*Die Verformung des Schädels, die er eben gesehen hatte, ging Aalmann auf der Fahrt ins Büro nicht aus dem Kopf. Die Untersuchungen würden mit ziemlicher Sicherheit ein Maß der Gewaltanwendung feststellen, das überproportional und somit völlig unangemessen war. Und einer solchen Brutalität musste Hass zugrunde liegen, enormer Hass. Anders konnte er es sich nicht erklären. Hemmschwellen schienen bei diesen Tätern nicht zu existieren.*
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Die Vorkommnisse im Sächsischen Landtag haben es wieder einmal deutlich gemacht: Das Thema Rechtsextremismus ist aktueller denn je und ein offensiver Umgang mit der Problematik somit unerlässlich.
Dieses versucht der Autor Jann van den Bosch in seinem vorliegenden Roman "Wintertod" umzusetzen - wir werden konfrontiert mit religiösem Fundamentalismus, Rechtsextremismus sowie rechtslastiger Internet-Kriminalität.
Schauplatz der Geschehnisse ist die Hansestadt Bremen:
Kriminalkommissar Aalmann, genannt 'Professore', ist sauer als er in aller Herrgottsfrühe geweckt wird. Ein weinseliger Abend liegt hinter ihm - und auch die neuen Jazz-CDs sind noch weitgehend ungehört. Das neue Jahr fängt denkbar schlecht an: ein brutaler Mord an einem ausländischen Studenten. Und ebenso schlecht hörte das letzte Jahr auf: die beiden Morde an einem fünfundzwanzigjährigen Asylbewerbers sowie einem neunzehnjährigen Türken sind noch nicht aufgeklärt.
Alle drei Verbrechen zeichnen sich durch eine mysteriöse Visitenkarte (bzw. Telefonat) des Täters aus: Hinweise mit alttestamentarischen Bibelversen finden sich bei den Opfern. Wird Bremen von einem religiös-fundamentalistischen Wahnsinnigen terrorisiert? Oder treibt ein rechtsextremer Amokläufer sein Unwesen?
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Fazit: Ein sehr interessanter erster Fall, mit dem es Kriminalkommissar Aalmann hier zu tun hat.
Leider aber gelingt es dem Autor mit diesem Erstling nicht so recht, die handelnden Personen längerfristig im Gedächtnis des Lesers zu verankern. Irgendwie bleiben sie einfach zu blass, sie entwickeln kein Leben und somit entsteht kein rechtes Bild im Kopf. Und auch an Spannungselementen ( Aufbau sowie Entwicklung und Plot betreffend ) hätte es durchaus etwas mehr sein dürfen.
Ein weiterer Fall für Kommissar Aalmann ist bereits angekündigt. Ich bin gespannt, ob der Autor sich steigern kann -
In Hoffnung und Vorfreude - Reinhard Busse