Der vierte Adventskalender zum Hören mit Illustrationen von Silke Leffler, den ich aus dieser Reihe kenne. Diesmal eine ausgewogene Mischung von Gedichten und Geschichten bekannter und unbekannter Autoren, wie Bogumil Goltz, Julius Stinde oder Heinrich Seidel. Die Dauer der Abschnitte beträgt zwischen 1 und 5 Minuten bei einer Gesamtspielzeit von 76 Minuten.
Ich finde den Vortrag von Anna Thalbach und Stefan Kaminski diesmal wirklich genial. Stefan Kaminski gefällt mir besonders gut in "Das Weihnachtsfest" von Heinrich Seidel, in dem er in die Rolle des Majors Puschel und Ingenieur Leberecht Hühnchen hineinschlüpft. Major Puschel ist einfach klasse. Jaaa! Sehr gut gefällt mir z.B. auch, wie Anna Thalbach die Großmutter des Teufel imitiert: "Wie siehst du aus, du Lump!" (aus: "Wie der Teufel ins Weihwasser fiel" von Richard von Volkmann-Leander).
Bei der Münchhausen Geschichte von Gottfried August Bürger entstanden vor meinem geistigen Auge das bekannte Bild vom Pferd am Kirchturm - schön, das einmal wiederzuhören. Kurt Tucholskys "Himmlische Nothilfe" - ein Dialog zwischen Oberengel und einer Berliner Schnauze über zwei Weihnachtsmänner - moderner und politischer als die anderen Geschichten. Schön und schlicht Heinrich Heines kurzes Gedicht "Ein Fichtenbaum steht einsam":
Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.
Das Cover von "Winterzauber" mit den 24 Türchen zum Öffnen wurde von Silke Leffler erneut liebevoll gestaltet. Dieser Hör-Adentskalender kann mit seinen älteren Brüdern
Frohes Fest und
Alle Jahre wieder mithalten. Mit "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius, für mich das schönste deutsche Abendlied überhaupt, ein würdiger Abschluss.