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Wir Einmaligen [Gebundene Ausgabe]

Oliver Errichiello , Arnd Zschiesche
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 2 (9. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821865261
  • ISBN-13: 978-3821865263
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 188.350 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Arnd Zschiesche
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Je einmaliger wir sein wollen, desto peinlicher misslingt es uns. Das ist der Spiegel, den uns die beiden Marketingexperten Oliver Errichiello und Arnd Zschiesche vorhalten - durchaus wörtlich zu nehmen, wie ein Blick aufs Buchcover zeigt. Um zu beweisen, wie fehlgeleitet wir sind, laden sie ihre argumentative Stalinorgel, stellen auf Schrot und ballern ratatatatat Hunderte von Beobachtungen und Details ab. Auch ich habe mir alberne Spiele zur Hochzeit verbeten, mag das neue Album von The National, und ich kenne ebenfalls eine fähige Grafikerin, die ihre Tochter Lola genannt hat. Ja und? Wir Einmaligen, schreiben Errichiello und Zschiesche, sollten akzeptieren, dass wir immer Teil einer Masse sind. Ihr Tipp: entspannt bleiben, sich nicht so wichtig nehmen." (Financial Times Deutschland, Highlights auf dem Büchermarkt, 25. Januar 2011)

Kurzbeschreibung

Individualism kills individuality! Zwei Einmalige sezieren unseren Individualisierungswahn: Wir mühen uns vergeblich, am Ende ticken wir doch alle gleich. Warum nicht lieber entspannt in der Masse untertauchen? Wir streben ununterbrochen nach Verwirklichung unseres vollen Potenzials. Alle machen alles, jeder verfolgt "spannende Projekte", aktualisiert stündlich seine Statusmeldungen auf Facebook, jeder ist Leistungsträger, jeder fährt Mini, jeder findet Australier sympathisch locker und Südafrikas Natur sehr schön. Wir möchten Greenpeace unterstützen, Wale ins Wasser ziehen oder mit weißer Holzkohle aus Japan die Atmosphäre retten. On top sind wir allesamt engagiert, tolerant und offen für neue Herausforderungen. Und die individuelle Exklusivität, die wir bei alledem empfinden, ist längst ein Massenphänomen geworden. Die Soziologen Arnd Zschiesche und Oliver Errichiello führen vor, dass unser Denken noch nie so gleichgerichtet war wie heute. In ihrer unbarmherzigen Situationsanalyse arbeiten sie heraus, wie und wo unsere Selbstverwirklichungsanstrengungen ins Leere laufen, und versichern ihren Lesern, dass es ungeheuer beruhigend ist, Teil der Masse zu sein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch ist Lesenswert! 2. Februar 2012
Von Kai
Format:Gebundene Ausgabe
'Wir Einmaligen' ist ein leicht lesbares und verständlichen Buch mit vielen humoristischen Einlagen, die dem Leser einen Spiegel vorhalten und ihn animieren über sein Konsumverhalten nachzudenken.

Hier und da gibt es aus meiner Sicht ausufernde Darstellungen, die den Gesamteindruck jedoch nicht signifikant beeinträchtigen. Das Buch ist Lesenswert!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Kabarettisten leben ja davon, dass wir dem masochistischen Trieb nach Wahrheit nur frönen wollen, wenn wir uns bei ihrer Präsentation auf die Schenkel klopfen, lauthals lachen und vom Nachbarn ein zustimmendes Nicken erhalten. Da diese menschliche Eigenart auch den beiden Soziologen, Markensoziologen, Psychologen Oliver Errichiello und Arnd Zschiesche bekannt ist, verpacken sie ihre Beobachtungen postmodern aufgestellter Einmaliger in ein sprachliches Feuerwerk, das ihr Publikum so blendet, dass es sich im vorgehaltenen Spiegel kaum erkennt. Aber da wir unsere gewohnten Verhaltensmuster ohnehin nur in seltenen Ausnahmefällen durch Einsicht ändern, ist soziologisches Kabarett noch immer besser als eine wissenschaftliche Power-Point-Vorlesung. Und weil auch wissenschaftlich Denken auf genauer Beobachtung beruht, ist in diesem Buch ebenso viel Wahrheit enthalten wie in einer langatmigen und langweilig verfassten Sozialstudie.

Die beiden Autoren bestätigen zudem die Behauptung, Bücher würden von ihren Verfassern auch für sich selber geschrieben. Denn ganz offensichtlich suchten Oliver Errichiello und Arnd Zschiesche nach einer Bühne, auf der sie ihre Lust an schrägen Formulierungen, überraschenden Metaphern und dem Schnitzen verbalen Speerspitzen ausleben können. Aber da sie natürlich ebenso Produkte ihrer beruflichen Sozialisierung sind wie ihre Zuhörer, geben sie sich nicht mit Auftritten an Betriebsfesten, Jubiläen oder belletristischen Karaoke-Veranstaltungen zufrieden. Sie möchten schließlich auch Inhalte liefern. Die erhält der Leser zwar nicht in Form kluger Zusammenfassungen in grau unterlegten Kästchen, eingeschobenen Merksätzen oder das Wesentliche vorwegnehmenden Einleitungen oder Vorwörter, sondern nur zwischen den Zeilen. Und mit Reiseberichten von Ausflügen in die Niederungen des ganz normalen Wahnsinns unserer individualistischen Zeit.

Wir halten uns für einmalig und sind es nicht. Das ist angesichts all der mentalen, körperlichen und finanziellen Anstrengungen, die wir für unser cooles Selbstbild unternehmen, natürlich eine düstere Botschaft. Aber die Beweise für unsere Gewöhnlichkeit sind so erschlagend, dass wir uns letztlich doch überlegen müssen, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Auch weil wir im Fazit gleich nochmals daran erinnert werden, dass die Welt auch ohne dieses oder jenes funktionieren würde, unsere linkischen Ausbesserungsarbeiten am säkular entsorgten Dach einer übergeordneten und ordnenden Instanz bloße Energieverschwendung ist und nur eine relaxtere Haltung Abhilfe verschaffen kann.

Wir Einmaligen halten uns für selbstbestimmt, können aber ohne Herdengeruch nicht leben. Um das zu erkennen, müssen wir am Tag der offenen Tür nicht in die Labors der Hirnforscher pilgern. Es genügt, die beiden Autoren zu begleiten, wenn sie sich in Equipment-Hallen der Freizeitindustrie, auf den Frankfurter Flughafen, auf Hochzeitsveranstaltungen und in die Wohnungen der Einmaligen begeben. Das lässt zwar manchmal unser individuelles Blut in den Adern gefrieren, macht aber so viel Spaß, um auch an weiteren Touren teilzunehmen. Da nicht alle Leser ein SUV-Fahrzeug besitzen, Kinderbücher schreiben, den WorldShop-Katalog studieren und sich permanent auf XING oder Facebook tummeln, gibt es auch Ruhepausen in der Selbsterkenntnis. Aber spätestens wenn es um das richtige Leben und die perfekte Erziehung des Nachwuchses geht, ist es mit der Distanzierung vorbei. Und dann hilft es auch nicht, sich in die mühsam zusammengebastelte Eigenreligion zu flüchten oder sich durch kulturell wertvolle Sendungen im Radio oder TV ablenken zu lassen. Je länger man den beiden Autoren zuhört, desto stärker nistet sich die Erkenntnis ein, dass Einmaligkeit eine Fiktion und der Glaube daran eine Dummheit ist.

Mein Fazit: Eine brillant geschriebene Abrechnung mit einem Mythos, der für vieles verantwortlich ist, das Einmalige zu Einsamen macht und weniger zu einer guten Welt beiträgt, als wir uns einreden. Zu hoffen ist nur, dass man nach der Aufführung nicht der Versuchung erliegt, aus Tätern Opfer zu machen und die Misere gewitzten Marketingleuten in die Schuhe zu schieben. Die Lektüre hat Spaß gemacht, obwohl mir beim Lachen nicht immer ganz wohl war.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer mit seinem SUV nach FRA reist, um von dort per LH Weekend Special nach SF überzusetzen, wo es auf einer Kinderbuch-Messe das eigene Erstlingswerk vorzustellen gibt, sollte unbedingt dieses geistreiche Druck- und Denkwerk mit ins Handgepäck nehmen (zumal an Bord kein Deutschlandfunk serviert wird). Die beiden Autoren nehmen sich die Generation Gernegroß zur Brust. Sie finden schonungslos deutliche Worte, was der Unterhaltung dient - und der Tatsache gerecht wird, dass wir Einmaligen wirklich nicht viel Zeit zum Lesen haben.

Lest lieber noch ein zweites Buch! Ich bin durch das Bürodrama "Die Angestellten im 21. Jahrhundert" auf das Autoren-Duo Errichiello und Zschiesche aufmerksam geworden. Sogar Stromberg (der aus dem Fernsehen) hätte seine helle Freude daran!
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