Als immer wiederkehrende Leserin von Nora Roberts konnte ich mir diesen Band natürlich nicht entgehen lassen. Ich hatte gehofft, dabei 4 romantische kleine Geschichten zu lesen, die vielleicht alle so ungefähr ein Niveau haben.
Jeder, der Nora Roberts liest, weiß, dass es eher "Seelen-Lektüre" ist und nicht allzu tiefgehend sein muss. Aber was hier geboten wird, war teilweise echt... unter aller Kanone.
Die Inhalte sind ausführlich genug in der Amazon-Beschreibung enthalten, daher hier nur meine Bewertung:
zu 1: Immer hab ich dich geliebt
Was kommt dabei raus, wenn die Frau glaubt, sie müsse sterben, der Mann ein bockiges Gör von der besten Freundin der Frau hat, und glaubt, sie hätte ihn vor so vielen Jahren angelogen ? ... Eigentlich hätte die Geschichte zumindestens nett werden können, aber schon nach kurzer Zeit geht mir Annie's Getue auf den Geist. Statt etwas zu tun, suhlt sie sich in Selbstmitleid, spielt aber immer wieder die Heilige. Elende Heulsuse: Einfach zum Würgen. Das Ende ist eher lieblos dahin gehuscht, damit es auch ja ein "perfektes Happy-End" gibt... für mich absolut nicht lesenswert.
Ich würde 0 Sterne geben, geht aber leider nicht, also: 1/5 Sterne
zu 2: Der Maler und die Lady
Lara und Anatole - und irgendwas ist faul im Schloss... tja, so ist das eben mit den exzentrischen Künstlern. Die Charaktere bleiben leider arg zweidimensional und muten teilweise sehr klischeehaft an. Leider nur mittleres NR-Niveau. Sie kann es besser!
Meine Wertung: 3/5
zu 3: Wunder einer Winternacht
Glory Glory Halleluja... ah, da ist er doch, der Winter, der in den vorherigen Geschichten eher vermisst wurde. Immerhin ist die Gesamt-Überschrift "Winterzauber". Ein warmherziges Buch mit sympatischen (wenn auch absolut starrköpfigen) Charakteren und einer nachvollziehbaren Handlung. Leider aber auch absolut nichts Neues, wenn auch nett gemacht. Ebenfalls 3/5 Sternen und damit der beste Nicht-NR-Roman.
zu 4: Glockenklang von Campanile
Die Kennenlern-Geschichte ist noch ganz nett, aber irgendwie wirkte der Rest ziemlich gequält. Sonias Gründe sind nur ansatzweise nachvollziehbar, Francesco ist in meinen Augen zu sehr ein kleiner Junge und weniger ein Mann. Nicht unbedingt eine Zumutung, aber auch nicht lesenswert. ich gebe 1/5 Sterne. Nur diese Geschichte hätte ich mir überhaupt nicht gekauft.
Insgesamt also 8:4 = 2 Punkte. Mehr hat dieses Sammelsurium wirklich nicht verdient. Wirklich in der Winterzeit spielen nur die letzten beiden Geschichten, Winter-Gefühle habe ich nur bei der dritten Geschichte entdeckt.
Selbst für Anspruchslose gibt es wesentlich bessere Romane als diesen Sammelband...