BITTE LESEN SIE AUCH DEN NACHTRAG UNTEN.
Ich (Mann) habe das Buch gelesen. Meine Meinungen stimmen in den meisten Aussagen mit den Autorinnen, genau wie wohl die meisten meiner Freunde und Bekannten und meine Frau, überein.
Deshalb bin ich aber kein Feminist. Mit Sicherheit nicht. Und auch kein Maskulist. Mit Sicherheit nicht. Sondern einfach ein - mit Verlaub - klar denkender Mensch.
Ich finde, es müsste überhaupt grundsätzlich überflüssig sein, darüber zu
diskutieren, ob ein Mensch, ganz egal aufgrund welchen Attributs, mehr Rechte oder Pflichten eingeräumt bekommen sollte. Geht aber nicht. Also ohne Diskussion. Sowohl bei Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen, als auch bei Ungerechtigkeiten gegenüber Männern. Die gibt es auch. Also die gegen Männer - sogar per Gesetz. Wollen aber die meisten (insbesondere Männer) gar nicht wahrhaben.
Um einen gesunden neuen Feminismus omnipräsent zu etablieren, müsste es einen Maskulismus geben, der ebenfalls omnipräsent ist. Männer müssten sich emanzipieren. Denn Männer haben es in der "freien" Gesellschaft heute ebenfalls nicht leichter, als Frauen, auch wenn uns das gerne mit aberwitzigen (Gender-)Studien und (Gender-)Statistiken weißgemacht werden soll.
Wen das Thema wirklich interessiert - Literatur dazu gibt es bei Amazon zu Hauf, Stichwort: Walter Hollstein, Warren Farrell, Arne Hoffmann.
Meine, mit der Überschrift "Schw*nze, Eva Herman, Erzieherinnen: Bitte auf die Feinheiten achten." umschriebenen Kritikpunkte zum Buch, möchte ich wie folgt erläuteren:
1.) "Schw*nze":
Im Buch wird der Penis teilweise als Schw*nz bezeichnet. Von Frauen. Im Gegenzug dazu liest man allerdings im Buch nichts von einer mit einem Fäkalwort betitelten Vagina. Ich empfinde das als Mann als sexistisch und es beleidigt mich. Erst recht von (einer) Frau(en).
Evtl. könnte man hier - wenn wir uns (wie im Buch beschrieben) ebenfalls um das "Binnen-I" bemühen - auf die Wortwahl achten und nicht selbst sexistisch werden, wo's keiner haben will.
2.) "Eva Herman":
Hier ist den Autorinnen der gleiche Fehler (unbewusst ...?) unterlaufen, den die gesamte deutsche Presse (mit wenigen Ausnahmen) eh schon tausende Male wiederholt hat, und gegen den Eva Herman gegen die DPA einen juristischen "Maulkorb" erwirken konnte: Eva Hermans Aussagen, werden in dem Buch "Wir Alphamädchen" schlicht falsch wiedergegeben. Das Buch "Wir Alphamädchen" wurde veröffentlicht, nachdem die lückenhaft, und damit sinnentstellenden, zitierten Aussagen Hermans in der Öffentlichkeit korrigiert wurden.
Es geht hier nicht um meine persönliche inhaltliche Meinung zum Buch "Das Eva-Prinzip" (auch das habe ich gelesen), sondern darum, das man von einem Buch erwarten können sollte, dass es sich auf richtige und ehrliche Quellen und Aussagen stützt.
3.) "Erzieherinnen":
Ein scheinbar unwichtiger, aber in seiner Bedeutung doch relevanter Punkt: Es wird im Buch angemerkt, dass die Sprache weibliche Formen von Berufen (Architekt/Architektin, Müllmann/Müllfrau (letzter Begriff von mir einfach mal wild erfunden) berücksichtigen sollte. Das ist ja auch wünschenswert, denn eine Frau, die studierter Architekt ist, ist ja in Wirklichkeit eine Architektin.
Ohne Frage.
Der Fauxpas unterläuft den Autorinnen allerdings einigen Seiten später selbst: Dort wird im erzieherisch/didaktischen Kontext allgemein aussschließlich über die Berufgruppe der "Erzieherinnen" geschrieben, von Erziehern aber kein Wort. Das untergräbt natürlich die Glaubwürdigkeit der einige Seiten vorher geforderten Feminisierung der Sprache immens.
Gegen Feminismus. Gegen Maskulismus. Für Menschlichkeit.
NACHTRAG VOM 23. SEPTEMBER 2008 (meine Rezension ist jetzt 2 Monate alt):
Der folgende, meiner Ansicht nach, männerfeindliche Artikel wurde von einem der selbst ernannten "Aplha-Mädchen", nämlich Meredith Haaf verfasst und am 21. September 2008 veröffentlicht.
Ich selbst habe das Buch - wie gesagt - gelesen und fand manche Aussagen teilweise sehr gelungen - mit diesem Beitrag enttarnt sich zumindest eines der selbsternannten "Alphamädchen" als männerverachtend und radikalfeministisch.
Aber lesen Sie selbst:
"Heul doch und kauf dir 'nen Dauerlutscher. Oder was soll man sonst zu armen Mann-Opfern sagen? von Meredith
Immer wieder einen Grunzer wert sind ja die feinen Freiheitskämpfer von der Männerrechte-Fraktion. Das sind ungefähr drei Typen in der Bundesrepublik, die sich bei jeder feministischen Diskussion im Internet und, äh, in Berlin, zu Wort melden, um für die Gleichberechtigung der Männer in dieser ach-so-matriarchalischen Gesellschaft einzutreten. Sie finden, Frauen sollten erst mal zum Wehrdienst herangezogen werden, bevor sie hier Lohn-Gleichberechtigung verlangen. Bei Abtreibungsdebatten beklagen sie gern das seelische Trauma des Erzeugers, der, ohmeingott, KEIN MITSPRACHERECHT hat. Sie finden, Jungs werden in der Schule sy-ste-ma-tisch von fiesen Frauenlehrerinnen benachteiligt, überhaupt trippele die (selbstredend schlimm-schlimme) Verweiblichung unaufhaltsam auf Killerstilettos voran. Nämlich hätten Frauen eh schon die Medien im Griff und sogar die CDU mache jetzt frauenfreundliche Politik. Und wo bleiben da die Männer und ihre Rechte? Wir Femi-Nazis, wie sie uns gerne nennen, würden die echte Bestimmung der Frau kaputt machen und den Männern das Leben schwer. Wenn sie schlecht drauf sind, nennen sie uns hässlich. Wenn sie lieb tun, reden sie von der 'wahren Gleichberechtigung' und reden auf die Frauen ein, sie müssten sich für alle Geschlechter einsetzen, wenn sie es ernst meinen. Wenn man aber hinter den Schleier des Gleichheits-Gelabers guckt, muss man immer wieder feststellen, dass es hier um eine extrem reaktionäre Agenda geht, auf der, kurz gesagt, ein fundamentalistische Familienbild über alles gestellt wird.
Leserinnen und Leser, ihr kennt die auch, nicht wahr?
Die Taz ist dem Phänomen MANNdat, 'Väteraufbruch' et. al. nachgegangen und hat das belegt, was eigentlich schon zu vermuten war: nämlich, dass diese Leute aus dem hinterrechtesten Eck kommen und sich insbesondere in der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit feiern. Als Diskussionspartner sind sie daher nicht wirklich ernst zu nehmen ' zumal sich ihre Argumente ja meistens mit dem kleinen Zeh entkräften lassen. Andererseits zählt der Taz-Autor auch auf, in welchen Leitmedien das Thema 'arme, vernachlässigte, identitätskriselnde Männlichkeit' schon alles aufgenommen wurde:
So profiliert sich Frank Schirrmacher, der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit Klageliedern über den Bedeutungsverlust des Mannes. Schon vor Jahren schrieb er Frauen die öffentliche Deutungshoheit zu - weil sie als Moderatorinnen den politischen Männerrunden die Stichworte liefern. Später machte er Mütter für niedrige Geburtenzahlen verantwortlich - weil sie ihre natürliche Aufgabe als 'Hüterinnen der Flamme' und 'natürlicher Kitt' in den Familien vernachlässigten. Spätestens mit der Zeit-Serie über 'Männer in Not' und nach diversen Spiegel-Titeln über das, 'Was vom Mann noch übrig ist', kann von Medienboykott nun wirklich keine Rede sein.
Und das gibt irgendwie zu Sorge Anlass. Mir wurde neulich auf einer Party klar, wie weit diese Debatte schon vorgedrungen ist. Ein guter Freund, der sehr klug ist, wenn er auch in Frauensachen nicht gerade auf festem Fuß wandert, offenbarte mir in trunkenem Zustand, er sei ja - wie ich! - auch Feminist, also, genauer, Maskulinist. Und das schlimmste daran war, dass er den Unterschied wirklich nicht verstanden hatte (und sich das auch nach meinen Brut-seligen Erklärungsversuchen nicht änderte). Ich muss sagen, in Diskussionen höre ich ' von schlauen Männern ' wirklich oft das Argument, es gehe ja auch um die Männer und man müsse den Männern ja auch helfen, sich in der veränderten Welt zurechtzufinden. Dazu sage ich mittlerweile nur noch: Entschuldigung, aber die Männer müssen das schon vor allem selbst machen. Nicht, dass ich euch nicht anfeuern würde dabei. Aber der Feminismus hat schon mit den Frauen alle Hände voll zu tun ' der kann und will sich nicht auch noch um die schlimmen Sorgen der armen Männis kümmern. Problem ist nur: Was tun, wenn manche Männer sich wirklich einreden, sie seien jetzt die Benachteiligten? Haben wir jetzt dann bald den 'Opfer-Maskulinismus' an der Backe? Und was machen wir dann? Reden? Händchen halten? Hey, coole Jungs ' was sagt ihr dazu? What shall we do with the 'Mann in der Krise'? Gibt's den wirklich? Und wenn ja, wie sieht er aus? (Nicht nur äußerlich, versteht sich. Der Mann von heute hat ja, wie wir wissen, jetzt auch schon mit ähnlichen ästhetischen Ansprüchen zu kämpfen wie die Frau. Der Arme, das wollen wir ja nicht auch noch befeuern.)"