
Geniesserin nicht und beisst stattdessen entschlossen in die Dinkelerdbeerschnitte, ein
Kuchen, der den Namen Sandkuchen endlich einmal verdient hätte, denn er ist so trocken wie
die Sahara und lässt sich nur mit einer Tasse Yogi-Tee herunterbekommen [...]" (S. 47).

Flasspöhlers "Wir Genussarbeiter" - das ist kein grosser Wurf. Allerdings der korrekte
Beweis der "zwanghaften Selbstoptimierung, der hektischen Betriebsamkeit" (S. 180) unserer
Zeit, insbesondere der Autorin.

R.Mainiero, Basel
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Für immer mehr Menschen ist Arbeit nicht mehr Mühsal, sondern Erfüllung. Sie tun ihre Arbeit gern und verstehen sich gar als Genussarbeiter. Viele Leistungsträger sind dadurch hyperaktiv bis zum Burnout und halten das Nichtstun kaum mehr aus. Der Müßiggang gelingt immer seltener und wird dadurch sogar zur Anstrengung.
Für die Genussarbeiter ist somit der Genuss Arbeit und die Arbeit Genuss.
Die Philosophin Svenja Flaßpöhler geht den kulturellen und psychischen Ursachen von Arbeitssucht, Körperkult und Versagensangst auf den Grund und hinterfragt, warum das Verhältnis zwischen Freiheit und Zwang in der heutigen Gesellschaft immer mehr aus dem Lot gerät. Warum tappen aber so viele Erwerbstätige in die Falle, bürden sich immer mehr Arbeit auf und reden sich dabei ein, dass sie das alles mit Lust und Genuss tun? Laut Svenja Flaßpöhler ist die Arbeitssucht neben der Sportsucht die einzige gesellschaftlich anerkannte, ja sogar geforderte und geförderte Sucht. Und damit mag sie wohl recht haben. Viele Genussarbeiter realisieren zu spät oder gar nicht, dass ihr Ehrgeiz und ihre Elastizität das Fundament der modernen Wachstumsgesellschaft bilden. Was treibt aber die Menschen an, sich bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit zu verausgaben? Die Hauptmotivation liegt in der Wertschätzung, die der Einzelne durch die Gesellschaft bekommt. Der Genussarbeiter agiert mit seinem inneren Drang also zutiefst außengesteuert. Auf dem Weg zur neurotischen Selbstoptimierung bleiben natürliche Freuden, die Freiheit des Nichtstuns und des Gelassenseins auf der Strecke. Dieses Buch überzeugt durch ausgereifte Gedanken und blendende Formulierungen. Ein intelligentes Werk, das philosophisch, analytisch und hintergründig die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen aufzeigt.

Johannes Preßl
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