Die zunehmend verarmende Familie zieht jedes Jahr von einem schäbigen Haus ins nächste, noch baufälligere. Dabei wird Jahr für Jahr ein Baby geboren, von denen einige an Hämophilie (Bluterkrankheit) leiden. Der Vater und Ernährer der Sippschaft verliert bei einem Unfall einen Arm, was ihn nicht daran hindert, Frau und Kinder regelmässig zu verprügeln, bei den Bluterkindern mit drastischen Folgen. Die Familie verstrickt sich immer mehr in den Kreislauf aus Brutalität, Schulden, Armut, Isolation und es kommt zum finalen Showdown, als der betrunkene Vater im Dunkeln mit einem Messer in der Hand die Kinder und seine Frau jagt.
Hin und wieder blitzt stilistische Brillanz des Erzählers auf, dennoch ist das Buch ein Wechselbad der Gefühle. Die brutalen Szenen werden zu weit getrieben, der Leser fragt sich, wieso weder die Frau noch die Kinder Hilfe holen, wenn der Vater verrückt spielt, mag sein, dass dies in den 60er Jahren nicht ohne weiteres möglich war....
Mir persönlich war die "Du"-Form, in der das Buch verfasst wurde, der Brisanz und der enormen Spannung, die diese Erzählung erzeugte, nicht angemessen und klang etwas rührselig. Wer hier das Gefühl eines Buches aus dem amerikanischen Süden erwartet, wird enttäuscht. Da gibt es zwar einen grossen Fluss, sonst jedoch beschränkt sich der Autor auf minutiöse Schilderungen menschlicher Abgründe, denn auf Landschaftsbetrachtungen. Das Buch ist lesenswert, beeindruckend und in seiner Brutalität auch faszinierend. Dennoch, ein Paar mal weniger "Schlampe!" schreien des Vaters hätte es ebenfalls getan.