Den Science-Fiction-Roman "Winterplanet" von Ursula K. LeGuin besitze ich schon seit längerer Zeit. Er ist im "Heyne-Verlag" erschienen und umfasst rund 270 Seiten.
Die Autorin Ursula Kroeber Le Guin wurde im Jahr 1929 im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien geboren. Seit 1962 lebt sie in Oregan, wo sie neben dem Schreiben an der dortigen Universität unterrichtet. Aus ihrer Feder stammt eine Vielzahl von Romanen, Kurzgeschichten und Science-Fiction-Erzählungen. Zu den bekanntesten Romanen zählt der "Erdsee-Zyklus", für den sie mehrere Auszeichnungen erhielt.
Über ihren Roman "Winterplanet" schrieb kein Geringerer als Stanislaw Lem, dass es sich dabei um "große Literatur" handelt, die "zum Nachdenken" zwingt. Dieser Bewertung kann ich mich durchaus anschließen, da "Winterplanet" zweifellos zu den anspruchsvollen Science-Fiction-Romanen gehört.
Es geht um den fernen Planeten Winter, der diesen Namen zu Recht trägt. Winter ist sehr kalt und lebensfeindlich. Trotzdem hat sich dort eine humanoide Rasse, die Karhiden, entwickelt, die eine spezifische Besonderheit aufweisen. Sie sind weder männlich noch weiblich, sondern praktisch unisex. In monatlichen Abständen erleben sie eine Zeit der sexuellen Reife namens "Kemmer", in der sie sich für wenige Tage entweder zu einem Mann oder zu einer Frau entwickeln. Sie können sich ausschließlich während dieses engen Zeitfensters fortpflanzen.
Aus dieser sexuellen Besonderheit, die auf dem Planeten Winter völlig normal ist, entwickeln sich völlig andere Verhaltensweisen und Lebensformen als bei den geschlechtlich festgelegten Menschen. Die bipolare Sexualität der Karhiden beeinflusst sämtliche Lebensbereiche. Diesen Gesichtspunkt, der sich durch den ganzen Roman zieht, fand ich sehr interessant und originell.
Ich habe diesen Science-Fiction-Klassiker mit Interesse und Freude gelesen und kann ihn an dieser Stelle gern weiterempfehlen, zumal er sehr gut geschrieben ist. Ursula K. LeGuin versteht ihr Handwerk.