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Blumentopf Audio CD
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Seit 18 Jahren liefern die Songs der Band Blumentopf rappende Berichterstattung aus der Mitte unserer Gesellschaft bis hin zu deren äußeren Randbereichen. Als geistige Ur-Väter der "Raportage" haben sich DJ Sepalot und die vier MCs Cajus, Holunder, Roger und Schu einen Namen gemacht und damit eine Nische neben anderen prominenten Vertretern deutschsprachigen Raps wie Peter Fox, Jan Delay und Sido belegt. Sie gelten eher als intelligent reimende Studentenrapper, anstatt als Ghetto-Kids, die impulsiv ihre Aggressionen herausrotzen. Vier Jahre lang haben die Jungs aus München Pause gemacht, bis nun endlich ihr aktuelles Album mit dem programmatischen Titel Wir erscheinen konnte. "Wir sind wie Tasten vom Klavier, weil wir perfekt harmonier'n" lautet eine Songzeile aus gleichnamigem Song ("Wir"), der getrost als Schlüssel fürs Gesamtkonzept der Band und ihr neues Album gelten darf. Die Texte der 15 Songs sprechen für sich, da sie unmittelbar aus dem persönlichen Erfahrungsbereich der Bandmitglieder stammen und durch verblüffenden Wortwitz und sprachliche Vielfalt glänzen. Mit lässigem Discobeat unterlegt liefert Blumetopf im Song "Solala" blumige Vergleiche für haarige Situationen, wie etwa "Teetrinken auf Kaffeefahrt, Visagist mit Mastercard, Snowboard-Boots zum Après-Ski oder Onanieren zu Blasmusik". Doch nicht nur in sprachlicher Hinsicht wimmelt es von diversen weiteren Entdeckungsmöglichkeiten auf diesem Album, sondern auch in musikalischer. Beileibe keine Selbstverständlichkeit in einem Metier, in dem Interpreten gerne ihr Mitteilungsbedürfnis in endlosen Battle-Rhymes befriedigen und dabei die Musik oftmals zur reinen Untermalung verkommen lassen. Nicht so die Mitgleider von Blumentopf, die auf ihrem Album Wir ein faszinierendes Kaleidoskop klanglicher Zitate präsentieren und dabei zu neuen musikalischen Ausdrucksformen gefunden haben. Ob Elemente der Blasmusik ("Fenster zum Berg"), Sounds der 70er Jahre ("Nerd") oder Gitarrenriffs aus dem Hard 'n Heavy Repertoire ("Ausmisten"), -auf ihrem neuen Album Wir beherrscht die Band Blumentopf sämtliche Stile, passend zum jeweiligen Text und stets souverän! - Andreas Schultz

Produktbeschreibungen

Willkommen in der WIRklichkeit

18 Jahre Bandgeschichte. 18 Jahre live. 18 Jahre Teambuilding. Blumentopf, das sind 18 Jahre HipHop ohne Stereotypen und abgedroschene Images.
Jetzt haben die fünf Münchner die Rick Rubin'sche DefJam-1986-Rockgitarre wiederentdeckt. In Zeiten, in denen sich viele der einstigen Weggefährten vom Genre abwenden, ist ihr sechstes Album WIR nach vierjähriger Pause und diversen Soloprojekten ein Statement, ein Bekenntnis zu Beats und Cuts, zu Samples und Reimen. WIR ist eine Zäsur. Nicht nur für den Blumentopf, sondern durchaus auch für den deutschen HipHop. Denn DJ Sepalot und die vier MCs Cajus, Holunder, Roger und Schu haben nicht nur ihren Sound radikal verändert, sondern sie eröffnen dem eigenen Genre auch textlich neue Aussichten. Sie thematisieren stabile Beziehungsverhältnisse, die Notwendigkeit der Lüge, schauen hinter die eigene und fremde Spaßfassaden und blicken durchs Fenster zum Berg auf die eigene Kindheit zurück.
Die Töpfe rappen vom Fluch ein guter Mensch zu sein, erzählen von den Freuden der Vaterschaft und beweisen so mit WIR wie nebenbei, dass der deutsche HipHop das Potential hat erwachsen zu sein.
Die Beats auf WIR werden dominiert von trockenen Rockgitarren und reduzierten Schlagzeug-Loops. „Mehr Dreck, mehr scheppernde Drums, roh und direkt…“, so Sepalot, hauptverantwortlich für das Sounddesign, über die musikalische Neuorientierung auf WIR. Oder, wie es Rapper Schu formuliert: „Rotziger und trotziger, aufs Wesentliche beschränkt, denn HipHop ist doch vor allem das: Aus einfachen Mitteln viel machen.“
Die Folge ist ein abgespecktes, ja fast schon spartanisches Klangkonzept, das auf goldene Frühzeiten des Rap verweist, auf die Beastie Boys und Run DMC.

Bei all der Bandgeschichte kommt es den Töpfen vor allem auf eins an: Live zu rocken. Und das tut WIR ohne Abstrich. Denn WIR ist kompromisslos, rough und kantig. Frei von Allüren und aufgesetzten Images, direkt aus dem Bauch, locker und unverkrampft. Rapmusik mit Punkattitüde. WIR ist das ungewaschene und durchgeschwitzte Tour -T-Shirt inmitten der frisch gebügelten Designerhemdchen, der Abdruck von verdreckten Straßenschuhen auf dem weißen Angorateppich, der betrunkene Störenfried, der mitsingt, wenn die Feuerzeuge angehen. WIR ist mehr als ein Gefühl. WIR ist wahre Freundschaft. WIR rockt.

motor.de

Als die Hip-Hop-Welle in den späten Achtziger Jahren über den großen Teich schwappte, war diese Musikrichtung und ihre Akteure noch weit davon entfernt, in der breiten Öffentlichkeit Anklang zu finden. Erst Anfang der Neunziger Jahre, als die Fantastischen Vier mit „Die Da“ einen Hit landeten, wurde der deutsche Sprechgesang bis in die Charts gehoben. Zu dieser Zeit - genauer 1992 - formte sich auch in dem verschlafenen Münchner Vorort Freising eine Crew, die mit ihrem Wortwitz und ihren intelligenten, selbstreflektierten Texten das Hip-Hop-Verständnis von Vielen nachhaltig prägten. Weit entfernt von Battle-Rap-Texten betrieben Blumentopf um ihren DJ Sepalot Story-Telling der hochklassigen Sorte. Oftmals als „Studenten-Rapper“ verschrien, holten sie ihre Zuhörer direkt vor der Tür ab, nahmen sie mit auf eine kurze Reise, um sie mal zufrieden grinsend, mal nachdenklich wieder zurück in ihr tägliches Leben zu entlassen. „Kein Zufall“, das erste Album der Band aus dem Jahr 1996, gilt bis heute als einer der größten Meilensteine des amüsanten Story-Telling-Raps. Nun veröffenlichen die Jungs ihr bereits sechstes Album und feiern dies mit einer großen Release-Party in der Alten Kongresshalle in München, die gleichermaßen der 500. Auftritt der Band ist.

Zunächst die schlechte Nachricht: Was beim ersten Hören des neuen Blumentopf-Albums auffällt, ist, dass sich die vielfältigen Beats oftmals heimlich an den Texten vorbei in den Vordergrund gemogelt haben. Deutlich sieht man diese Tendenz beispielweise bei dem Song „SuperEinfachSchwierig“, der textlich eher schwach, aber dafür durchaus tanzbar daherkommt. Ähnliches lässt sich bei „Solala“ feststellen. Bei den ersten Tönen klingt der Titel mehr nach einer aktuellen Deichkind-Nummer, schafft es im Verlauf aber, dank BeatBox-Einlagen und Cuts, den ersten Eindruck wet zu machen. Inhaltlich stark ist jedoch auch er nicht. Nach diesem Schema verlaufen viele der Songs auf "Wir". Die Beats treiben, sind gut arrangiert und partytauglich, gehen mal mehr in die „Garage“-Ecke, die Dendemann in seinem aktuellen Albums „Vom Vintage Verweht“ manifestiert, oder lehnen sich kurzzeitig an elektronische Beats ehemaliger Wegbegleiter an. Keine großen Innovationen - die dieser Art des deutschen Hip-Hops in den vegangenen Jahren ohnehin abging - zumindest aber auch keine musikalische Stagnation. So weit so gut. Was Blumentopf immer ausmachten, war ohnehin ihr Feingefühl für spitzfindige Texte. Leider reichen diese auf "Wir" in der Mehrzahl auch nicht an die Finesse der Vorgängeralben heran. Der Wortwitz und die Geschichten, mit denen sich Blumentopf längst ihren Platz in der deutschen Hip-Hop-Hall-Of-Fame gesichert haben, sind hier teilweise zu durchsichtig, wie bei „Nerds“, dass sich entlang der Titelthematik abrackert, ohne das der Funke überspringen will. Oftmals klingen sie zu vertraut, wie bei „Mein Dein“, dass sich so auf jedem Blumentopf-Album wiederfindet. Es macht sich eine leichte Enttäuschung breit...

Nun aber zur guten Nachricht: Blumentopf wären nicht Blumentopf, wenn sich nicht zumindest ein paar Perlen auf der Platte versteckt hätten. „Fenster zum Berg“ ist so ein Beispiel, dass allein schon wegen dem schrägen Polka-Beat Erwähnung verdient. Der Text von Holunder, in dem er von seiner Kindheit in den Bergen erzählt, versehen mit huldigenden Stieber-Samples „Mit dem Blick, durchs Fenster zum...Berg“ setzt dem Ganzen die Krone auf. Auch „SystemFuck“ und „Nicht Genug“ sind sehr gelungene Spaß- bzw. Erwachsen-Werden-Songs, von denen einige mehr die Platte hätten beflügeln können. Zu alter Erzähl-Stärke à la „Manfred Mustermann“ oder „Alles Gute“ laufen die Töpfe erst beim letzten Song auf. „Sie tanzt die Nächte durch“, mit einem trockenen Vinyl-knacksendem Beat unterlegt und unterstützt von der atmosphärischen Stimme der gefeaturedten Janna Wonders, handelt (ohne Zeigefingercharakter) davon, dass man seinen Problemen durch Partys und Drogen nur kurzfristig entfliehen kann.

Auch wenn Blumentopf ihre textliche Klasse früher besser zu zelebrieren wussten, veröffentlichen sie mit "Wir" ein solides Album. Die Besucher der Blumentopf-Live-Gigs werden sicher ihren Spaß mit dem neuen Material haben. Das Potential vergangener Alben, auf denen man noch beim hundertsten Durchlauf Stilblüten findet, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, hat „Wir“ aber nicht.
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